Stephan sieht Roth: Wettkampfbericht

Kurz vor vier Uhr Nachts gebe ich den ohnehin längst gescheiterten Versuch auf, in dieser Nacht Schlaf zu bekommen und freue mich für eine Sekunde, zumindest dem Wecker in die Parade gefahren zu sein, der unmittelbar davor stand, sein ekelhaftes Weckgeräusch in meinen Gehörgang zu bohren. Sandra schläft noch und träumt von einem ausserirdischen Wesen, das nackt in ihrem Nürnberger Hotelzimmer steht, kalte Thunfischspaghetti mit ebenso kaltem Kaffee runterspült und grinsend murmelt: „Triathlon behind the Scenes!“. Was keiner von uns weiss: Heute werden Träume wahr – welcher Art auch immer.

Um der Sache ein wenig Normalität zu geben, gehe ich duschen, auch wenn es für das, was ansteht, sinnloser nicht sein könnte. Bei der nächsten Dusche ist alles vorbei, denke ich, während es beruhigend auf mich einplätschert – und habe tatsächlich keine Idee, wann und wo das sein wird. Mein Training jedenfalls war ein Haufen Abfall. Ich war zu praktisch keinem Zeitpunkt wirklich reingekommen, hatte zu viel Sonstiges um die Ohren und war oft verletzt oder krank, wodurch zuerst der Spass litt und dann die Motivation. Zum Ende hin war es Fettstoffwechseltraining in die falsche Richtung – ich wurde unfitter, statt fitter. Dass ich nun dennoch kurz davor bin, mich zum Start zu begeben, hat zum einen mit einer gewissen Trotzigkeit zu tun (die ich mit grossem Nachdruck niemandem für die Langdistanz empfehle!) und zum anderen mit dem Support, der schon seit Tagen auf allen möglichen Kanälen zu mir findet. Aus dem klammheimlichen Plan, mich irgendwie aus der Affäre zu ziehen, ist dadurch die Devise „mit Anstand scheitern“ geworden, die mich immerhin dazu bewegt hat, wie ferngesteuert die ganze Wettkampflogistik zu absolvieren: zwischen Freitag und Samstag Abend habe ich Startunterlagen abgeholt, mehrere bunte Kleiderbeutel befüllt, mein Rad zum Übernachten auf eine einsame Wiese gebracht und mir danach beim Italiener den Rest meiner Thunfischspaghetti einpacken lassen, von denen ich vor Aufregung nur die Hälfte geschafft hatte.

Ich trockne mich ab, schlüpfe in den Einteiler, tue irgendwelche weiteren Dinge und schon sind wir im Dunkeln mit dem Auto unterwegs in Richtung Roth. 3km vor dem Parkplatz beim Schwimmstart ist bereits Stau – bereitwillig stimme ich Sandras Idee zu, das Ding per Navi zu umfahren und hoffe insgeheim, dass wir uns komplett verirren, für ein Paar Tage bei einer Art bayerischem Tom Bombadil aufgenommen werden und der Wettkampf für mich „leider“ gelaufen ist. Zuerst sieht es auch tatsächlich danach aus: Einsame Strassen, ein Bauernhof, dann ein Feldweg und schliesslich sind wir auf einem Sandweg mitten im Wald. Eine mit Nebel überzogene Lichtung zur Linken, weitere Düsternis und dann plötzlich sind wir genau auf dem Parkplatz auf den wir wollten und haben es offenbar viel besser gemacht als all die anderen.

Der Fussweg zum Schwimmstart führt über eine Brücke, von der man Wechselzone und Schwimmstrecke überblicken kann und auf der sich schon jetzt die ersten Zuschauer Plätze sichern. Die Bojen sind mittlerweile gesetzt, die letzte muss irgendwo hinter der langgezogenen Biegung sein, die der Kanal macht. Scheisse, ist das weit! In der Wechselzone angekommen leihe ich mir zuerst mal eine Pumpe und muss mich rechtfertigen, überhaupt gefragt zu haben: natürlich kriege ich die. Es ist ein erster, aber repräsentativer Eindruck der Stimmung der Teilnehmer untereinander: jeder weiss, dass hier im Alleingang nichts zu holen ist und entsprechend unterstützt man sich, wo es geht. Weil ich es drinnen vor Nervosität nicht aushalte und wegen meiner späten Startgruppe noch ewig Zeit habe, verlasse ich die Wechselzone wieder und gebe Sandra weitere Eindrücke von einem Stephan, den sie nicht kennt: Hier noch irgendwie cool zu tun, ist nicht drin, um uns herum umarmen sich Leute wie für immer und ich würde am liebsten sofort wieder abhauen. Ich tue es nicht, wir latschen planlos hin und her und treffen Matthias, der sich spontan angekündigt hatte und mir zum ersten Mal an diesem Tag versichert, dass ich hier durchkommen werde. Nett gemeint, denke ich. Aber nee, sorry…

