Matthias finisht in „Braun-Weiß-Roth“!

Roth – eine ruhige, idyllische Kleinstadt in Bayern. Etwas südlich von Nürnberg gelegen, ist hier für 360 Tage im Jahr die Welt in Ordnung. Doch einmal im Jahr herrscht für gut 5 Tage der Ausnahmezustand. Seit über 30 Jahren strömen Triathleten aus der ganzen Welt in die Region, um sich auf der schnellsten Langdistanzstrecke der Welt zu beweisen. Natürlich durfte das „best old race“ nicht ohne braun-weiße Beteiligung ablaufen.

Motiviert von guten Ergebnissen in meinen Testwettkämpfen machte ich mich also auf den Weg nach Bayern, um meine selbst auferlegte Mission – „die 12Stunden-Marke zu knacken“ – anzugehen. Im Vergleich zu meinen beiden Ironman-Rennen 2007 und 2008 hatte ich diesmal auch ein verdammt gutes Gefühl am Wettkampftag. Von Nervosität war (fast) keine Spur. Und während sich andere Triathlschwimmausstiegeten vor dem Start im Understatement übten und nur irgendwie ankommen wollten, war für mich klar – ich lass es heute krachen! Schließlich wollte ich nicht umsonst 6 Monate lang intensiv trainiert, meinen Körper wie einen Tempel behandelt und auf jeglichen Tropfen Alkohol verzichtet haben.

Pünktlich um 7:25 Uhr ging es dann für mich mit der achten Startgruppe los auf die 3,8 km lange Wendepunktstrecke im Main-Donau-Kanal. Auch wenn ich beim Schwimmen das Gefühl hatte, ich hätte Blei in den Armen, kam ich nach 1:25h aus dem Wasser und lag somit genau im Plan.

Der Wechsel verlief reibungslos, und so ging es für mich auf die 180 km lange Radstrecke. Obwohl mir Radfahren Spaß macht und ich mit meinen Rad auch absolut zufrieden bin, ist und bleibt es doch meine Sorgendisziplin. Irgendwie ist bei mir nach gut 100 km immer der Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr so richtig Lust habe weiterzufahren. Dann machen sich Rückenschmerzen immer stärker bemerkbar und ich mache mir immer mehr Gedanken, ob stundenlanges Radfahren so gut ist, wenn man noch keine Familie gegründet hat. Dementsprechend froh war ich auch, als ich nach 5:50 h und damit 10 min. vor meiner geplanten Radzeit in der zweiten Wechselzone ankam.

Durch selbige flog ich dann auch nahezu und machte mich auf zu meiner „Paradedisziplin“: dem Laufen. Auch wenn ich mir anfangs selbst immer wieder sagte, es ruhig angehen zu lassen, wurde diese Besonnenheit schnell abgelegt. Meine Renntaktik war jetzt eigentlich, einen möglichst großen Zeitpuffer heraus zulaufen, um dann irgendwann auf der Strecke ein- und/oder zusammenzubrechen. Doch der erwartete Einbruch blieb aus. Und so motivierte ich mich von Kilometer zu Kilometer mit dem Gedanken an eine Zeit von unter 12 h und einen Sub-4-h-Marathon. Den Zieleinlauf habe ich dann bei strahlenden rad-solarerbergSonnenschein so richtig genossen. Und wenn ich schon nicht im braun-weißen Einteiler das Rennen bestritten habe, so hat mir doch meine Mutter wenigstens eine große Totenkopffahne gereicht, mit der ich dann Ins Ziel einlief. Wie immer ein unbeschreibliches Gefühl. Im Ziel hat mich dann auch mein Vater direkt mit einem Astra empfangen. Das perfekte Finish sozusagen und mit 11:10:37 doch mehr als deutlich unter 12h.

An dieser Stelle nochmal vielen Dank an meine Eltern, die sich immer wieder an verschiedenen Streckenpunkten platziert haben, um mich anzufeuern. Besonderen Dank auch an Peter und Frau aus Halle, die sich am Sonntag um 3 Uhr früh auf den Weg nach Roth gemacht haben. Und natürlich auch vielen Dank an alle, die mir die Daumen gedrückt haben und bei meinen Rennen mitgefiebert haben.

zieleinlaufNun hatte ich ja eigentlich vor dem Rennen gesagt, dass ich nächste Jahr keine Langdistanz mache und mich mehr aufs Studium konzentriere. Nur wäre es ja jetzt aber auch blöd, nicht zu versuchen, die 11h-Grenze zu brechen …

PS: An dieser Stelle auch nochmal schöne Grüße an Jens, meinen Wechselzonennachbarn mit den bunten Haaren. Und auch schöne Grüße an den Mitarbeiter von RePower, dem ich schon in Ferropolis begegnet bin und mit dem ich es wieder verpasst habe, im Ziel ein Bier zu trinken.

Matthias aka „Mättz“

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