Amazonas des Nordens-Wakenitzman 2011

Wakenitzschwimmen 2011


Ahoi,

nachdem ich es zur Vorbereitung zumindest zweimal durch den Woblitzsee geschafft hatte (oben ein Bild von meiner original Baywatch-Boje), war es Zeit das nasse Zelt abzubrechen und zur Wakenitz zu fahren.

Am Vorabend des Wakenitzmans bezogen wir Quartier im Jugendheim Rothenhusen in direkter Startnähe. Wer sich noch an seine ersten Klassenreisen in deutschlands Jugendherbergen erinnern kann hat eine ziemlich genaue Vorstellung unseres Domizils.

Klassischer 50er Jahre Stil gepaart mit rustikaler Küche und ebensolchen Ordnungsrufen des privaten Herbergsvaters…

Aber so könnte die ganze Familie für unter 50 € die Nacht im trockenen verbringen und dichter am Start geht nicht. Nachts kehrte dann das bereits aus M-V bekannte Wetter zurück und lies auf dem Vorplatz eine Miniatur Seenplatte entstehen, ich glaube Mutter Natur hat einen ausgeprägten Sinn für Ironie.

Kurz nach dem frühen aufstehen verweigerte mein Magen wie vor Wettkämpfen gewohnt mal wieder die Nahrungsaufnahme und so konnte ich vor der Tür im strömenden regen das restliche Team erwarten, ausser Hans und mir als Schwimmer waren das Willi und Jonas als Paddler und Wiebke als Kinderbetreuung (DANKE!).

Auf der Wettkampfbesprechung betonte Organisator Bernd nochmal die Sicherheitsregeln und versprach jedem der abbrechen muss einen Startplatz im nächsten Jahr, den die Bedingungen waren die widrigsten ever und lieber im nächsten Jahr erneut starten als von der DLRG aus dem Wasser gezogen werden.

Pünktlich zum Start hielt der Regen vorerst inne und Hans ging begleitet von Willi und Jonas auf die ersten 7km.

Für mich hieß es jetzt das Geraffel zusammen zu sammeln und mich auf den Weg zum Wechselpunkt zu machen, das wetter hat die Startnervosität abgeschüttelt und öffnete wieder die Schleusen…wodurch die Foto Quote wieder rapide gegen null sinkt.

Am Fährhaus Müggenbusch schälte ich mich dann in den Neo und sortierte mich in das aufgeregt schnatternde Grüppchen Staffelschwimmer, da zog bereits der führende Einzelschwimmer mit Bugwelle vorbei. Ein Mann namens BARSCH! der die 14km in unter 3h hinter sich liess, für mich dauerte es noch eine Weile bis ich unser Boot erkannte und mit Hans Staffelbadekappe gegen Badelatschen tauschte.

Hatte ich mir in der Wartezeit noch Gedanken um die Wassertemperatur gemacht wurde ich jetzt angenehm überrascht, die 18 Grad im Wasser  fühlten sich bei  etwa gleicher Aussentemperatur doch angenehm an.

Während des Schwimmens folgte in den engeren Abschnitten das Boot mir und in den weiteren Ausbuchten paddelten Willi und Jonas vorweg und zeigten mir so die Ideallinie durch die Wakenitz, die mit ihren bewaldeten Auen nicht nur dem Fischotter Heimat bietet sondern auch wirklich etwas vom Amazonas hat.

Mir entging die Landschaft aber zum Grossteil den bis aufs atmen und Orientierungsblicke ging mein Blick doch meistens ins grüne Wasser, ab und zu mal ein gel und die Überlegung ob ich nach der Reststrecke fragen soll oder lieber nicht.

Langes schwimmen scheint auch die Wahrnehmung zu verändern, so konnte ich wirklich Geschmacksunterschiede im Wasser ausmachen. Von teerig unter der Eisenbahnbrücke über leicht brackig in den breiteren Abschnitten bis zu frisch in den Regenwasserzuflüssen, das wär doch was für Wetten das?

Ausser einem passierendem Ausflugsboot gab es dann auch keine besonderen Vorkommnisse und auf der Reststrecke konnte ich noch ein paar Schwimmer einsammeln. Der letzte Kilometer zog sich dann schon durch die Aussenbezirke von Lübeck bis die gelbe Ausstiegsboje an Flussbad Falkenwiese in Sicht kam und ich den Zielkanal erreicht hatte.

Beim Ausstieg hat es mich dann fast auf den Steg gehauen, nach über 2h Wasserlage und ständigen Kopfdrehen war mein Gleichgewicht noch nicht mit mir aus dem Wasser gekommen. Nach 4h und 52min hatten wir die 14km als 18. Staffelteam hinter uns gebracht und nach ein paar Minuten der schweigsamen Sammlung ( irgendwie muss ich mich im Ziel immer erst mal sortieren) waren Hans und ich und einig das dies wohl nicht die letzte Teilnahme war.

Unser Dank gilt den Begleitpaddlern Willi und Jonas, Wiebke und den Organisatoren vom Tri Sport Lübeck.

Wer sich fürs längere schwimmen begeistern kann, dem sei der Wakenitzman als glänzend organisierte Veranstaltung mit  familiären Charme, den eigentlich auch nur so eine ehrenamtliche Orga haben kann, wärmstens empfohlen.

Aber wehe ihr schnappt mir meinen Startplatz weg…

Nach dieser trainingsfreien Endzeit lass ich den Ostseeman doch mal sachte kommen.

lg Larsen

zum Schluss noch die beiden Bilder die Jutta verlinkt hat, vielen Dank…

 

 

 

 

 

 


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