Der Flüchtling Walter Benjamin – Szenische Lesung

»Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen. Er kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Pass niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird. […]«

Bertolt Brecht: Flüchtlingsgespräche. 1940ff geschrieben, 1961 aus dem Nachlass veröffentlicht

Die Exilzeit des Schriftstellers Walter Benjamin (1892-1940) wurde uns am 8. November 2017 von Andrea Weitzel, Juana Bienenfeld, Wolf Frass und Eberhard Hübner in einer Lesung in den Fanräumen nahe gebracht. Benjamin versuchte vergeblich in Frankreich Fuß zu fassen. Die Bücherwelten waren sein einziger Halt, Briefkorrespondenz mit Freunden in Übersee seine wichtigsten Gesprächspartner. Er starb auf dem Weg nach Portugal in Spanien durch eigene Hand.

In einer Collage aus Briefen, Romanen und Zeitzeugnissen entstand ein Zeitbild einer vergangenen und doch so aktuellen Epoche: Der Mensch auf der Flucht. Die vier Interpreten konnten auf eindrucksvolle Weise die Verzweifelung und Absurdität von Vertreibung und Exil vermitteln. Der Abend wurde nie lehrsam-langweilig, sondern blieb stets spannend, auch wenn uns kein Happy-End versöhnlich entließ.

Etwa 35 Zuhörer lauschten gebannt den Ausführungen. Alle waren sich einig, ein gelungener Abend, der gerne wiederholt werden darf.

Der Spendentopf brachte 166 Euro für Nestwerk e. V. Vielen Dank!

 

 

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