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Hi-Tec meets Bio-Egg – Wechselzone für Hühner und Gummipuppen

Angelockt durch Umkleidekabinenkolportage betreffs der Feierlaune und Geselligkeit der Niebüller Nordmannen und williger Wikingerweiber im Grenzgebiet zu Dänemark und zum Abbau meines miesen Plattenpannenkarmas bestritt ich dortselbst gestern eine weitere OD: „Stäljman-Triathlon …das klingt doch schon fast nach isländischem Vulkan. Schwimmen in Herrenkoog, 6km südlich von Niebüll im Gartenteich von Hof Brodersen. Kein Scherz. Da stellt eine friesische Bauernfamilie seit Jahren ihr gesamtes Anwesen in den Dienst unserer Sache. Der entengrützefreie Gartenteich hat nen Rundkurs von 500m, drei Bojen ins Wasser, Oppa Brodersen läßt mal für 5 Stunden das Angeln sein und das Schwimmen läuft. Kein Wasser in der Brille, nicht als Letzter aus der Brühe, zwei wichtige Teilerfolge. Der Radkurs, Start auf der frisch gemähten Hausweide hinterm Hühnerstall, endete in Niebüll. D. h.: zwei Wechselzonen! – mir gereicht meist EINE zur Überforderung. Zum Glück gab es da noch Barbara und die Bundeswehr, die ihre ordnende Hand über mein wirres Haupthaar hielten. Mit meinen bereits ins Gerät integrierten Karmabezwingerutensilien (neue Felgenbänder, neue Schläuche, neue Mäntel, CO2-Pumpe) brach ich auf, dem steifen Westwind zu trotzen. Ein hartes Unterfangen. Mir (Speichenradler) hats mehrmals echt den Lenker verrissen. Der Tacho sinkt bedrohlich, nähert sich phasenweise der 20km/h-Marke, man liebäugelt mit dem kleinen Kettenblatt, beneidet die mit versändnislosem Blick vor sich hin kauenden Kühe, beneidet die Scheibenradler NICHT (grüßt mir Mary Poppins, hä hä hä) und kommt am Ende doch an, man kennt das… Schwimmhallenparkplatz Niebüll: Die Bundeswehrlogistik im Gesamten ergänzt durch Barbaras Einsatz im Besonderen beschert mir ein Paar Laufschuhe zur rechten Zeit am Rechten Ort (jeder Soldat, der in Herrenkoog meine Beutel sortiert und nach Niebüll expediert, kann in dieser Zeit nicht in Afghanistan auf ne Mine treten..Friedensdienst ist braunweiß). In meiner Paradedisziplin muß ich dann doch der Kombi „Trainingsfaulheit / Gegenwind beim Radfahren“ Tribut zollen: Krämpfe im großen Strecker (das Ding da vorne auf dem Oberschenkel). Genau das Gleiche hatte ich schonmal vor zwei Jahren in Ratzeburg. Ich hing dann also bei km 2 u. 3 in Niebüll übern Gartenzaun und machte hilflose, zeitraubende aber am Ende doch irgendwie effiziente Dehnübungen zum Klange der „UWESEELER-Tröten“. Dann ging das Ganze relativ schmerzfrei zu Ende, ins Ziel, in die Arme der Liebsten und in die zarte Umhüllung der Vereinstoga…und der Weg zur Regeneration wurde mit  Erdinger, Currywurst und Pommes gepflastert. Am Ende eines langen Tages wehte dann doch ein Ballen Präriegras von links nach rechts durch mein Gemüt; zufrieden, aber ohne Feierlaune, griff ich mir mein williges Weib und wir fuhren nach hause. Vielleicht weiß Stefan Faßauer vom Niebüller Nachtleben zu berichten. Mein Respekt gilt Anja und allen anderen Mitteldistanzlern, die das Ding bei diesen Windverhältnissen zuende geritten sind. (der erste Einzelfinisher hat hier gar die erste Staffel geschlagen!!!) Ansonsten ist nichts, was hier despektierlich klingt so gemeint. Die Veranstaltung fusst auf einem soliden Gerüst aus professionellen Strukturen, die mit großem Engagement seitens der Bevölkerung vorort und aus einfachen, patenten Mitteln bedient werden. Ein paar Schwächen an den Schnittstellen… was solls. Sollte man mal gemacht haben. (SHTU= Schleswig-Holsteinische Triathlon Union)

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