Norbert bei der Challenge Almere

11998852_444459955739911_3270416682626414269_nUnser Mitglied Norbert, der auch in der Fanszene des FCSP für viele
kein Unbekannter sein dürfte, betreibt seit längerem einen wundervollen Blog über sein sportliches Hobby. Auf Teddy Triathlon berichtete er die letzten Monaten von seinem Wiedereinstieg in den Triathlonsport, da ihn Verletzungen und Motivationstiefs etwas zurück warfen … bis jetzt! Lest hier seinen ausführlichen Bericht über seine erfolgreiche Mitteldistanz bei der Challenge Almere in Holland!


Liebe Leser (hab ich diese Anrede schon mal benutzt?),

ein Jahr mit viel auf und viel ab geht zu Ende. Ich habe eine Halbdistanz gefinished. Wer mir dies Anfang Juni versprochen hätte, den hätte ich ausgelacht. Aber es hat geklappt. Nach einem Frühjahr zum vergessen und einem Sommer zum dran gewöhnen. Hier also nun mein Rennbericht:

Man kann über die beiden großen Organisationen im Triathlonsport denken, was man will. Und viele Kritikpunkte sind garantiert richtig. Der Vorteil dieser Organisationen zeigt sich aber dann, wenn man nach Rennen im Ausland sucht. So war ich schon letztes Jahr über die Internetseite der Challenge Family auf das Rennen in Almere gestoßen. Und als Mensch, der an einem Deich trainiert, war das natürlich ein Rennen, was mich interessiert. Schnell mit Frühbucherrabatt angemeldet und dann begann der Weg dorthin. Die ganzen Umleitungen und Sackgassen sind bekannt.

Vorweg

Und so steigen wir am Donnerstag Abend wieder in die Chronologie ein. Europa. Was für eine schöne Idee. Grenzen abbauen, nationale Egoismen abbauen, gemeinsam mehr als alleine sein. Eine Idee, die sich eigentlich durchsetzen sollte. Und die gerade zerfällt. Aber NOCH kann man nach Almere reisen ohne Geld umzutauschen, ohne auch nur einmal seinen Pass zu zücken oder einen Grenzpolizisten zu sehen. Schade, dass man diesen Gedanken gerade für ein sauberes Oktoberfest und eine angebliche Überforderung (speak for yourself CSU) opfert.

Die Nacht auf Freitag im Tiefschlaf verbracht und Freitag morgen dann 10 km geradelt und 2 km gelaufen. Muskeln locker machen und auch mal gucken, ob das Rad die Reise unbeschadet überstanden hat.

Almere ist eine Kunststadt. Seit den 70ern wird hier eine Stadt aus dem Nichts errichtet. Das sieht man der Stadt auch an. Sie ist auf dem Reißbrett geplant. Spaß macht es, dass sich die Planer ausgetobt haben bei den Straßennamen. Wenn man auf den Stadtplan guckt, dann sind die Straßen immer thematisch zueinander passend. So geht vom Filmweg ganz viele Straßen mit Filmstarnamen ab. Es gibt auch Physiker, Farben, Musiker und und und.

Und noch etwas fällt auf: Man trennt Rad- und Autoverkehr vollständig. Aber anders als in Deutschland nicht zuungunsten des Rades. Radwege sind hier keine Verdrängung des Rades von der Straße auf eine ungeliebte und ungepflegte Schlaglochpiste, sondern es gibt richtige Radautobahnen, die meistens per Brücke oder Unterführung auch noch Kreuzungsfrei zum Autoverkehr sind. Und die Radwege sind glatt, gepflegt und führen auch zwischen den Städten längs. Und das in einer Stadt, die in den 70er, 80er und 90er Jahren errichtet ist. Hätte man in diesen Jahren in Deutschland eine Stadt auf dem Reißbrett geplant, sie sähe nicht so aus.

Nach dem Lauf erkundete ich ein bisschen die Innenstadt, die eher unspektakulär ist. Um es mal freundlich auszudrücken. Da sieht man dann auch die Nachteile der 70er und 80er Jahre Architektur. Die Challenge Heilbronn wirbt damit, dass sie „mitten in der Stadt“ stattfindet. Dieses Motto könnte sich die Challenge Almere (auf den etwas lustigen Zusatz „Amsterdam“ verzichte ich mal) auch geben. Wechselzone und Schwimmgewässer liegen komplett in der Stadt.

