Schwimmtraining im Freiwasser: Carmen und Wolfgang gehen Eisbaden.

Aller1Am 14. Februar 2015 fand das 47. Aller-Winter-Fackelschwimmen in Celle statt. 1966 begann diese Veranstaltung als DLRG-Testschwimmen: Mensch und Material sollten sich in den Fluten des Stromes beweisen.

Mittlerweile ist das Schwimmereignis gleichsam als Karneval-Ersatzveranstaltung des Nordens im Breitensport angekommen. Teils in Kostümen und mit kuriosen Beibooten absolvieren bis zu 300 Teilnehmer die Strecke von Altencelle bis zur Celler Pfennigbrücke. Das sind 4-5 km bei Wassertemperaturen bei 2-5° C bei geringer Fließgeschwindigkeit und mehr oder weniger winterlichen Außentemperaturen.

In diesem Jahr nahmen 180 die Prüfung auf sich, darunter zwei Unerschrockene unserer Abteilung. Carmen M. und Wolfgang G. nahmen mit Taucher-Neopren (halbtrocken), -Handschuhen, -Haube und -Füßlingen die Herausforderung an. Die äußeren Bedingungen waren dieses Jahr günstig, kein Eistreiben, bestes Vorfrühlingswetter bei etwa 9° C Außentemperatur und heiterem Sonnenschein, 5° C Wassertemperatur, aber leider nur geringer Strömung. „Die zweitlangsamste seit Bestehen der Party“, verriet ein erfahrener Allerschwimmer.

Carmen genoss in Rückenlage die Wassertour und bewegte sich im Brusteinschlag Richtung Ziel, während Wolfgang die Nase in Schwimmrichtung den Kurs vorgab. Die beiden ergänzten sich auf das beste, indem die eine Lach- und Sachgeschichten zum Besten gab, während der andere die Orientierung nie verlor.

aller2Nach etwa 3 km und einsetzender Dämmerung gab es wahlweise Glühwein oder heißen Tee zur Stärkung und die Fackeln für den letzten Kilometer wurden übergeben. Das machte das Schwimmen sicher nicht leichter, aber erhöhte den visuellen Effekt für die Außenstehenden ganz ungemein. Etwa 2000 Zuschauer begleiteten das Ereignis am Uferrand. Ungläubiges Staunen und respektvolle Anerkennung war der Lohn, den die Sportler von ihnen erhielten.

Nach knapp 1 1/2 h, gegen 18:30, Uhr erreichten die beiden das Ziel, leicht verwirrt und ordentlich durchgefroren und schlussendlich glücklich. „Nie wieder!“, war Carmen erste Reaktion, ihr kennt das!

Was treibt uns ans und ins Wasser? Vielleicht dieser in den Genen atavistische Trieb, dorthin zurück zu kehren zu wollen, wo alles Leben her entstammte. Oder auch einfach nur der Spaß am nicht Alltäglichen, der Herausforderung, Grenzen zu überschreiten. In jedem Falle haben Carmen und Wolfgang eine mentale Stärke an den Tag gelegt, die nicht jedem zu eigen ist. Carmen wird das für ihre Reise um die Welt mit dem Fahrrad und Wolfgang für seine Patagonien-Survival-Tour sicher zu gute kommen.

Om mane padme um.aller3

PS.: Die Startgebühr beträgt Euro 15, darin enthalten sind Shuttle von der Turnhalle zum Einstieg bzw. Ziel zur Turnhalle, Heißgetränk samt Fackel nach 2/3 der Strecke, Erbsensuppe, eine Tasse, Bier bzw. Brause und Urkunde.

PPS.: Neben diesem Eisschwimmen hat Celle noch zwei weitere Breitensportereignisse zu bieten:
Celler Wasa-Lauf im März jeden Jahres, eine der größten Laufveranstaltungen Deutschlands unterhalb der Marathondistanz (Kinderlauf von 2,5 km, Läufe von 5, 10, 15 und 20 km) und den Celler Triathlon, immer am letzten Wochenende im August.

(oe)aller4Als exklusiven Inhalt nur für MITGLIEDER, findet ihr im Forum und bei FB einen weiteren Bericht von Wolfgang!

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