Gelungener braun-weißer Ligastart am Kilimandscharo!

Der FC St. Pauli Triathlon hat den Spielbetrieb aufgenommen!

Mit Bravour und großem Kampfwillen hat unsere Mannschaft ihren ersten Liga-Auftritt der Saison 2009 (sowie überhaupt…) absolviert: Johanna aus Uelzen, Dirk aus Lage (DaL), Tom aus Tostedt sowie die Hamburger Busfahrerfraktion Lars (der heute unser Käpt’n und Schofför war), Malte, Jörn, Dirk aus Eimsbüttel (DaE) und Jan vertraten am 30. Mai 2009 zum Auftakt der niedersächsischen Landesliga Augath-Tour in Bokeloh die braun-weißen Vereinsfarben – und machten dabei eine sportlich wie modisch gute Figur.

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An der A 2 bei Hannover ragt der „Kalimandscharo“ von Bokeloh höher als die Cheops-Pyramide in den Himmel. Seit über 100 Jahren werden hier Salz und Kali aus dem Boden geholt, dabei das Erdreich ausgehöhlt und ein hübscher Berg aufgeschüttet.

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Jan beim Fachsimpeln mit dem Wettkampfrichter: „Also, wenn mich jemand beim Schwimmen nervt, darf ich den wirklich nicht am Hintern runterdrücken?“ Das Foto schoss Markus Kleinostendarp aus Osnabrück, Vizepräsident Öffentlichkeitsarbeit im Triathlonverband Niedersachsen e.V. Danke, Markus! Bei so netten, hilfsbereiten Anhängern steigt der VFL bestimmt bald wieder auf. Bestimmt.

Unsere neuen, braun-weißen Einteiler waren schon vor Beginn des Wettkampfs der große Hingucker im Ziel- und Startbereich im Freibad von Bokeloh bei Wunstorf in der Nähe Hannovers. Hier trafen sich an diesem sonnigen Pfingstsamstag mehr als 30 Teams und etwa 300 Athletinnen und Athleten aus ganz Nordeutschland, um gemeinsam eine Sprintdistanz – bestehend aus 700 Meter im Freibadbecken, dann 21,2 km auf dem Rad rund um den Bokeloher Kaliberg sowie 5 km Laufen auf dem Feld neben dem Freibad – zu absolvieren. Sämtliche norddeutsche Vereine starten in der Landesliga Niedersachsen, da sonst kein norddeutscher Triathlon-Landesverband bislang eine eigene Wettkampftour anbietet.

Angesichts des auffallend positiven Echos auf unser Outfit vergaßen wir vor Ort rasch die qualitativen Verarbeitungsschwächen der Trikots und posierten geduldig lächelnd vor den Fotoapparaten der überaus freundlichen Einheimischen. Selten zuvor dürfte man als St. Paulianer auswärts soviel Zustimmung und Lob erlebt haben wie in diesem Freibad, das mitten im Stammland des HSV 96 liegt (der auch gleich mit mehreren schlagkräftigen Teams angetreten war). Es herrschte eine fast schon beängstigend gute Stimmung.

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Unsere Startgruppe kurz vor Anpfiff, rechts drängeln sich Jörn, Lars, Johanna und DaE. Das Bild knipste ebenfalls Markus vom Landesverband.

Wettkampfstart der Liga-Teams war auf 11.50 Uhr anberaumt worden, parallel liefen die anderen Wettbewerbe im Rahmen des 9. Stadtsparkassen-Triathlons des TSV Bokeloh. Wir hatten eine relativ späte Startgruppe erwischt und durften erst um 13.05 Uhr ins Wasser. Pro Startgruppe sollten sich jeweils 6 Leute eine der acht Bahnen des auf mollige 28 Grad erhitzten Schwimmbeckens teilen. Kurze Absprache, wer schnell, wer gemütlich schwimmt und los ging’s – bzw. vorher verursachte ich noch eine kleine Verzögerung, da ich mich in der Bahn vertan hatte und von Bahn 8 auf Bahn 6 zurückmusste (wo nur noch die von allen anderen verschmähte rosafarbene Kappe für mich im Eimer lag…).

Egal – Jan, DaL und Lars stemmten sich als kräftige, erfahrene Langdistanzler vermutlich bereits nach nur 10 Minuten aus der Badewanne, andere wie ich durften noch ein paar Minuten länger im Wasser heiß laufen.

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Vor dem Start in Bokeloh – das erste braun-weiße Triathlon-Ligateam in der Geschichte des FC St. Pauli (v.l.n.r.): Dirk aka DaE aka „langer Dirk“, Jan, Malte, Tom, Käpt’n Lars, Dirk aka DaL aka „schneller Dirk“, vorne  Johanna. Jörn musste den Auslöser betätigen. Im direkten optischen Vergleich schneiden die neuen Einteiler gegenüber den alten Zweiteiler doch um Längen besser ab. Oder liegt das am Model …?

Beim Wechsel aufs Rad, das ich nach brillenlosem Herumirren doch noch fand, traf ich auf Tom, der mir freundlicherweise den Tipp gab, vor dem Lostreten doch besser das Startnummernband anzulegen, das wir zur Abwechslung mal nicht beim Rad deponieren mussten, sondern weiter vorn zusammen mit den Laufsachen (was ich natürlich beim Bahnenzählen schon wieder komplett aus meinem Kurzzeitgedächtnis gestrichen hatte…). Als ich nach gefühlten 20 Minuten dann alles beisammen hatte, durfte ich allein (Tom hatte leider nicht auf mich gewartet) als einer der Letzten meiner Startgruppe auf die Radstrecke schieben. Vor mir war weit und breit keiner zu sehen, vielmehr kamen mir schon die ersten wieder entgegen (aus der Startgruppe vor uns, hoffte ich natürlich …). Gefahren werden musste einmal links am Kilimandscharo vorbei und durch den Nachbarort Mesmerode hindurch Richtung Westen, dann ein kleines Stück nach Norden und ostwärts wieder zurück nach Bokeloh. Das alles bei zum Teil recht fiesem Wind aus Norden, der die Fahrer also meist von der Seite traf und bei höheren Geschwindigkeiten lustig werden konnte.