Einkaufen, ein bisschen bummeln, ein bisschen Seele baumeln lassen. Dann ging es zu den Formalien.

Was ich nie verstehen werde: Warum nehmen Menschen nicht am Briefing teil? Klar, da werden keine absoluten Geheimnisse erzählt, aber auch hier waren es wieder die Details, die wichtig und auch interessant waren. Und bei den meisten Leuten, die nicht dran teilnahmen hatte dies nix mit einer problematischen Anreise zu tun.

Hier sei aber auch eine kleine Kritik am Veranstalter erlaubt: Seinen Zeitplan in der Woche vor dem Rennen komplett umzuwerfen, ist dann doch nicht optimal. Nicht jeder Mensch guckt immer wieder ins Internet.

Das Briefing dann in einem guten und verständlichen Englisch. Die Registrierung ging unglaublich schnell, obwohl man das in einem Rutsch nach dem Briefing machen sollte und die auch tat. Bereits hier fiel auf: unglaublich freundliche und kompetente Helfer. Das sollte sich durch das Wochenende durchziehen. Da hat diese Veranstaltung eine 1+ verdient. Und alle mit flüssigem Englisch.

Nun galt es also die Wechselbeutel vorzubereiten und das Rad in die Wechselzone zu bringen. Auch dies war schnell und unproblematisch erledigt. Als Beutelaufbewahrung und Umkleidebereich diente die Fahrrad(!)garage(!) des innenstädtischen Einkaufszentrums. Und ja, da war mehr als genug Platz.

Carboloadingparty heißt normalerweise ja mehr oder minder lieblose Nudeln mit einer mehr oder minder gut schmeckenden Sauce. Hier heißt es dies nicht. Nudeln. Reis, Couscous. Bulgur und andere Köstlichkeiten mit verschiedenen Saucen und Beilagen. Wow! Und das als Buffet. Noch mal 1+ für die Veranstaltung.

Im Hotel noch ein Bier und dann war Schlafenszeit.

Samstag Morgen den @Jluen eingesammelt, der behauptete muffelig morgens zu sein. Wenn das sein muffeln ist, dann ist der Junge ein richtig großer Sonnenschein (ist er! noch mal Danke für ganz viel Aufmunterung und Unterstützung). Da er sich auf die lange Distanz wagte, war er dann auch relativ schnell in den Fluten verschwunden.

Und bald danach zwängte ich mich auch schon in den Neo und ab ging es.

Schwimmen
Das Wasser war kalt, voller Pflanzen, aber ansonsten angenehm zu schwimmen. Relativ klar und genug Platz für alle. Ich schwamm etwas außen, hatte immer Sichtkontakt zu einer Gruppe von drei anderen Schwimmern, die ungefähr mein Tempo schwammen. Alles lief gut bis ich ca. 1600 Meter geschafft hatte. Ich bekam einen richtig fetten Krampf im kompletten rechten Bein. Scheiße! Keine Panik. Kanu ist in der Nähe, kurz Blickkontakt, mit dem Fahrer geredet, einmal gedehnt, Kanufahrer fragte ob er Hilfe holen sollte, ich nur „no, i try“ und ab da nur noch Brust und laaaaaaaaangsaaaaaaaaam. Er blieb in meiner Nähe, so dass ich mich nach dem Ausstieg noch mal bei ihm bedankte, aber zum Glück bleiben Krämpfe nun aus und ich konnte das Schwimmen beenden.

Wenn man bedenkt, dass ich gut 300 Meter verdammt langsam machen musste, dann ist eine Schwimmzeit von 53:46 echt super. Man soll ja Triathlon Wettkämpfe nicht wirklich vergleichen, denn dazu sind die Strecken zu unterschiedlich. Aber das Schwimmen ist immer gleich. Und im Kraichgau letztes Jahr war ich 58:27 geschwommen.

Ohne den Krampf wäre allemal noch mehr drin gewesen, aber egal. Mit der Schwimmzeit bin ich super zufrieden. Und ich habe 10 Teilnehmer hinter mir gelassen. Ich! 10!

