Torsten beim Tri-Island-Triathlon

11908094_1161368877211183_953656194_nUnser Triathlet Torsten war bei dem neuen Event-Triathlon eines großen und besonders von unserem Verein geliebten österreichischen Brauseproduzenten. Lest hier seinen Wettkampfbericht!

Ich hatte durch meine Lebensgefährtin das Glück, dass ich schon etwas vorher auf Sylt war und auch schon etwas im Salzwasser schwimmen konnte. Also gut vorbereitet ging es am Samstag mit dem Einchecken der Räder und Klamotten in Dagebüll los. Wir mussten 4 Kleidersäcke packen. Da muss man sich ja natürlich immer überlege, was man in die Beutel rein packt. Das Wetter kann ja doch sehr wechselhaft sein! Aber dazu später mehr. Fahrrad und Beutel wurden nach Föhr gebracht. Es ist schon eine logistische Mega-Aufgabe, die der Veranstalter bravourös gemeistert hat.
Sonntag ging es dann mit dem Zug von Westerland nach Niebüll und dann nach Dagebüll, wo die ganze Meute auf die Fähre, die zunächst nach Föhr fuhr und dann nach Amrum. Da hatten wir ein eigenes Deck für uns und konnten uns mit Brötchen, Müsliriegel, Tee und Kaffee stärken. Daniel Unger hat dann die, sehr humorvolle Wettkampfbesprechung hielt.

Zuvor hatte ich von der Schwimmstrecke eher dein Eindruck eines Ententeichs mit ein paar Sandbänken, die auch einige Laufeinheiten versprachen…
Nach der Abgabe der Straßenklamotte und dem Überziehen des Neos ging es dann geschmeidige 2 Km zu Fuß zum Start. Dort angekommen, hatte sich der Himmel ziemlich zugezogen und der Strand des Schwimmausstieges, an den wir uns halten sollten, war nur noch schemenhaft zu erkennen. Dann erfolgte der eindrucksvolle Start und von Ententeich oder Sandbänken war nichts zu sehen. Wir mussten doch wirklich schwimmen. Aber ich fand schnell meinen Rhythmus und konnte mich aus der gröbsten Klopperei gut heraushalten. Also, nicht auf die Uhr gucken und weiter. Doch plötzlich bei rauer See und ungefähr auf der Mitte der Schwimmstrecke, sah ich nur noch Wellen! Kein Strand! Kein anderer Schwimmer! Das Wasser war flach genug, dass ich mich hinstellen konnte und mit dem Kopf so gerade aus dem Wasser gucken konnte. Nach etwas Herumirren, erkannte ich, dass ich etwas links abgedriftet war. Ich versuchte wieder auf Kurs zu kommen, musste aber gegen die Strömung kämpfen und gelang nicht so recht vorwärts. Dabei traf ich auch einen anderen Triathleten, der schon sehr in Panik geraten war. Ich versuchte ihn zu beruhigen (wir saßen ja beide im „selben Boot“) indem ich ihn zurief: Komm wir paddeln da jetzt zusammen rüber! Dabei ist aber zu sagen: Ich fühlte mich nicht unsicher, weil überall Boote, DLRG immer zu sehen war. Der Veranstalter wollte ja ursprünglich eine Bojenkette rüber ziehen. Da es wohl aber im Vorfeld kritische Stimmen bzgl. des Wettkampfes an sich gab, konnten die schnellen Schwimmer sich lediglich an das Führungsboot orientieren. Der Durchschnittsschwimmer hatte aber keine Chance dazu – ich jedenfalls nicht. Irgendwann hatte ich keinen Bock mehr und sah einen Deich, der viel schneller zu erreichen war als der eigentliche Schwimmausstieg. Also rief ich einen Surfbrett-Ordner heran und fragte, ob ich auch da zur Wechselzone gelangen konnte. Ein Speedboot-Fahrer gab dann die Order: „Ja, alle bloß raus aus dem Wasser“. Es war zwar kein Hai zu sehen, aber irgendwas schien da nicht gerade richtig zu laufen.

Ich also raus und kämpfte mich über Steine, Schlick und Teer nach oben auf den Deich. Auf dem Deich merkte ich dann, dass ich bestimmt gefühlt einen Kilometer vom Strand entfernt war. Das bestätigte dann auch die Pulsuhr, die nicht wie geplant 2,5, sondern 3,58 Km anzeigte. Das hieß erst einmal eine längere Joggingeinheit zur Wechselzone … mit Neo. Naja, man hatte wenigsten Zeit ihn in Ruhe bis auf die Hüfte auszuziehen! Total geil war dafür, diese unfassbaren Menschenmassen, die unfassbaren Alarm machten. Dazu und das hab ich auch noch nicht erlebt, hatte jeder Teilnehmer seinen eigenen Helfer. Nachdem man seine Startnummer preisgab, wurde man dann zum Rad begleitet und der Beutel wurde schon einmal geöffnet. Auch wenn ich insgesamt länger für die Schwimmstrecke brauchte, war ich mit 1:09 Stunde noch gut bedient. Das Besondere bei diesem Rennen war ja, dass es aufgrund der bevorstehenden Tide einen Knockout-Modus gab. Nach 2:50 Stunden für Schwimmen und Radfahren würde man kein Shuttleboot mehr kriegen, welches einem nach Sylt zur Laufstrecke bringen sollte. Das war natürlich auch noch einem ein besonderer Reiz, da ein „normaler“ Triathlon diese extra-Motivation nicht bietet.