Hinter Mesmerode ging’s auf eine knapp 20 km lange Schleife. Von den angekündigten drei Steigungen kam zunächst ein relativ flacher, aber doch verdammt lang gestreckter Hügel, der mir fast schon den Rest gab, da ich alles andere als eine „Bergziege“ zu sein scheine und sofort den kleinsten Gang bemühen musste. Im Unterschied zu Jan, der um diese Zeit vermutlich schon wieder aufs Freibad zufuhr und einen verdammt guten Tag erwischte. Wie auch Malte, DaL, Lars und überhaupt der Rest unserer braun-weißen Truppe. Malte war sogar so gut drauf, dass er laut eigener Aussage die ganze Radstrecke über grinsen musste und sogar noch Zeit fand, den Tipp des Veranstalters zu beherzigen und die schöne landschaftliche Aussicht zu genießen. Der Glückliche.

Irgendwann fand aber auch ich zum Freibad zurück und konnte nach kurzer, aber erfolgreicher Schuhsuche auf die Laufstrecke gehen. Vier Runden um einen Acker neben dem Freibad von jeweils 1,25 km Länge erschienen mir als Klacks – auch das an diesem Tag leider ein Irrtum, wie ich bereits nach den ersten Metern herausfand (vielleicht sollte ich doch mal zum Arzt gehen oder mehr Hoppel, äh Koppeltraining machen…). In der zweiten Runde sah ich dann aber endlich den ersten Totenkopf des Wettkampfs vor mir. Er gehörte zum Rücken von Johanna, zu der ich jetzt mit fast letzter Kraft aufschloss, in der Hoffnung auf ein paar heitere, motivierende Worte, die den Weg ins Ziel erleichtern sollten. Kurz darauf erblickte ich auch das nächste Trikot mit Totenkopfrücken, der wohl zu Tom gehörte, aber kaum größer wurde, und erst kurz vor dem Ziel gab’s dann ein großes braun-weißes Hallo mit Jan, DaL (spätestens jetzt auch der „schnelle Dirk“ genannt…), Malte und Lars – alle vier standen allerdings auf der anderen Seite der Absperrung, wo sie mit einem Bier in der Hand wohl schon einige Zeit gewartet hatten. Was sich abgezeichnet hatte, wurde jetzt Gewissheit: Ich war verdammt spät dran, aber immerhin würden es fünf von uns ins Ziel schaffen und unser Team somit in die Wertung. Das war mein letzter Gedanke, bevor ich ins Ziel stolperte… Hier die Einzelergebnisse:

Rexroth, Jan   1:14:30      95.

Ewert, Dirk   (DaL)   1:17:05      146.

Müller, Lars   1:17:30      154.

Bannas, Malte  1:22:21      217.

Keil, Thomas   1:27:28      252.

Außerhalb der Liga-Wertung, aber nicht minder imponierend:

Wendt, Johanna   1:29:04      258.

Christan, Jörn  1:44:40      271.

Damit erreichten wir unter 30 gewerteten Teams den 28. Platz mit 864 Punkten, der Tagessieger kam vom Lehrter SV und war nach 1:01:17 im Ziel, in Führung liegt der Stader SV Team 1 mit 49 Punkten. Da geht also noch was für uns in den nächsten Wettkämpfen, zumal ich mir – und der Mannschaft – diese Saison gewiss keine SD mehr zumuten werde.

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Jörn, hier auf den letzten Metern der Laufstrecke, gab trotz Krämpfe nicht auf und finishte seinen ersten Triathlon. Das ist braun-weißer Kampfgeist! Auch dieses Foto stellte uns freundlicherweise Markus vom LV Niedersachsen zur Verfügung. Auch dafür sagen wir danke. Der VFL steigt bestimmt wieder auf, sagte ich das schon?

Fazit: Für Jörn und Malte war es der erste Triathlon überhaupt. Glückwunsch und Respekt! Besonders hervorzuheben ist neben unserer Rakete Jan aus Wilhelmsburg aber vor allem auch Johanna, die unter lauter schwitzenden und zum Teil doch recht angestrengt wirkenden Männern einen tollen und couragierten Wettkampf auf nicht ganz leichtem Terrain ablieferte. Bravo! Auch unsere neuen Trikots haben ihren erste Bewährungsprobe mehr oder weniger heil überstanden und es war alles in allem ein super organisierter und äußerst netter, um nicht zu sagen historischer Tag. Dazu passte, dass wir bzw. Jan und Lars auch den Platten und Reifenwechsel bei Larsens Bus auf der A7 kurz hinter dem Maschener Kreuz in rekordverdächtigen 14 Minuten meisterten. Weil er auch beim Duschen und bei der ernährungstechnischen Vorbereitung ganz weit vorne lag, sei hier noch Jans Erfolgsrezept für Couscous-Obstsalat verraten (dazu bitte nach Möglichkeit frischen Brottrunk reichen):

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1/2 Tasse Couscous, 1 EL Kokosraspel, 1 Schuss Honig und mit 1 Tasse Wasser kurz aufkochen. Dazu 1 Banane, 1 Apfel und 1 Orange würfeln (ansonsten auch Obst der Saison zufügen); Zubereitungszeit ca. 5 Min

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