1. Wechsel

Wenn man so kalt und krampfig aus dem Wasser kommt, dann ist ein schnelles durchlaufen der Wechselzone nicht möglich. Und ich wollte aufgrund von bewölkt und kalt Armlinge auf der Radstrecke tragen. Daher trotz kompakter Wechselzone eine Zeit von 8:19.

Rad
Höhenmeter hat diese Radstrecke nur, wenn man mal über eine Brücke muss oder rauf auf einen Deich. Kurz: Man kann dies absolut vernachlässigen. Das heißt aber auch, dass man wenig Abwechselung im Tritt hat. Man tritt immer flach und tritt und tritt und tritt. Darüber hinaus wird es auf der Strecke sehr einsam. Wer es hier nicht schafft die notwendigen Meter zwischen sich und seinen Konkurrenten zu legen, der will Windschatten fahren.

Was aber ein Faktor ist, ist der Wind. Ich sprach nach dem Rennen mit einem einheimischen Teilnehmer, der sagte, dies sei der geringste Wind seit langem gewesen. Dafür aber Südostwind, so dass man auf dem Oostvaardersdijk Wind von vorne hatte. Und das ist mental ein doch brutales Stück. Es geht gut 30 KM einfach mal stumpf geradeaus mit nur wenigen kleinen Kurven. Man sieht Natur, Wasser und ganz viel Weite. Und Weite. Und vielleicht vor sich mal einen Teilnehmer. Oder Radler, die neben der Strecke ihre Sonntagstour machten. Aber viel Abwechselung ist da nicht.

Aber erstmal rollt man sich so gut 15 km (alle Angaben sind Schätzungen aus dem Kopf und müssen nicht genau stimmen) ein. Ohne viel Wind und so brauchte ich für die ersten 10,5 KM nur knapp über 20 Minuten. 30er Schnitt? Das ist schon mal fein. Es rollte. Es lief. Ich fühlte mich gut. Anders als letztes Jahr im Kraichgau hatte ich mir ein Verpflegungskonzept zurecht gelegt. Der Tim hatte mich mit Dextro Produkten ausgestattet und ich mache jetzt einmal Werbung: Die „Kekse“ von denen sind echt gut und gingen gut rein. Der Rest an Gelen und so auch. Also rollen und essen, rollen und essen.

Was auffällt: Da hat man mehrer „Trash Zone(s)“, da steht in allen Anweisungen, dass man nur dort Müll wegwerfen soll, da fährt man durch ein Naturschutzgebiet. Und trotzdem schaffen es genug Leute ihren Müll flächendeckend auf der ganzen Strecke wegzuwerfen. Leute: Das ist peinlich.

So und dann drehte ich mich in den Wind. Und plötzlich rollte es nicht mehr. Viel entscheidender als die Beine ist hier der Kopf. Ich konnte irgendwas um die 26 km/h gut treten, auch wenn die Böen einen immer wieder raus bringen. Langsam begann ich auch Teilnehmer einzusammeln. Erst langsame Langdistanzler, dann auch Halbdistanzler. Das baut natürlich auf.

Trotzdem hatte ich bei KM 35 einen Hänger. Beine schwer, Kopf bäh und es ist noch so lang. Vielleicht ein bisschen lang am Unterlenker gehangen? Nicht genug Abwechselung im Tritt? Das waren so die Gedanken und so ging ich mal aus dem Sattel, lies mal einen Tritt aus, ging wieder an den Unterlenker, etc. So ging da ca. 10 KM und dann ging es mir auch wieder besser.

2:13 pro KM für die nächstren 31 KM ist immer noch ordentlich. Nun die Abbiegung kurz vor Lelystad und dann ging es nach Süden. Bei Südostwind? Hurra, rein in den Wind. Man kreuzt das gesamte Polder und da stand dann auch mal ein Kilometer lang 20 km/h auf dem Tacho, wenn der Wind gerade etwas stärker war.

Zuschauer sieht man nahezu nicht in diesen Weiten. Freundliche Helfer, die anfeuern und mal einen versprengten Zuschauer. Ansonsten ist man mit sich, der Straße und den paar Radlern im gleichen Tempo alleine.

Ich fand meinen Rhythmus und konnte immer noch ein gutes Tempo halten. Ernährung nicht vergessen, denn auf der Laufstrecke wollte ich da eher vorsichtig sein. Die Windräder zeigten einem noch mal, dass man gegen den Wind fuhr, aber es ging.