Irgendwann beschliesse ich dann, dass es jetzt so weit ist. Ich veranstalte eine Sitzcremeorgie in meinem Gesässbereich, zwänge mich in den Neo und begebe mich zum Eingang der Wechselzone – nur leider gibt es den nicht mehr. Ich realisiere, dass ich irgend etwas früher hätte tun müssen und versuche es anderswo, komme jedoch nicht weiter, weil Zuschauer den Weg versperren: Die Profis sind soeben aus dem Wasser gekommen und jagen gerade aus der Wechselzone. Was dann passiert, ist reines Glück, wie es wohl auch dazugehört an solchen Tagen: Ich finde jemanden, der die gleiche Startzeit auf der Badekappe hat und dem es offenbar genaus so geht wie mir. In meinen Flip Flops renne ich ihm hinterher – er scheint im Gegensatz zu einigen anderen aufgescheuchten Badekappenträgern zu wissen, was er tut. Wir überklettern einen Zaun, rennen weiter, und landen in der Wechselzone. Ich gebe einem Helfer meinen roten Beutel, den ich, wie ich jetzt merke, ebenfalls vergessen habe, abzugeben, lasse mir den Neo von jemandem zumachen, fummle meine dort vergessene Badekappe aus meiner Bauchgegend wieder raus und stehe drei Minuten vor dem Start an den Stufen, die ins Wasser führen – geschafft!

Neben mir steht jemand, dessen Gesichtsausdruck mir sagt, dass er sich genauso fühlt wie ich. Ich führe meine Hand zur Brust, simuliere extremen Herzschlag, er nickt, wir wünschen uns alles Gute und dann passiert es: In der Sekunde, in dem ich meinen Fuss ins Wasser setze, weicht der nasskalte, dunkle Albtraum, der sich in mir breit gemacht hatte, einer sonnig plätschernden Badeseerealität, der eigentlich nur das Kindergeschrei fehlt. Dafür stehen am Ufer Tausende Zuschauer, die anfeuern, was das Zeug hält. Ich schwimme zur Startleine, schaue mich noch mal um und schon geht’s los.

Das Schwimmen bockt von Anfang an. Ich fühle mich wohl, mache ganz langsam, finde meinen Rhythmus und komme irgendwann auf die glorreiche Idee, alle paar Minuten ein wenig kühles Wasser in meinen Kragen zu befördern. Später gelingt es mir sogar, das in meinen Kraulzug einzubauen – die blöde Achseltipp-Übung hat tatsächlich einen praktischen Nutzen, denke ich. Ich schwimme entspannt dahin, frage mich, wo all die Aufregung geblieben ist und ehe ich mich versehe, bin ich kurz vor der zweiten und letzten Wendeboje. Ich wünsche mir ernsthaft, dass es noch weitergeht. Hätte ich die Möglichkeit, eine weitere Schwimmrunde gegen 40km Rad zu tauschen, ich wäre sofort dabei – selbst über 20 liesse sich verhandeln.

Leider bietet mir das niemand an und so lasse ich mir aus dem Wasser helfen, rufe ein völkerverständigendes „Moin Moin!“ in die vermutlich überwiegend bayerische Helferrunde und schlendere ins Wechselzelt. Die Stimmung da ist unbeschreiblich und ich realisiere erst hinterher, was diese und Langdistanz überhaupt für mich und vermutlich viele andere ausmacht: Es geht hier nicht darum, drei Disziplinen eines Wettkampfs zu absolvieren, sondern drei Wettkämpfe in verschiedenen Disziplinen – das hier ist nicht nur eine Wechselzone, sondern auch ein Zielbereich! Ich lasse mich anstecken und freue mich, das Schwimmen geschafft zu haben. Radfahren und Laufen? Erst mal egal. Geil!

Nachdem ich mir bei der letzten Ausfahrt am vergangenen Sonntag einen ordentlichen Sonnenbrand geholt hatte, will ich diesmal wortwörtlich nichts anbrennen lassen und schmiere mich von oben bis unten gründlich mit Sonnenspray ein. Ehe ich mich versehe, sitze ich auf dem Rad und werde von Sandra und Matthias verabschiedet, die in der ersten Kurve am Ausgang der Wechselzone stehen. Sandra sagt hinterher, ich hätte gegrinst wie ein Honigkuchenpferd. Ich rolle los und gucke mir gespannt an, wie mein Tacho auf Kilometer 1 von 180 springt – das muss ich einfach gesehen haben. Wobei, moment – ich werde hier doch überhaupt nicht durchkommen! Oder arbeitet irgendetwas in mir etwa ernsthaft auf dieses Ziel hin?

