Stadtrundgang zum Altonaer Blutsonntag

01Off-Season? Nicht für die Triathletinnen und Triathleten des FC St. Pauli! Wenn man sich die aktuelle Weltpolitik so anschaut wird immer deutlicher, dass wir der Vergangenheit gedenken müssen, um für die Zukunft gewappnet zu sein. So plante mit Detlef eines unserer Mitglieder einen antifaschistischen Stadtrundgang durch Altona, um an den Altonaer Blutsonntag zu erinnern. Begleitet wurde dieser Rundgang nicht nur von braun-weißen Triathletinnen und Triathleten, sondern auch von einigen Gästen und Fachleuten.

Zwar stehen im Moment keine großen Wettkämpfe an, das Winter-Training läuft gut und auch mit dem ersten Treffen unseres Zukunftsworkshops haben wir jede Menge zu tun, doch wir sind eben nicht „nur“ ein Triathlonverein – wir stellen uns auch unserer gesellschaftlichen Verantwortung. So nahmen letzte Woche viele Mitglieder an einer dreistündigen Stadtrundfahrt der Initiative Gedenken in Harburg und des Landesjugendrings Hamburg teil, bei dem die Geschichte des Hamburger und Harburger Fußballs besprochen wurde.
Am vergangenen Sonntag konnten wir dann unsere eigene Veranstaltung umsetzten, die von unserem Mitglied Detlef geplant wurde. Mit dem Ende der JHV trafen sich viele braun-weiße Triathletinnen und Triathleten auf der Reeperbahn. Von dort aus ging es über die Große Freiheit, einmal quer durch Altona bis zur Gerichtstraße.

Am 17. Juli 1932 marschierten 7.000 Nazis durch Altonas Altstadt. SA und SS wollten mit dieser Machtdemonstration ihre Stärke beweisen und die Bewohner des vorwiegend kommunistisch geprägten Viertels, Klein-Moskau genannt, herausfordern. Am Ende des Tages wurden 18 Menschen erschossen. Dieser Tag ging als »Altonaer Blutsonntag« in die Geschichte ein. Ein knappes Jahr nach diesem Schreckenstag wurden vier Unschuldige in einem Schauprozess als vermeintliche Mörder zum Tode verurteilt und hingerichtet.

3Nach dem Gedenken dieser Unschuldigen hatten wir noch eine Nachbesprechung in der Blauen Blume. Neben Detlefs fundiertem Wissen, konnten wir uns auch über den Besuch von Wolfgang Kopitzsch, einstiger Polizeipräsident von Hamburg, Historiker und ausgewiesener Kenner der Vorkommnisse 1932ff freuen, der die damaligen Ereignisse auch im Kontext zur jetzigen politischen Situation stellte. Abschließend las Robert Brack aus seinem 2010 erschienen Roman „Blutsonntag“ vor, indem tatsächliche Begebenheiten des 17.Juli mit einer fiktiven Protagonisten verwoben wurden.
Er gab bereits vor einigen Jahren dem Hamburg Journal ein Interview über den Altonaer Blutsonntag, welches HIER noch einmal angeschaut werden kann.

Es war ein sehr intensiver aber lehrreicher Nachmittag. Zwar bekamen viele bei Detlefs detaillierten Ausführungen, wenn er aus Abschiedsbriefen oder Gerichtsprotokollen zitierte, manchmal einen Klos im Hals – es konnte aber auch hier und da über die Geschichte Altonas einige Male geschmunzelt werden – auch durch den Besuch des legendären Eiskellers, samt der Einverleibung von Hochprozentigen.

Vielen Dank an Robert Brack, Wolfgang Kopitzsch, Christiane Scheven (von der Buchhandlung „ZweiEinsDrei“ für den aufgestellten Büchertisch) und nicht zuletzt an unseren Detlef aka Otto Erich für den informativen Nachmittag!!!

Wie man Pate eines Stolpersteines werden kann bzw. wie man diese pflegt, lest ihr HIER.2

Solche Veranstaltungen aus der Mitgliedschaft: Immer wieder!
Das, was damals passiert ist: NIEMALS WIEDER! – Sorgen wir dafür – Mit Worten und Taten!

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