Kleine Kritik an der Organisation: Teilweise sehr enge Radwege, die man befährt. Das ist noch okay, denn so viele schnelle Langdistanzler kamen von hinten nicht angeflogen (ich glaube am Ende hatten mich vielleicht 6 oder 7 überrundet). Was ich unangenehm fand, war, dass die Straßen nicht 100 % für den Verkehr gesperrt waren. Und so wurde man von LKW auf engen Wirtschaftswegen überholt und es kam einem auch mal ein riesiger Trecker entgegen. Das kann man mal im Briefing erwähnen. Okay, der Trecker nahm sehr viel Rücksicht (die LKW eher nicht).

Richtig hart war der eine LKW, der Zwiebeln geladen hatte und wie eine riesige Zwiebel, frisch aufgeschnitten roch. Ja Leute, das ist bei KM 65 der Radstrecke kein angenehmer Geruch.

Gerade der Wind direkt von vorne führte dazu, dass ich für die KM 41,5 bis 66,5 knapp über 58 Minuten brauchte. Trotzdem fühlten sich die Beine gut an. Ich wusste ja: Ich komm auch noch raus aus dem Wind.

Irgendwann war die Polderquerung abgeschlossen und die letzten 20 KM ging es auf dem Goolmeerdijk zurück zur Wechselzone. Nun in nordwestlicher Richtung. Ja Freunde der Sonne, nicht nur kam jetzt die Sonne raus (es hatte zwischendurch mal 4 Tropfen geregnet), nein dies hieß auch: Rückenwind! Der Tacho näherte sich schnell der Marke von 33 km/h und es war eine reine Freude zu radeln.

Ich flog über den Deich und wären nicht die teilweise ganz schön tiefen Risse in der Fahrbahn gewesen, wäre ich wahrscheinlich eingeschlafen, so traumwandlerisch lief es. Die nächsten 20 KM daher in 39 Minuten abgerissen.

Noch 6 KM bis zur Wechselzone. Seit ungefähr 15 KM vor dem Ende der Radstrecke beschäftigte ich mich mit dem Laufen. Wie mache ich das jetzt? Weiter Vollgas auf dem Rad? Ne, das frisst du nur auf der Laufstrecke. In den Körper rein gehört, der sagt „läääääääuuuuuuffffft“ und so drückte ich bis 5 km vor der Wechselzone voll auf die Tube. Um dann den Rückenwind zu nutzen, es einfach rollen zu lassen. Mal einen Tritt auslassen, mal ein bisschen dehnen, noch ein zwei Teilnehmer überholen und sich mental auf das Laufen vorbereiten.

Das Radfahren war nach 3:29 erledigt. Das ist etwas langsamer, als ich geplant hatte, was aber auch einem ganz einfachem Effekt geschuldet ist: 92,5 KM anstatt 90 KM. Wenn man einen 30er Schnitt anlegt, sind dies alleine 5 Minuten. 684ster auf dem Rad war ich letztendlich. Da habe ich dann doch einige hinter mir gelassen. Aber zur Analyse kommen wir später.

2. Wechsel

Rad abstellen, Laufschuhe an und ab. So die Theorie. Das geht schnell, aber ich hatte beschlossen noch mal kurz die Dixiewelt aufzusuchen. Lieber jetzt, als irgendwo ungeplant auf der Laufstrecke. Also insgesamt 5:50 für den Wechsel. Da werde ich kein König mehr drin in der Disziplin.

Laufen

Drei Runden um den eben geschwommenen See. Insgesamt wieder eine flache Angelegenheit und außerhalb des Zielbereiches waren die Zuschauer eher dünn gesäht. Zu Beginn ein paar enge Kurven und dann aber viel Raum und Weite. Der Kopf beginnt in dieser Phase mal Zielzeiten zu berechnen. Und ich lief einfach. Ohne mich zu bremsen. Das war vielleicht ein kleiner Fehler. Denn die ersten 3 KM in einer Pace von 6:15 ist dann doch etwas sehr schnell.

Die erste Runde in 44:38 erledigt. Nun aber wurde es von den Beinen und dem Kopf her hart. Ich konnte zwar noch kontinuierlich laufen, machte immer nur bei den Getränkeständen kleine Gehpausen, aber Tempo konnte ich nicht mehr machen.