Torsten ausstiegAuf der Radstrecke merkte ich erst einmal wie windig es war. Deshalb nahm ich mich auch etwas zurück, als mich die ersten Teilnehmer überholten. Normalerweise stachelt mich so etwas eher an. Dann merkte ich, dass es trotz des Gegenwindes (der uns auf ungefähr 90% der Strecke entgegen blies) bei mir ganz gut lief. Gerade als ich das dachte, wollte ich auf der zweiten Runde Gas geben und geriet mit dem Rennrad zwischen Wiese und Asphalt. Es kam zum ersten Sturz meiner Triathlonkarriere. Sofort schoss mir der wichtigste Gedanke durch den Kopf: War das Fahrrad in Ordnung?! Nachdem ich das bestätigte, mich kurz schüttelte und wieder losfuhr, merkte ich aber, dass ich mich nicht mehr auf den Aufleger legen konnte. Irgendwas war mit meinem Arm. Naja, ich brauchte ziemlich lange um wieder in meinem Rhythmus zu kommen und kämpfte schon schwer. Würde die Zeit noch für die letzten Boote reichen oder würde ich es nicht mehr schaffen?
2 Km nach dem Sturz fuhr ein Motorradfahrer an mich heran und fragte, ob ich Krämpfe hätte. Ich verneinte und erzählte, dass ich gestürzt sei. Er sagte daraufhin: „Ok, aber Krämpfe hast du nicht? Mach dir keine Sorgen. Das sieht gut aus mit der Zeit!“ Das beruhigte mich etwas. Wenn ich ihn noch einmal sehe, dann gebe ich ihm ein Bier aus. 🙂

An der Wechselzone angekommen, beruhigten mich auch die Helfer noch einmal und versicherten mir, dass ich das Ticket definitiv bekommen werde. So wechselte ich auch ganz entspannt, zog mich um und lief zum Steg, wo ich mein Ticket bekam. Zuvor griff ich noch ein paar Becher Wasser, denn langsam konnte ich das österreichischen Energiegetränk nicht mehr sehen. Leider waren die letzten Shuttle weg, weshalb wir 20 Minuten auf die nächsten Boote warten mussten. Als wir einstiegen und 12 Triathletinnen und Triathleten an Bord hatten ging die wilde Fahrt über die raue und kalte See los. Dabei zeigte sich, dass ich gut damit beraten war, meine FCSP-Tri Regenjacke an hatte. Denn viele hatten nicht an ihre „Überfahrts-Klamotte“ gedacht und schlotterten in ihren Ein- und Zweiteilern, da es so kalt war, dass mir fast die Plomben heraus flogen. Die Fahrt nach Hörnum dauerte ca. 20 Minuten, was auch der Tatsache geschuldet war, dass man einfach nicht soviel Gas geben konnte. Andernfalls wären wir wohl aus dem Boot geflogen. Mein Entschluss stand fest – ich würde mich nach der „Landung“ erst einmal vom Roten Kreuz durchchecken lassen, da mein Arm schon ziemlich weh tat. Dann standen am Ausstieg aber meine Freundin und viele Freunde, was noch mal zusätzlichen Schub gab. Irgendwann würde ich schon einen Sanitäter sehen…..kam aber nicht so. Bald ging es zur Bergpreiswertung eines Autoherstellers. Auf deren Spitze sah ich dann endlich Mitarbeiter des Roten Kreuzes, die mich ca. 10 Minuten noch einmal untersuchten. Auch wenn meine rechte Seite inklusive Oberschenkel aussah (die Veganer mögen mir verzeihen) wie Mett hatte ich mir nichts gebrochen und es konnte weiter gehen. (Anmerkung der Redaktion: Es gibt auch veganes Mett aus Puffreis und Tomatenmark … mmhhh 😉 )
Nach einer X-terra-ähnlichen Laufstrecke kam dann das Schwierigste: Die letzten Kilometer am Strand entlang. Zur Erinnerung: Der Tag ging um 7 Uhr los und mittlerweile war es 18 Uhr. Direkt am Wasser, lief es dann wider erwarten so gut, dass ich einige Teilnehmer sogar überholen, ich dann endlich das Ziel erblicken und nach einem langen Tag dann auch passieren konnte!

Fazit: Ein Event-Triathlon der besonderen Art. Sowohl der Support, als auch die Unterstützung der vielen Helferinnen und Helfer war grandios. Der Wettkampf ist irgendwie ein Mix aus Cross-, OD- und MD-Triathlon, der großen Spaß gemacht hat. Es gab zwar auch am Ende noch Zielverpflegung und Party, aber ich wollte erst einmal meine Wunden lecken und nach diesem kräftezehrenden Wettkampf den Tag mit Freunden bei einem lecker Essen ausklingen lassen.

Hier noch einmal ein kleiner TV Bericht des Events:

Wer es noch etwas pathetischer mag, kann sich HIER auch den Imagefilm ansehen.

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