Bad Bodenteich ist braun-weiss und die Rakete am Start

 

Am Sonntag bin ich zum insgesamt 6. Mal in Bad Bodenteich am Start gewesen. Im Vorfeld stellte ich fest, dass dies meine zehnte MD werden würde und freute mich auf dieses kleine Jubiläum… Bad Bodenteich mit der absolut professionellen Orga von Sportlern für Sportler ist in jedem Jahr ein echtes Highlight für mich und auch in diesem Jahr sollte es eins werden! Ich war bereits am Samstag abend vor Ort, um meine Startunterlagen zu holen und das 16 Grad warme Wasser mit den Füßen zu fühlen, dabei dachte ich noch – Der Veranstalter hat sich bestimmt vertan und das ist viel wärmer – Als ich dann am Sonntag früh allerdings wieder dort war und in meinem neuen Neo die Wasserpremiere feierte stellte ich schnell fest, dass er doch recht hatte und war froh, dass ich erst 5 Min. vorm Start ins Wasser gehüpft war. Bei der Wettkampfbesprechung entdeckte ich eine Triathletin des HSV, die ich natürlich gleich ansprechen musste, seit wann der HSV denn Triathlon betreibt. Im Gespräch offenbarte Sie mir dann hinter vorgehaltener Hand, dass Sie eigentlich St.Pauli-Fan ist und nur, weil Sie beim HSV in der Leichtathletiksparte viele Leute kennt dort startet… Das machte Sie mir doch gleich sympathischer J

Um 9.10 Uhr gings dann los und ich konnte die Muskeln mit Bewegung wärmen… Vom neuen Neo war ich vollauf begeistert, da ich bis dato immer etwas Beklemmung in meinem alten Teil fühlte, im Neuen konnte ich dagegen so richtig frei durchatmen!! Dementsprechend lief das Schwimmen trotz des kalten Wassers ziemlich gut und ich kam nach knapp 33 min, zwar nicht schneller als in den Vorjahren, aber mit wesentlich besserem Gefühl aus dem Wasser. Auf dem Weg in die Wechselzone stellte ich fest, dass es ganz gut war, dass der Weg so weit war, da ich den neuen Klettverschluss mit den Eisklumpen, die mal meine Hände waren, kaum aufbekam… Erst ein paar Meter vor meinem Bike klappte es und ich konnte mich „auspellen“.

Auf dem Rad fröstelte es mir dann aber schnell nicht mehr. Obwohl noch ein paar Tropfen vom Himmel fielen und die Strasse auf den ersten 30 Km auch noch relativ feucht war, war die Außentemperatur schon recht angenehm und auch der Wind stand günstig für eine gute Zeit. Das Wetter besserte sich von Runde zu Runde und die Sonne kam schnell heraus, was den Spaß an der Fahrt doch extrem vergrößerte. Ich verlor zwar ein paar Plätze auf der Strasse, war mit meiner Fahrt in knapp über 2:30 h für 90 Km aber zufrieden und wechselte ziemlich glatt in die Laufschuhe.

Nun lagen wieder die laaaangen 8 Runden à 2,6 km vor mir, auf denen es in jeder Runde einen bösen Anstieg zur Bodenteicher Seeparkklinik hochging, hinter dem zum Glück jeweils der Verpflegungspunkt lag. Die ersten Km fühlten sich noch etwas schwer für mich an und ich wurde auch von ein paar Läufern überholt, doch auf der zweiten Hälfte kam meine Luft zurück und ich konnte richtig Kette geben und den Halbmarathon  in 1:35:35 durchlaufen, womit ich schneller war als in Vierlanden über „nur“ 20 Km. So eine Leichtigkeit auf der Laufstrecke hatte ich noch nie gefühlt, meine Zielzeit von 04:44:04 und Gesamtplatz 21 von ca. 200 Startern gab dann das I- Tüpfelchen, auf den Wettkampf, den ich mir schon vor der Saison als Höhepunkt ausgesucht hatte. Im Ziel traf ich noch auf die Vereinskameraden Johanna und Heino, mit denen ich lange über die kommenden Wettkämpfe redete und viel Spaß hatte. Mit etwas Glück kann ich dadurch in diesem Jahr doch zum Ostseeman und in einer Staffel den Rad-Part übernehmen J.

 

Manno war das HOT!!!

So einen heißen Wettkampf habe ich noch nie erlebt, Glückwunsch an alle Finisher, die Ihren inneren Schweinehund geschlagen haben und zum Teil über sich selbst hinausgewachsen sind!!