Egal, erst mal wieder kleinere Brötchen backen. Erstens: Laaaangsam fahren. Mittel zum Zweck: Einfach niemanden überholen, notfalls dahinter klemmen und abwarten. Geiler Plan – ich rolle mühelos dahin, lasse mich immer mal wieder von jemandem abbremsen und geniesse die Aussicht. Zweiter Tagesordnungspunkt: meinen akribisch ausgearbeiteten Ernährungsplan umsetzen, welcher ausgedruckt acht Seiten umfasst, auf denen jeweils nur ein Wort steht: „Iss – und – trink – so – viel – wie – reingeht“, gefolgt von einer Seite, die nur Ausrufezeichen enthält. Gesagt, getan und auch das klappt 1a. Nun ist klar, was die nächsten Stunden zu tun ist.

A propos Stunden: von Anfang an findet eine merkwürdige raumzeitliche Dehnung statt, die ich in dieser Form noch nicht erlebt habe. Meine Uhr zeigt mir nichts weiter an als die Stunden und Minuten seit Beginn des Wettkampfes, das habe ich so gewollt. Was ich nicht erwartet hatte: Der Teil hinter dem Doppelpunkt ist mehr oder weniger zur Bedeutungslosigkeit geraten. Als mir das klar wird, steht da 3:30 und ich denke: Krass, ein Marathon wäre jetzt schon rum für mich und hier bin ich noch ganz am Anfang. Komischerweise macht mir das keine Angst, sondern ist nur irgendwie lustig. Zumal ich ja ohnehin nicht finishen werde, sondern das Ding irgendwann vernunftbegabt abbrechen und damit zufrieden sein werde, mich überwunden zu haben und angetreten zu sein.

Es folgen etliche lustige und beeindruckende Erlebnisse auf der Radstrecke. Eines davon: Eine Maus überquert die Strasse von links nach rechts und entgeht um Haaresbreite dem ehrenvollen Tod durch Radsport. Durch Zufall flitzt sie exakt zwischen den Rädern meines Vordermannes durch, bzw. wenn es kein Zufall war – dann war es Supermouse! An der ersten wirklich knackigen Steigung erlebe ich zum ersten Mal, wie sehr sich die Zuschauer hier der Aufgabe verschrieben haben, auch den letzten Athleten ins Ziel zu bringen und wie deutlich sie verstanden haben, dass ankommen hier keine Selbstverständlichkeit ist. Wer müde aussieht, wird namentlich – zumeist mit herzhaftem Bayerischem Akzent – einzeln angefeuert. Jeder hier übernimmt persönliche Verantwortung dafür, dass es am Ende ganz sicher nicht am Support gelegen hat, wenn jemand ausscheidet. Wahnsinn! Gerade die Steigungen, die mir ohnehin liegen, werden so zur reinen Freude und die grossartige Landschaft aus Wald, Feldern und Wiesen, die zwischen den Stimmungsnestern liegt, tut ihr übriges. Irgendwann überholt mich das Führungsfahrzeug und danach kommen die ein- und zweistelligen Startnummern, die bereits auf der zweiten Runde sind. Dirk, Maik, Timo, später Jürgen und Lothar – geiles Gefühl, mitten unter denen zu sein. Ich beschliesse, mir irgendwann mal einen von diesen ultraflachen Carbon-Basislenkern zuzulegen, und zwar einfach nur, weil’s geil aussieht von hinten 🙂

Irgendwann gegen Ende der ersten Runde geht’s dann zurück Richtung Hilpoltstein und gerade als ich denke, nun alles mal gesehen zu haben, tauchen links und rechts grüne Banden auf, der Weg wird enger, ich biege um die Ecke und mir stockt der Atem. Was ich sehe, kenne ich bis jetzt nur von Bildern und bevor ich „Solarer Berg“ überhaupt denken kann, bin ich mitten im grössten Zuschauerwahnsinn, den ich je erlebt habe. Tausende Stimmen ziehen jeden Einzelnen und jede Einzelne den Berg hoch, es fühlt sich an wie eine Mischung aus Stage Diving bei Iron Maiden und der Auffahrt bei einer Achterbahn. Jegliche Anstrengung ist vergessen, ich flitze wie von selbst den Berg hoch und ganz oben steht Matthias, der mir irgendwas zuruft. Spätestens jetzt ist auch meinem Bewusstsein klar: Aufgeben ist hier nicht drin, bevor ich nicht gegeben habe, was die Zuschauer hier auch geben: Absolut alles! Ausserdem fühle ich mich insgesamt noch super. Also ab auf die zweite Runde, weiter im Text.

