Mit Vaddern um den Vätternsee

3 Wochen vor dem „längsten Tag des Jahres“ stand bei der Vätternrundfahrt erstmal eine lange Nacht auf Plan. Immerhin ging es für Papa und mich am letzten Freitag ab 20:28Uhr für gut 300km um den Vätternsee in Mittelschweden. Der Trip nach Motala stand seit Oktober 2012 fest und wurde so wunderbar in den IM-Trainingsplan integriert. Natürlich birgt eine so lange Tour auch immer das Risiko, etwas mehr Körner zu lassen, aber durch den großen Respekt vor der Länge war an Tempo-Gebolze gar nicht zu denken. Nach einer entspannten Anreise (per Fähre nach Göteborg) bezogen wir am Donnerstag ca. 40km südöstlich von Motala (der Ort ist an dem Wochenende komplett überlaufen) ein einfaches Motel. In Motala haben wir uns dann direkt die Örtlichkeiten angesehen und unsere Startunterlagen geholt. Beim Rad-Kriterium am Abend direkt mit Einheimischen ins Gespräch gekommen und erfahren, dass die ITU-Langdistanz-WM im Vätternsee stattfindet. Wer also Kontakt zur Organisatorin will, kann mich gern ansprechen.

kurz vor dem Start

kurz vor dem Start

IMG_1290
Freitagabend war es dann endlich soweit: Von einem Motorad eskortiert, ging es schnell aus der Stadt raus. Langsames Einrollen und zack: schon das erste (von 29) KM-Schild. Noch 290km – um Gottes Willen. Staunend, mit was für Gefährten (einfache Tourenräder, sogar 2 Räder ohne Gangschaltung und Achtung: 1 Einrad! haben wir unterwegs gesehen) einige die Tour meistern wollten, ging es bei starkem Gegenwind gen Süden.      In Gränna (km 80) nutzten wir die zweite Verpflegung für ein Milchbrötchen, Blaubeersuppe, Salzgurken und einen Kaffee. Inzwischen (Mitternacht) war es stockduster und 500m nach der Verpflegung entschieden wir uns, die zusätzliche Kleidung anzuziehen (ich auch mit langen Handschuhen). Erstaunlich, wie man bei Dunkelheit auf die Geschwindigkeit reagiert. 24km/h fühlen sich recht rasant an….

In Jönköping hielten wir das zweite Mal an. Diesmal gab´s es zusätzlich Kartoffelbrei und Kötbullar – wir verzichteten dankend. Zu groß die Angst, dass das Essen auf den noch ausstehenden 180km Ärger macht. Der Wind, der jetzt eigentlich von hinten kommen müsste, ließ leider nach. Aber ab 3:30Uhr ging die Sonne wieder auf und weckte neue Lebensgeister. Vor allem die längste Pause in Hjo (Km180), bei der wir Lasagne und Salzgurken frühstückten, Papa sich massieren ließ und ich 15 Minuten mit „Beine hoch“ im Eingang der örtlichen Schule lag, mobilisierte den Kampfgeist. Immerhin sollten noch einige Wellen kommen, die zwar nie länger als 500m waren, aber spätestens ab km250 reichte schon das, um sich nach dem Sinn der ganzen Nummer zu fragen. Doch je näher wir Motala kamen und die Sonne uns wärmte, desto besser ließen sich die Schmerzen (vor allem am Hintern und im Schulter-Nacken-Bereich) ignorieren. Immer wieder sagen wir uns gegenseitig: „Guck mal, wie schön das hier ist!“ Konnte man zwischendurch tatsächlich mal vergessen. 20km vor dem Ziel noch schnell 2 Hamburger Triathleten in Neongelben Jacken überholt.Stadtgrenze von Motala, am Rand ein Starter, dem es 3km vor dem Ziel noch den Vorderreifen zerlegt hat. Aus Mitgefühl möchte man fast weinen….!!
Dann aber: Zielgerade, Hand in Hand durch den Zielbogen. Ungläubiges Kopfschütteln beim Blick auf den Tacho. 303,09km in 12:36Std. Besser kann man den diesjährigen 90. Geburtstag nicht feiern.

nach knapp 15 Stunden unterwegs

nach knapp 15 Stunden unterwegs

Exif_JPEG_PICTURE

Wer sich mal eine toll organisierte Tour durch atemberaubende Landschaft und (bei guter Startzeit) die damit verbundene Nachtfahrt antun möchte, dem sei die Vätternrundan wärmstens empfohlen. Danke an Papa für Orga, Fahrt und einfache alles!!!!

Noch 20 Tage bis Frankfurt!Rookie

Ein Gedanke zu „Mit Vaddern um den Vätternsee

  1. War auch bei der Vätternrundan und kann mich dem Bericht nur anschließen! Im nächsten Jahr werde ich wieder am Start sein.

    Grüße Thomas (Filiale Oldenburg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.