St. Pauli auf Mallorca – oder die Geschichte vom kleinen Vulkan der Großes leistete

********* Julia Rieck // Anja Christian ********

Am 10.04. hob der Flieger nach Mallorca ab.

Mit im Gepäck : Julia und Anja (Economy) und dazugehörige Räder (Frachtraum). Nach dem vorangegangenen Übergepäck-Zuzahlungs-Schock und halbseitiger Flugangst-Bewältigungs-Strategien wurde irgendwann endlich aufgeatmet und durchgeatmet.

Nach Ankunft in Palma wurde prompt die nächste Aufgabe spielend bewältigt: Unterbringung zweier Räder (handlich in Radkoffer und Radtasche verpackt) sowie der Besitzerinnen in einem himmelblauen Ford Fiesta.

Jetzt konnte es losgehen. Urlaub. Radurlaub. Training.

Unterbringung in einem ehemaligen Kloster auf 400 m Höhe.

An- und Abstieg unumgänglich und äußerst knackig („wie steil kann ein Berg sein, der einem das Ausklicken fast unmöglich machen würde?“)

Traumhafte Landschaften, einzigartige Bergdörfer, großartige Touren im Tramuntana Gebirge, Radfahrer soweit die Linse reicht und täglich wachsende Trainingserfolge.

Eine Woche vergeht wie im Fluge.

Auch diese Aussage sollte an Bedeutung gewinnen.

Als während einer Radtour und bei einer kurzen Pause inmitten des kleinen aber wunderschönen Bergdorfes „Orient“ mit etlicher Verspätung dann doch die Botschaft durchdrang (sms-Technologie sei dank), dass die Vulkanasche einen

Abflug nach Deutschland voraussichtlich verhindern würde.

Ahhh ja. Vulkanasche. Einen ebenso verspäteten April-Scherz vermutend wurde die Tour fortgesetzt.

Im Kloster auf 400 m Höhe erfährt man eben nicht sofort von all den Ereignissen in der Welt.

Der kleine aber spuckende Vulkan zwang zu einem Umzug vom Norden in den Nord-Osten der Insel.

Mit im Gepäck: Julia und Anja (Ford Fiesta) und dazugehörige Räder (ebenfalls Ford Fiesta).

Jetzt konnte es weitergehen: vulkanisierter Zwangsurlaub.

Sicher nicht das schlechteste, auf einer schönen Insel festzusitzen.

Wenn man von den Flughafen-Odysseen, informationslosen Telefonaten, Umbuchungsversuchen, Stornierungs-Wirrwarr, Flug-Wiederaufnahme-Fehlinformations-Desastern und dem allmorgendlichen Unwissen über den anstehenden und verbindlichen Abflug-Termin und dem dazu noch einsetzenden Regen absieht.

So wurden restliche Kräfte also noch in Laufeinheiten im Pinienwald, eine Küsten-Radtour sowie ein Schwimmtraining Piscines Municipals de Son Hugo in Palma (gebaut 1999 anlässlich der internationalen Studentenolympiade).

Deutschen Schwimm-Interessierten wird an dieser Stelle das akzentfreie Sprechen der Landessprache, ein möglichst unauffälliges Verhalten sowie das ausschließliche Schwimmen auf Bahnen mit weissem „Hütchen“ empfohlen.

Auch eine durch Vulkan-Spucke ausgelöste zweite Rad-Woche geht mal zu Ende.

Und so hob dann ein neu gebuchter, komfortablerer rot-weisser Flieger irgendwann dann doch ab Richtung Heimat.

Mit im Gepäck: Julia und Anja (fit und trainiert in der Economy) und dazugehörige Räder (bergerfahren und zufrieden im Frachtraum)

Mallorca ist jede noch so kleine (Rad)-Reise wert. Und wenn dann dazu noch einer kleiner Vulkan urplötzlich mal aus sich herauskommt, dann kann’s auch mal zu einer ganz großen Reise werden 😉

Wer Lust hat kann ja mal in Anjas Blog reinschauen:http://triabolo.blogspot.com/

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