Da ich nun schon weiss, was auf mich zukommt, bin ich recht entspannt. So langsam erlaube ich mir, einfach frei nach Schnauze zu fahren und nicht mehr aufs Tempo zu achten, was auch wunderbar klappt. Erst auf den letzten 40km merke ich deutlich die Anstrengung, weiss aber auch, dass ich beim Radfahren durchkommen werde, was das ganze mehr als erträglich macht. Noch ne Pinkel- und Dehnpause, ein Plausch mit Matthias (dem anderen), mit dem ich etwa gleichauf bin, die Ausfahrt zur Wechselzone zwei genommen und nach ein paar Kilometern bin ich auch schon da. Im Wechselzelt wieder die oben beschriebene Stimmung: Zwei von Drei geschafft – Yeah! Diesmal kommt noch ein Hauch von Wacken dazu, der in einem sonnig-nassen Schwamm- und Trinkbecherchaos besteht, durch das es raus zur Laufstrecke geht. Ich stelle mir Biergeruch und Blastbeats dazu vor und trabe beschwingt los.

Draussen steht auf einmal wieder Matthias (nicht der andere), der in den folgenden Stunden immer mal wieder von links, rechts und gefühlt auch oben und unten in mein Blickfeld kommt und mich – ohne das zu sagen – daran erinnert, dass er mich hier ins Ziel bringt und wenn es das letzte ist, was er tut. Doch so weit ist es noch lange nicht, denn gleich als nächstes meldet sich noch ein anderer Bekannter aus dem Mallorca-Trainingslager zu Wort: Meine Achillessehne. Die hatte wohl des Radfahrens genug und sucht nun bei jedem Laufschritt schmerzhafte Aufmerksamkeit. Gehen hingegen ist recht unproblematisch und so wandere ich einfach mal zügig den zweiten Kilometer, rechne die knapp 8 Minuten hoch, die ich dafür gebraucht habe und komme auf 5:20 Stunden für das ganze Ding. Das erste Mal an diesem Tag realisiere ich, dass ich hier durchkommen kann.

Die ersten Kilometer kommen dann auch recht fix, zumal die Tatsache, dass es bei den Verpflegungspunkten endlich salzige Cracker und dergleichen gibt, meine Stimmung hebt. Bislang hatte ich nur süsse Gels und Riegel und hatte während des Radfahrens sehnsüchtig mit ansehen müssen, dass sich andere, schlauere Teilnehmer ganze Stullen und Carazza-Pizzas (ja, die sind eklig – nein, nicht in so einem Rennen) unter ihre Armauflagen geklemmt hatten. Gut, schon mal was gelernt fürs nächste Mal.

So ab km 15 wird es dann trotz allem richtig hart. Die Anstrengung, meine Ferse, die Hitze, die Aussicht auf weitere 27km: all das summiert sich jetzt zu einem ersten echten Tiefpunkt. Aber gut, ohne das geht es wohl nicht und zum Glück ist absehbar, dass ich hier durchkommen kann, zum Glück kommen mir hin und wieder andere Paulis entgegen und wie aus dem Nichts ist da auch immer wieder Matthias mit seiner bunt spiegelnden Brille – keine Ahnung, wie der Typ das macht, woher er kommt und wohin er geht.

Irgendwann stelle ich fest, dass ich offenbar nur noch auf den Kalorien laufe, die ich oben reinpacke: Jedes Gel bringt mir einen fast unmittelbaren Energieschub. Ob das physiologisch plausibel ist? Scheissegal! Ich konzentriere mich also wieder vollkommen aufs Futtern. Bald hab ich raus: Erdinger, Gels und Reiskuchen gehen am besten, davon stopfe und schütte ich also rein, so viel geht – und zwar nicht nur oben, sondern auch in meine Rückentasche. Später beim Ausziehen merke ich, dass ich ca. ein halbes Kilo Zeug da drin gehamstert habe.

