Ein (fast) perfektes Wochenende….in RZ

Am Samstag sind wir, dass waren meine Freundin, Ihr Vater und unser Hund Paul mit dem Wohnmobil in Richtung Ratzeburg gestartet und wir „freuten“ uns schon auf das angesagte regnerische Wetter.

Wir standen, wie jedes Mal bei meinen bisher 4 Starts in RZ, direkt auf dem Wohnmobilstellplatz am Hallenbad. Von dort erkundeten wir nachmittags die Stadt und verbrachten eine ganze Zeit beim Musikfest des DRK-Kreisverbandes, bei dem ein Shanty-Chor Seemannslieder schmetterte. Dort war es wirklich voll und ganze Busladungen von Ausflüglern bevölkerten den Marktplatz bei Kaffee + Kuchen, Bratwurst + Pommes, usw. Ich begnügte mich mit einem leckeren Stück Streuselkuchen, die anderen aßen Bratwurst, die ich ohne Triathlon auch viel lieber gegessen hätte… 😉 .

Später gings für mich die Startunterlagen holen sowie zur Wettkampfbesprechung, wo ich sogleich auf Johanna und Heino, die wie ich aus Uelzen stammen, traf. Dann kam Dirk auf mich zu, stellte mich Christoph und Olaf vor und die Drei erzählten mir, dass Sie Abends das St. Pauli-Spiel in einer Kneipe schauen wollten. „Guter Plan“ dachte ich, doch leider hatte ich kurz davor Karten für die Pasta-Party gekauft und nicht im geringsten daran gedacht, dass es auch in Ratzeburg Kneipen mit SKY geben könnte… 😉 . Die Pasta-Party war wie immer echt fantastisch, ich schlug mir so richtig den Bauch voll, damit ich Sonntag auch genügend Körner im Speicher haben würde. Auf dem Verdauungsspaziergang danach trafen wir kurz auf Dirk, Olaf und Christoph, die, verständlicherweise etwas bedröppelt, nach der Niederlage auf dem Weg zu Ihrer Unterkunft waren. Das war der erste nicht so ganz perfekte Teil des Wochenendes. Im Anschluss lenkten wir uns mit einer Runde Skat von den heraufziehenden Regenwolken ab und gegen 22 Uhr klettere ich in die Federn.

Der Wettkampftag begann  um 5.30 Uhr mit meinem Nutellafrühstück und starkem Kaffee. Als ich die Nase das erste Mal aus der Tür streckte fühlte ich mich irgendwie fröstelig und wusste noch nicht so recht, ob ich wirklich Lust auf den Wettkampf haben sollte. Zum Glück hatten die Schauer der Nacht aufgehört, sodass ich dann doch frohen Mutes meinen Platz in der Wechselzone bezog. Weil ich mit den Vorbereitungen etwas trödelte musste ich mich sputen, um noch 3 min Einschwimmen zu bekommen, bevor es für mich losging. Nach dem Start hatte ich ein paar Probleme mit dem Neo, konnte Ihn aber mit einem kräftig Ruck am Kragen zum richtigen Sitz bewegen und fand dann recht gut in meinen Rhythmus. Unterwegs schluckte ich aufgrund des Wellenganges einiges an Wasser, was mich aber nicht weiter störte, da das Wasser im Küchensee ziemlich sauber ist und gar nicht mal so schlecht schmeckt J. Nach ca. 32 min kam ich an den Strand, kurze Zeit später stellte ich fest, dass ich zur nächsten Saison auf jeden Fall Wechseltraining machen muss! Erst wollte ich den Neoärmel über meine Hand ausziehen, vergass dabei in der Hektik aber, dass ich noch meine Badekappen und Schwimmbrille in derselbigen trug… Dann wollte ich unsere Newline-Fahrradjacke überstreifen und stellte fest, dass nasse Arme und Hände nicht sehr gut durch den Stoff der Jacke gleiten und steckte sozusagen fest. Ich überlegte kurz das Teil wieder auszuziehen, beschloss dann aber mir die Zeit zu nehmen. Ich brauchte insgesamt bestimmt 1 min 30, bis ich fertig war und habe dabei mit einigen Verrenkungen ziemlich bescheuert ausgesehen glaube ich.

Auf der Strecke, nach einem zweiten Energieriegel und ISO-Frühstück, fühlte ich mich zunächst nicht sehr gut und dachte schon, dass das heut nicht mein Tag wird. Es schossen etliche schnellere Radler an mir vorbei und meine Tachonadel wollte irgendwie nicht deutlich über die 30 Km/h steigen. Als ich das erste mal in den Genuss von Rückenwind kam verstand ich auch warum das am Anfang so war… von da an wies ich alle negativen Gedanken von mir und trat einfach in die Pedale. Am Ende brauchte ich ca. 2h20min Fahrzeit für die 78Km und lag sogar genau auf dem Kurs, den ich mir vorher ausgedacht hatte. Spätestens ab da, war ich mir sicher, dass es ein (fast) perfekter Wettkampf würde. Der Wechsel zum Laufen war wieder etwas holprig, denn ich fühlte meine Füsse kaum, als ich die Socken darüber streifte. Da ich die Laufstrecke schon kannte wusste ich sehr genau, was nun vor mir lag – Eine Strecke gespickt mit Anstiegen und Bergabpassagen, die sich ziemlich anspruchsvoll nennen darf – Dabei passte bei mir fast alles und ich überholte einen Läufer nach dem Anderen. Nach ca. 9 Km ging die Strecke zurück in Richtung Stadt und Wechselzone und wir kamen von Waldwegen zurück auf den Gehweg. Dort hupte mich ein Auto an, ich dachte das wäre ein St. Pauli Anhänger, dem unser cooler Einteiler gefällt, aber weit gefehlt, es waren meine Eltern, die mich überraschen wollten und pünktlich wie die Maurer in RZ eintrafen. J Auch auf der zweiten Runde konnte ich weiter Druck machen und weitere Plätze gut machen. Im Vorfeld hatte ich mir insgeheim eine Zeit von unter 4h30 vorgenommen, die ich bis auf ein paar Sekunden erreichte (mit Wechseltraining hätte es geklappt…). Nichts desto trotz bin ich vollauf zufrieden mit dem Ergebnis und bekam im Ziel eine verdiente Belohnung von meiner Freundin, ein großes Softeis mit Schokostreuseln!! J

Kurze Zeit später und nach einer erfrischenden Dusche, sowie einem Kaffee mit meinen Eltern, fuhren wir dann auch schon nach Haus, da an dem Tag auch noch eine andere Vereinsveranstaltung in unserem Heimatdorf stattfand. Abends stellten wir fest, dass wir besser noch etwas gewartet hätten, denn ich wurde Dritter in meiner AK TM30 und war davon ziemlich überrascht, da ich soviele starke Athleten vor mir vermutete. In der Gesamtwertung wurde ich mit der Leistung 33. in 4:30:44. Darauf ließ ich dann mit meiner Familie die Korken knallen, ich ging zum Kühlschrank und holte ein paar Astras, die wir uns genüsslich auf das (fast) perfekte Wochenende gönnten. Glückwünsche an alle anderen  Pauli-Finisher und Respekt vor jedem Einzelnen davon, für die gezeigten Leistungen!!

Lg

Torben

weitere Bilder folgen…der upload will nicht 🙁

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