So konnte der Kopf noch so sehr rechnen, eine 6:40 war nicht mehr drin. Irgendwann hatte ich aber ein Tempo gefunden, lief so vor mich hin und freute mich über den @jluen, der gerade seine 180 KM auf dem Rad absolviert hatte und nun hinter mir auf die Laufstrecke ging.

Die zweite Runde in 50:11 war okay, nun ging es aber nur noch darum irgendwann anzukommen.

Womit wir bei dem Zielschluss dieser Veranstaltung sind. Das war auch so ein bisschen ein Minus. Als ich mich letztes Jahr anmeldete, hatte man einen Zielschluss von 7:00 für die Halbdistanz ausgerufen. Eine Zeit, die ich für machbar hielt. Im Laufe des Jahres änderte man diesen auf 6:40, wobei meine etwas unfreundliche Nachricht an die Organisatoren damit beantwortet wurde, dass man auch nach 6:40 finishen könnte, aber dem Gewinner der Langdistanz dann eventuell Vortritt lassen müsse, damit der entsprechend bejubelt werden kann.

Kurz vor dem Wettkampf dann die Rolle rückwärts und ein Zielschluss von 7:30 im offiziellen Plan, immer noch mit der Aussage, dass man eventuell auf den Sieger der Langdistanz warten müsse.

So hatte ich auf der letzten Runde nur noch ein Ziel: Markus Fachenbach, du machst ein tolles Rennen auf der Langdistanz, aber du wirst dein Finish hinter mir haben. Bätsch. Am Ende hatte ich gut 4 Minuten „Vorsprung“ auf ihn. Letzte Runde in 54:53 und insgesamt eine 2:29:40 für den Halbmarathon. 680. Teilnehmer im Laufen.

Ziel

11659353_795580883901049_233981741605729340_n6:58:07 insgesamt.

Medaille der Marke super heavy, Finisher Shirt und wieder extrem freundliche Helfer, die einem Getränke brachten und alles von den Lippen ablasen. Dazu ein Buffet der Marke WOW. Inklusive Hamburger zum selber machen. Hab ich nun nicht probiert, so sehr nach Essen ist mir nach so einem Wettkampf nicht.

Meine Laufsonnenbrille ging bis Sonntag morgen dann eigene Wege, aber die wirklich netten Helfer hatten sie natürlich gefunden und so gab es Sonntag Morgen ein Wiedersehen im Lost & Found Bereich. Und auch wenn die teuer war. Es wäre mir so etwas von egal gewesen. Denn nun kommen wir zum Fazit.

Fazit und Analyse

Ausdauerathleten neigen dazu nach einem Rennen dies schnell in Einzelteile zu zerlegen und zu analysieren. Das klingt gerne auch mal so, als ob sie mit ihrem Rennen nicht wirklich zufrieden sind.

Daher vorab: Ich bin mit diesem Tag absolut zufrieden. Es war großartig! Es gibt immer noch was zu verbessern und man kann das Training immer optimieren. Da Training aber immer auch ein Try & Error ist, kann ich aus diesem Jahr viel positives mitnehmen.

Warum? Erstmal weil ich mich verbessert habe. Zwar kann man zwei Wettkämpfe nicht miteinander vergleichen. Zu unterschiedlich sind die Strecken. Aber: Im Kraichgau war ich Drittletzter. Diesmal habe ich bereits 19 Menschen hinter mir gelassen. In meiner Altersklasse bin ich immer noch letzter, aber der Vorletzte kommt mir näher. Und es war ein kleinerer Wettkampf. Im Kraichgau 2100 Finisher, diesmal 715. Kurz: Weniger Finisher, trotzdem lies ich mehr Leute hinter mir.

Sehr gut funktioniert hat das Radfahren, Grundausdauer und die Ernährung.

Radfahren kann ich das Training garantiert noch optimieren, denn ich habe in diesem Bereich z.B. noch nie Intervalle versucht oder versucht mit wechselnden Belastungen zu arbeiten. Das wird im nächsten Jahr probiert und geguckt, ob und wie sich das auf das Gesamtpaket auswirkt.

