Ironman Frankfurt – Erics erste Langdistanz

eric1Da man sich heutzutage leider nicht mehr spontan zu einer Langdistanz anmelden kann, stand schon seit letztes Jahr Juli fest, dass ich für den IM in Frankfurt zumindest angemeldet war. Den endgültigen Entschluss hatte ich dann letztes Jahr Ende August nach einer erfolgreichen MD in Ratzeburg gefasst. Der Entschluss führte unweigerlich dazu, dass ich dieses bisher verschwiegene Vorhaben auch meiner Frau beichten musste. Denn ich wusste, sie wird diejenige sein, die am meisten darunter leiden wird. Nach einer ersten Überraschung kam dann aber auch das OK – worüber ich mich sehr gefreut hatte und wofür ich immer noch sehr dankbar bin. Die erste Hürde war überstanden.

Ab November trudelten dann alle vier Wochen neue Trainingspläne bei mir ein, von Ralph Schmitz, der schon einige Anfänger erfolgreich durch die erste Langdistanz gebracht hatte. Vielen Dank dafür, Ralph (falls Du als Kaifuaner dich mal auf fremde Seiten verirrst). Für mich persönlich als einer, der noch nie länger als zwei Stunden gelaufen war, stand natürlich das Laufen im Mittelpunkt. Zum Glück ist Ralph jedoch ein Verfechter von Koppeltrainings mit nicht ganz so langen Läufen anstelle von den sagenumwobenen 3-Stunden Läufen, von denen man ein bis zwei gemacht haben sollte. Somit bin ich bis zum Renntag nie länger als zwei Stunden gelaufen (wobei ein allerletzter 2 1/4 Sunden Lauf am Ende wegen Krankheit noch ausgefallen ist). Ansonsten war das Training maßgeblich geprägt von den Koppeleinheiten am Freitag und am Samstag, einem langen Lauf, einem 90 minütigen Schwimmtraining und sonst noch ein bisschen Kleinkram. Ich hatte mit meiner Frau vereinbart, dass der Sonntag uns gehört, was ich auch sehr genossen hatte. Ein Tag, an dem man einfach gar nichts machen muss, nicht arbeiten und auch nicht trainieren, dass muss sein. Was allerdings am Ende zu sehr langen Freitagen führte, nach einem Arbeitstag sich abends noch zu einer drei- oder vierstündigen Koppeleinheit durchzuringen, war manchmal ganz schön hart.

Für die letzten drei bis vier Monate hatte ich dann auch alles andere dem Training hinten an gestellt. Aus einem anfänglichen „ein bisschen Bier weniger abends“ wurde ein „ich trinke zur Zeit gar nichts“. Denn irgendwie hat „ein bisschen weniger“ nicht geklappt. Alles in allem habe ich versucht, den Trainingsplan gewissenhaft zu erfüllen. Gewissenhaft hört sich immer ein bisschen blöd an, hat aber letztendlich dazu geführt, dass ich mit ruhigem Gefühl an den Start gehen konnte, auch wenn ich drei Wochen vor dem Rennen für 10 Tage noch mal pausieren musste. Da habe ich dann aber besonders davon profitiert, dass ich in den Wochen vorher das Training konsequent durchgezogen habe.

eric2Dann kam DER Tag. Nach einem etwas hektischen Einchecken und Vorbereiten kam ich gerade noch rechtzeitig zum Start ins Wasser. Dann begann eine 75 minütige Rangelei. Da anscheinend die Mehrzahl der Teilnehmer sich in diesem Zeitrahmen befindet, war mein Eindruck, dass sich ein Riesenpulk von Schwimmern vom Anfang bis zum Ende durch das 24,5° warme Wasser bewegte. Überstanden und zufrieden. Dann begann der ersehnte Teil. Knapp sechs Stunden Radfahren und Gedanken baumeln lassen, geprägt von den stündlichen Höhepunkten, zwei Tucs. Die waren bei all dem süßen, klebrigen oder flutschigen Zeug eine willkommene Abwechslung. Ich wäre lieber noch ein bisschen länger gefahren als mit dem Laufen anfangen zu müssen, aber das kann man sich nicht aussuchen. Als ich die ersten 10km knapp unter eine Stunde geschafft hatte und die zweiten in einer Stunde, hatte ich ein ganz gutes Gefühl, auch wenn jetzt nach zwei Stunden die Premiere begann. Die beiden nächsten Runden wurden zwar auch alle ein bisschen langsamer aber letztendlich kam ich dann nach weiteren 4 1/4 Sunden durch Ziel. Über diesen Moment hat man schon genug gelesen. Ich kann nur sagen – es stimmt alles.

Habe ich jetzt Blut geleckt? Ja, schon ein bisschen. Jedoch ist der Preis, d.h. der Aufwand dafür für mich zu hoch. Wie oft zog mir der Geruch von Grillwürstchen beim Laufen an der Elbe durch die Nase, wie oft hätte ich nicht auch gerne die Woche am Freitag abend an der Elbe mit ein paar Bierchen ausklingen lassen, wie oft fielen einem die Augen bei Feiern Samstag früh abends zu, wie oft …..

eric3Trotzdem hat es sich für dieses eine Mal gelohnt. Leider konnte ich nicht in unserem tollen Dress starten. Irgendwie scheint Pearl Izumi lange dünne Menschen nicht so ganz auf der Reihe zu haben. Entweder es ist zu weit oder es kneift im Schritt. Es tat mir im Herzen weh!

Eric

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