Ironman Regensburg ist braun-weiß

Premieren sind ja gerade im Ironman-Bereich eher selten und so durfte die des Ironman Regensburg natürlich nicht ohne braun-weiße Starter stattfinden. So gab Harm in seiner alten Heimat sein Comeback auf der Langdistanz und ich wollte sehen ob ich die 11h-Marke knacken kann.

Pünktlich um 7 Uhr stürmten fast 2.000 Verrückte den eher kleinen Guggenberger See und verwandelten selbigen in eine riesige Waschmaschine. Es hat gut 1km gedauert bis ein normales Schwimmen notwendig war. Trotzdem hatte ich ein gutes Gefühl, nur zum Schluss fehlte mir etwas die Kraft in den Armen. Aber egal. Am Ende war ich nach 1:21h aus dem Wasser und lag damit nur 1min hinter meiner prognostizierten Schwimmzeit.

Ich bin der mit der gelben Badekappe, Harm der andere...

Den ersten Wechsel habe ich trotz widerspenstiger Kompressionsstrümpfe unter 3min geschafft und so machte ich mich voll im Zeitplan auf die 180 Radkilometer. Und die Radstrecke hatte es in sich. Knapp 1.400 Höhenmeter auf zwei Runden sind schon nicht schlecht. Allerdings nicht etwa gleichmäßig verteilt sondern größtenteils im ersten Streckenabschnitt. Und so ging es nach 12km lockerem Einrollen direkt mal 16km fast nur bergauf. Belohnt wurde die Kletterei mit „nur“ 6km rasanter Abfahrt, bei der Geschwindigkeiten jenseits der 70 keine Seltenheit waren. Die zweite Streckenhälfte war zwar eher flach mit ein paar kleinen kurzen Ansteigen, aber dafür sehr windanfällig. Vor allem auf der zweiten Runde kam ein doch recht starker Wind auf. Aber Gegenwind formt ja bekanntlich den Charakter und so verlor ich auf der zweiten Radrunde nur 12min auf mein Zeitziel. Harm hämmerte mit seinen Waden eine Radzeit von 5:08h hin und legte damit den Grundstein für seine Zeit von 10:42h.

Mit Scheibe und Socken die Straßen rocken.

Nach 5:42h erreichte ich endlich die zweite Wechselzone. Die wurde schnell durchlaufen und ab ging’s in die Regensburger Innenstadt. Und was da abging war echt genial. Regensburg hat zwar (noch) keinen Solarer Berg oder Heartbreak Hill, aber in der Innenstadt herrschte eine wahnsinnige Stimmung. Und als Weltpokalsiegerbesieger wurde man direkt doppelt so stark angefeuert. Insgesamt mussten 4 fast schattenlose Runden bewältigt werden. Mittlerweile zeigte das Quecksilber 29/30 Grad an und ich war froh über die perfekt aufgebauten Verpflegungsstationen. Auf den ersten zwei Laufrunden war ich auch noch gut auf Kurs für eine 3:30-3:45 Zeit, doch dann kam ein Einbruch den ich so auch noch nicht erlebt hatte. Zu Beginn der dritten Laufrunde wurde es mir immer heißer, dazu kam ein Schwindelgefühl und Schüttelfrost. Nach ein paar Meter gehen und einen erneuten Laufversuch wäre ich beinahe in die Knie gegangen, so wackelig waren meine Beine. Was war passiert? Flüssigkeit hatte ich genügend zu mir genommen und Salz auch, da war ich mir sicher. Nach ein paar Kilometern Wanderschaft hatte ich den Fehler gefunden. Ich hatte einfach zu wenig Energie zu mir genommen. Oder anders ausgedrückt: ich Depp hab vergessen meine Gels zu nehmen. Zwischen Kilometer 10 und 30 habe ich nur Wasser und Cola zu mir genommen. Das war einfach definitiv zu wenig. Ärgerlich war’s auf alle Fälle aber am Ende konnte ich die Zeit wenigstens noch unter 12h retten. So stoppte die Uhr bei 11:53:49h und ich bin wieder um eine Erfahrung reicher.

Merke: Wer wandert kann die Verpfelgungsstellen viel intensiver nutzen. Toll!

Was bleibt noch zu sagen? Es gibt keine leichten Ironman-Rennen, aber Regensburg ist auf alle Fälle eine anspruchsvolle Strecke. Das zeigt auch die Zahl von über 200 Athleten die nicht das Ziel erreichten. Außerdem hätte ich nie gedacht, dass eine Premiere so gut ablaufen kann. Sicherlich hat der IM Regensburg noch Verbesserungspotenzial, aber am Wettkampftag selbst war die Orga an einigen Stellen schon jetzt besser als bspw. Roth. Besonders die vielen Wettkampfrichter auf der Radstrecke waren echt klasse. Es bildeten sich zwar immer wieder kleine Grüppchen, aber die Kampfrichter griffen eiskalt durch. Teilweise hatte ich das Gefühl das mehr Athleten mit Zeitstrafe unterwegs waren als ohne. Von daher ein toller Wettkampf, Zeitziel hin oder her.

PS: Angeblich soll nächstes Jahr die zweite Auflage wieder mit braun-weißer Beteiligung ablaufen…

Mättz kann aber auch laufen, wenn er will…

Die schnapp ich mir auch noch… – Harm auf der Radstrecke

„Wo bleibt Mättz denn nur…?“ – Harm und seine beiden Kurzen auf dem Weg zur After-Race-Party.

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