Meine Grundausdauer habe ich verbessert. Während im Kraichgau schon nach KM 70 auf der Radstrecke mehr oder minder nur noch überleben angesagt war und ich den Halbmarathon nur noch spazieren gegangen bin, konnte ich diesmal bis zum Ende laufen. Zwar in der letzten Runde langsam, aber laufen ist laufen. Und ein 2:29 Halbmarathon ist von den 2:10 bis 2:15, die ich dieses Jahr in einem blanken Halbmarathon laufen konnte nicht mehr so weit weg. Klar, hier gibt es noch Möglichkeiten zu optimieren, deswegen plane ich nächstes Jahr z.B. einen frühen Marathon.

Allemal haben mir die sommerlichen langen Radtouren geholfen. Sich mal so 7 bis 8 Stunden auf das Fahrrad zu klemmen bringt im Grundausdauerbereich definitiv etwas.

Die Ernährung: Ich neige dazu Magenprobleme zu bekommen. Diesmal gar nicht. Ein Faktor war eine geplante und kontrollierte Nahrungsaufnahme. Ein anderer, dass ich ein bestimmtes Mineralwasser (Bismarck) im Training genutzt habe und es auch zum Wettkampf mit geschleppt habe. Das funktionierte bei mir. Klar, irgendwann muss man dann Wasser von den Verpflegungsstationen nehmen, aber immerhin ein bisschen „bekanntes“ Wasser hatte ich.

Das Schwimmen zeigt deutliche Verbesserungen. Da bin ich auf dem richtigen Weg. Ziel bleibt es irgendwann mal unter 50 Minuten zu kommen. ABER der Krampf. Schlecht für den Kopf. Ich erinnerte mich im Wettkampf an den Beitrag von Paul Schmidt, deswegen dehnen und dann langsam und vorsichtig weiter, aber die Ursache muss noch analysiert werden. Erste These: Sehr kaltes Wasser und dieses Jahr relativ wenig Freiwassererfahrung. Ich bin auch den ganzen Sommer in einem beheizten Schwimmbad geschwommen, da dieses perfekt für mein Zeitmanagement gelegen ist, aber es ist eben nicht gut, wenn es darum geht sich an kaltes Wasser zu gewöhnen. Hier muss ich nächstes Jahr dran arbeiten. Dann kommt auch der Krampf nicht wieder und die 50 Minuten sind in Reichweite.

Ebenso muss an der Technik (Hoher Ellenbogen!!!) und Kraft gearbeitet werden. Aber da gilt: Der Winter ist lang, ab Dezember geht das los.

Und Wechsel? Da werde ich kein Held mehr drin. Aber für meine Ziele ist dies ziemlich egal. 696. insgesamt. Nach dem Schwimmen nur noch besser gewesen. Was will man mehr?

Danksagung

Vielen Dank an die Unterstützer in real und virtuell auch über das ganze Jahr, was nicht immer einfach war (ihr mochtet alle nicht mehr mein Genörgel hören). Ihr wisst, wer ihr seid und ihr glaubt gar nicht, wie viel Kraft das gibt, dass ihr euch dann doch wieder mein Genörgel angehört habt.

Wenn man nach seinem Finish das Telefon in die Hand nimmt und irgendwie 60 Nachrichten auf den unzähligsten Kanälen hat, dann ist das toll. Danke dafür. Danke auch an all die Unbekannten, die einem in unzähligen Sprachen aufmuntern. Danke auch an meine Abteilung, die aus so vielen tollen Menschen besteht und die immer für ein nettes Wort da sind.

Und ein namentlichen Dank an Tim. Du hast schon an #rcta geglaubt, als ich das noch nicht in den Mund nehmen wollte. Ich drücke dir so die Daumen, dass du Hawaii zeigst, was ein Berserker ist. Rock das Ding, Digga!

Und zuletzt: Danke Challenge Almere für einen absolut wundervollen Wettkampf. Ich komme wieder. Zwar erst 2017, da nächstes Jahr der Frankfurt Marathon ruft, aber dann garantiert. Und ganz vielleicht dann auch für die volle Dröhnung. Gucken wir mal.

Nun trudelt die Saison langsam aus. Noch einen schnellen Halbmarathon im Oktober, dann im November ganz viel regenerativ und ruhig, viele Pausen, wenig Belastung. Und im Dezember geht es dann wieder mit dem Aufbau für 2016 los.

Grober Plan: Im Februar März ein Marathon, im Juni eine Halbdistanz und im Oktober den Frankfurtmarathon. Und vieles was sonst noch so kommt.

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