Trainingslager März 2013: Königsetappe

Auf dem Höhepunkt der sportlichen Dramaturgie des Mallorca-Trainingslagers hiess es “ab ans Eingemachte” für drei Mutwillige: Tour von Paguera über Inca zur Sa Calobra, zurück über Soller – laut Angaben der Radpiraten, die das ganze schon hinter sich gebracht hatten, 195 Km und 3500 Höhenmeter. Hell, yeah!

Mit ausreichend Proviant versehen wurde um 8:30 Uhr gestartet (siehe Bild). Gutes Wetter, gute Beine und guter Kaffee, der zu langen Pausen einlud, machten die Fahrt bis zum Einstieg in die “Serra de Tramuntana” – dem Gebirgszug an der Nordküste Mallorcas, der einen Grossteil der Höhenmeter dieser Tour stellt – zu einem gutgelaunten und ausgiebigen Einrollen. Der erste Anstieg liess dann noch mit sich reden: ca. 600 HM auf 14km – anstrengend, aber durchaus zu bewältigen, vor allem mit der Aussicht auf einen Kaffee an der Gipfeltanke. Eine Pause später ging es dann weiter durch eine beeindruckende Bergwelt und nach einem letzten knackigen Anstieg war die Abfahrt zur Sa Calobra – der beeindruckenden Serpentinenab- und vor allem wiederauf-Fahrt über 10km mit 780 HM – erreicht. Leider wurde an dieser Stelle klar: Drei Kaffeepausen waren zweieinhalb zu viel und so wurde nach kurzer Diskussion beschlossen: Die Calobra muss aufgrund von Zeitmangel bis zum nächsten Jahr warten. Also weiter in knackigen Serpentinen rauf zum Puig Major und dann in einer atemberaubenden 15-Km-Abfahrt ganz runter nach Soller. Und dort… na? Erst mal Kaffeepause! Diesmal jedoch weniger aus Genussgründen, sondern um ernsthafte und notwendige Regeneration zu betreiben: Alle waren kräftemässig bereits gut bedient, es war noch ein gutes Stück bis nach Hause und mit dem Col de Soller noch ein weiterer echter Berg zu bewältigen. In dessen noch recht flacher Anfahrt dann erst mal eine Motivationsbremse der besonderen Art: Während Autofahrer den Berg bequem in einem Tunnel durchfahren durften, wurden Radfahrer mittels eines riesigen Leuchtschildes in die Abzweigung zu einer steilen Serpentinenauffahrt geschickt. Diese forderte mit ihren 500HM dann auch tatsächlich noch mal alles, belohnte schliesslich aber mit einer grandiosen Aussicht über die Ebene Richtung nach Hause. Mit den letzten Wasser- und Gelreserven gestärkt ging es dann zügig in Richtung Paguera, wo sich am so genannten “Hauspässchen” noch ein bizarres und von allen unerwartetes Rennen abspielte: Irgendwer der längst bis ans Limit erledigten Drei trat – unklar ist, ob aus Spass sportlichem Ehrgeiz – auf einmal das Tempo an. Mit der Folge, dass der Gipfel in Rekordtempo und am Ende jeglicher Kräfte erreicht wurde. Der letzte Rest der Tour war dann Rollen im Dunkeln, Ankunft nach 20:00 Uhr. Das absolute Highlight des Tages: Nette Menschen hatten für verlängertes Abendbuffet gesorgt – Danke noch mal an der Stelle!

Fazit: Landschaftlich eine absoluter Hammer mit sehr zähen Anstiegen und ebenso langen Abfahrten. Tolle, aber in der frühen Vorbereitung sehr brutale Tour.

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