St. Pauli heißt auch…. Durchbeißen!

Hier mal eine kleine Anekdote eines aktiven St. Pauli Trias vom vergangenen Ironman 70.3 auf Mallorca.

Also eins muss man den Organisatoren des IronMan 70.3 in Alcudia / Mallorca lassen – bessere Rahmenbedingungen sind schwer zu schaffen!
Schwimmen in einer ruhigen Bucht mit klarem Wasser, Wellenstarts für die verschiedenen Altersklassen, Geräumige Wechselzone, tolle und anspruchsvolle Radstrecke mit 850 Höhenmetern, stimmungsvolle Laufstrecke (Rundkurs 7km) am Strand mit einem begeisterten Publikum.
Soweit – so gut!
Bis zum Wasserausstieg lief es auch bei mir hervorragend! Gute Schwimmzeit, locker durchgekommen und sogar das Rad habe ich in der 400m langen Wechselzone schnell parat gehabt. In dem leichten Gedrängel beim Radaufstieg gab es dann ein leichte, aber verhängnisvolle Mini-Kollision mit einem anderen Sportsfreund. Nix passiert… Dachte ich!
Falsch gedacht – das leichte schleifende Geräusch vom Hinterrad war mir zwar neu´. sollte aber erst bei der ersten Verpflegungsstelle untersucht werden.
Diese habe ich dann bei der ersten leichten Abfahrt, einer schönen Linkskurve nach ca. 4km in Alcudia spektakulär vorgezogen.
Die Zuschauer im Straßen-Cafe waren sicher nicht weniger erschreckt, über den lauten Knall, mit dem sich die Decke meines Hinterrades bei 34 Sachen in Nichts auflöste. Die Bremswange hatte beim Aufschlitzen ganze Arbeit geleistet. Verständlicherweise gab es aufgrund der kurvenbedingten Seitenlage kein Halten mehr.
Beim Einschlag in den Biergarten wurden durch Rad und Fahrer mindestens 2 Tische abgeräumt.
Im ersten Moment die Prüfung des Kleinhirns, ob alle Körperteile noch dran sind und gehorchen – für gut befunden! Blutige Knie, die linke Pobacke glänzte rot aus dem zerrissenen Anzug, Schürfwunden an den Armen und Händen und irgendwie brummte auch der Schädel leicht! Der steife Nacken sollte sich aber erst abends einstellen!
Wütend die erste Erkenntnis, dass dieses erste Saisonhighlight wohl nicht beendet werden würde!
Die sofort herbei geeilten Sani´s ließen mich aber nach kurzer Zeit auf eigenen Wunsch wieder laufen.
Auf dem Fussmarsch in Richtung Wechselzone keimt ein Gedanke auf… Ironman haben die das Ding hier doch sicher nicht umsonst genannt!
Spontaner Entschluss… in der Wechselzone ging es ab zum Kampfgericht – Schadensanzeige und damit verbunden die Frage, ob ich bei Aufnahme fremder Hilfe das Rennen fortsetzen darf! Angesichts der ziemlich „geringen“ Siegchancen und meines Aussehens winkte die nette Kampfrichterin nur ab und sagte so etwas wie „wenn Du meinst…!“.
Also rein in den benachbarten Radladen, Hinterrad ausgetauscht, kein Geld dabei aber mit Startnummer ausgewiesen und wieder ab auf die Piste. Zeitverlust bis hierhin ziemlich genau 48 Minuten.
Beim Anstieg zum Kloster Luc wurden dann ordentlich Plätze gut gemacht und so mancher High-Tec-Fanatiker mit seinem Rennhobel wütend in Grund und Boden gestampft. Kleiner Hinweis – ich bin mit einem Leihrad gestartet.
Bei der Abfahrt war ich Bruchpilot dann allerdings wieder sehr vorsichtig – zumal die Bremse im Hinterrad nicht repariert werden konnte. Wer die Abfahrt kennt, wird verstehen warum!
Fazit… angekommen, überglücklich, platt wie ne Briefmarke und Rang 2.010 von 3.300 in 6:12…
Allright soweit!
Und ich kann Euch versprechen, dass der Rückflug im Flugzeugsitz schlimmer war als das Rennen!
Forza St. Pauli!

Christian „Baggi“ Baggeroer
(Die „alte Dampflok“)

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