Als es mal wieder richtig weh tut, kommt mir dann die Vorstellung in den Sinn, am nächsten Morgen mit Sandra beim Frühstück zu sitzen und all das hinter mir zu haben. Das pusht mich, weiterzumachen. Hier und da ist es noch mal hart, aber irgendwann bin ich tatsächlich bei km 41, wo Matthias wieder ist. Grosse Worte kommen aus seinem Mund: „Einlaufen“, „Lächeln“ und „Zielfoto“ sind dabei. Kurze Zeit später hab ich dann tatsächlich die roten Matten unter den Füssen und ganz am Ende der Stadionrunde steht Sandra auf der Tribüne und findet mich unglaublich – zumindest sagt sie das. Ich gehe durchs Zieltor – geschafft!

Einige Zeit später stehe ich wirklich und wahrhaftig unter der „alles ist vorbei“-Dusche: Es ist wohl die beste, die ich je hatte! Dass sie in einem Duschcontainer stattfindet, der vor Lachen zerbersten würde, wenn jemand ihn nach hygienischen Standards fragen würde? Egal! Alles was zählt ist, dass das Ding heiss ist und selbst das ist egal, als es das plötzlich nicht mehr ist.

Was mich im Folgenden selbst wundert: ich bin noch nicht mal völlig zerstört. Etwas rumschlendern, Feuerwerk gucken und Rad Check-Out sind problemlos machbar. Im Hotel leg ich mich angezogen aufs Bett und wache acht Stunden später in exakt der gleichen Position auf. Etwas zähe Beine tragen mich zu dem Frühstück, dessen Aussicht mich gestern ins Ziel getragen hat und das keinen Deut weniger geil ist, als ich es mir vorgestellt hatte. Es gibt Rührei, Kartoffelpuffer und Nürnberger Würstchen. Und Kakao: auch den hatte gestern jemand vor meinem gierigen Auge auf dem Rad spazieren gefahren.

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Hotel Check-Out, Abfahrt, gegen Abend sind wir zurück in Hamburg. Ich will mir auf dem Rad ne Runde die Beine lockerfahren, da fällt mir auf, dass mein Hinterreifen fast platt ist. Ich finde ne Glasscherbe, die ich herausziehe, worauf ein wenig von der Pannenmilch herausblubbert, die ich vor dem Rennen eingefüllt hatte. Auch wenn der Pneu im Folgenden komplett den Geist aufgibt, vermute ich stark, dass mich das Zeug vor einem Platten bewahrt hat. Cool – Technik von gestern, die heute begeistert!

An dieser Stelle: Danke, danke, danke an alle für den Support! Herzlichen Glückwunsch an alle Paulis, die in Roth und Frankfurt gestartet sind und einige Hinweise an alle, die einen Start auf der Langdistanz erwägen: Es ist geil. Es tut weh. „It will be a hard day but you can win“ (Arturo). Man muss dafür besser und mehr trainieren, als ich es getan habe und das heisst: Viel! Dennoch geht es „nicht nur um Triathlon im Leben“ (Nis). Es geht zum Beispiel auch um Metal. Nobs Blisset auf Facebook, nachdem er meinen Namen auf der Starterliste für Roth entdeckt hatte:

Ich hatte dich immer für einen Metaller mit einem Triathlonproblem gehalten, aber ich sehe andersherum wird ein Schuh draus: Du bist ein Triathlet mit einem Metalproblem

Zumindest vorübergehend mag das stimmen.

4 Gedanken zu „Stephan sieht Roth: Wettkampfbericht

  1. Hey Stephan,
    dieser Tag wird für Dich unvergesslich sein.
    Immer wenn Du mal im Wettkampf beissen musst, erinnere Dich daran:
    Schlimmer geht immer!
    Glückwunsch!!!

    Flyer

  2. Hi Stephan,

    großartiger Bericht nach eindrucksvollem Rennen. Toll zu sehen, dass du dich trotz suboptimaler Vorbereitung durchgebissen hast. Bestimmt genießt du das Gefühl immer noch, die Königsdisziplin unseres Sports gemeistert zu haben – ich tue es jedenfalls.
    Cheers!

  3. @Flyer ja, das wird mir unvergesslich bleiben. Dein Kommentar „man kann immer mehr, als man denkt!“, als du mich auf der Radstrecke überholt hast, übrigens auch.

    @Malte, aber hallo geniesse ich es. Wir sollten uns bei Gelegenheit gegenseitig Biere ausgeben!

  4. Hi Stephan, toller Bericht. Ich freue mich, daß Du dich durchgebissen hast! Es hat mir Spaß gemacht mit Dir ein Teil der Rad- und Laufstrecke gemeinsam zu absolvieren. Geniesse die tolle Leistung! LG Teddy (oder der andere Matthias)

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