Für mich war es ein ziemlich perfektes Wochenende, anfangs zwar mit leichten Stauproblemen auf der Anreise, aber das Hotel hat uns sogleich dafür belohnt! Ich habe mit meinen Eltern im Hotel „Vierlandentor“ kurz hinter Bergedorf geschlafen und wir waren echt begeistert von der Umgebung! Obwohl wir gerade mal 90 Km entfernt wohnen habe ich das schöne Vierlanden vorher noch nie gesehen und sofort ins Herz geschlossen. Das Hotel war total familiär und weil insgesamt 2  Triathleten dort schliefen wurde für uns extra das Frühstück auf 6.00 Uhr vorverlegt, was nun wirklich nicht selbstverständlich ist. Also gab es pünktlich meinen obligatorischen  „braun-weißen Treibstoff“ (2 weiße Brötchen mit Nutella und 2 Becher Kaffee). Um 6.50 Uhr waren wir an der Wechselzone und ich traf auf den Kampfrichter Larsen und meine Mitstarter auf der MD für die ich, da ich Erster beim Einchecken war, einen Platz in der Wechselzone für den St. Pauli-Block belegte… Nach ein paar Fachsimpeleien verabschiedete ich mich in Richtung Schwimmstart um meinen Neo ohne Eile anzuziehen und Ihn ordentlich einzuschwimmen, damit mir wegen eines schlecht sitzenden Anzugs nicht wieder die Luft wegbleibt. Dann gings los und ich sprintete mit meiner schwarzen St.Pauli-Kappe (Ich war glaub´ich der Einzige damit ?!?) ins Wasser und gab Gas. Trotz einiger Probleme beim Schwimmtraining der letzten Wochen kam ich super in meinen Rhythmus und der Neo saß perfekt. Beste Vorraussetzungen für einen guten Wettkampf – so kams dann auch. Nach ca. 32 min war das Schwimmen für mich beendet, damit war ich als 11. aus dem Wasser und wechselte ohne Hektik und vor Allem ohne eine „Wechselschlampe“ zu sein (sonst geht bei mir immer irgendwas schief in der Wechsellogistik, obwohl ich Logistik studiert habe…) auf mein Rad.

Vor 3 Wochen habe ich mir noch ein großes Kettenblatt vorn gegönnt und hatte nun 53 statt 51 Zähne um richtig Druck zu machen. Die Radstrecke fand ich zwar etwas eintönig, aber das Drumherum mit dem Überholen der anderen Distanzen und den unzähligen Treffen mit unseren anderen Startern ließen die KM echt verfliegen. Ich kam gut zu recht und mit einem, für meine Verhältnisse, fantastischen Schnitt von 36 Km/H zurück in die Wechselzone. Als ich vom Rad stieg gabs einen kleinen Schreck, weil meine Beine unnormal stark schmerzten, im linken Oberschenkel glaubte ich kurz das Horn des Triabolos stecken zu haben, der mich auf der Radstrecke verblasen hatte J. Ich dachte nur Sch… Du kommst bestimmt nicht durch, wenn das so weiter geht, doch zum Glück lief ich den Schmerz nach 3 bis 4 Km aus den Beinen und -Siehe da- Ich entdeckte den Triabolo wieder und holte auf! Als ich Ihn überholte fühlte ich auch kaum noch Schmerz, also ob ich Ihm sein Horn wiedergegeben hatte J Die Hitze war echt mörderisch und der Schattenmangel machte mir zu schaffen, sodass ich mich von meinem ursprünglichen Ziel 4:30h verabschiedete. Ich nahm alles an Wasser was nur ging und goß es mir mit Genuss über den Schädel und in den Hals. Dadurch konnte ich mein Tempo einigermaßen halten und kam nach etwas über 4:30 als 16. Ins Ziel, wo ich mir sogleich 3 Erdinger genehmigte und auf Harm und Oliver wartete. Ungefähr eine Stunde und nach einem entspannenden Bad im Hohedeicher See saß ich dann auch schon wieder im Auto, auf dem Weg nach Haus, da mein Großvater noch Geburtstag hatte. Dort angekommen gabs erstmal Sahnetorte und kurze Zeit später floss das erste kühle Pils in meine Kehle, von denen ich mir noch ein paar Belohnungsfläschchen gönnte! Alles in Allem kann ich die harsche Kritik vieler Starter im Gästebuch des Vierlanden-Triathlons nicht teilen und bin nächstes Jahr gern wieder dabei!

Das Glas war mehr als halbvoll! Julia+Kay beim Ironman 70.3 Wiesbaden

Bis auf das Rennen selber hat Kay in seinem Bericht schon sehr viel vorgelegt von dem, wie ich es auch erlebt habe.

Dieser Wettkampf war mein Jahresziel.

Es gab dennoch in der Vorbereitungsphase ein paar Stolpersteine, unter anderem Materialprobleme am Rad und fiese Rückenschmerzen .

Aber mein sehr angagierter Sport-Physio-Doc hatte alles gegeben und so begab ich mich zwar zweifelnd aber voller Hoffnung mit Kay auf den Weg.

Frei nach dem Prinzip das Glas ist halb voll, nicht Kay??

Auf der Autofahrt nach Hessen unterhielten wir uns viel über die Radstrecke. Ich war dank einer Trainingswoche im Taunus auf das anspruchsvolle Streckenprofil vorbereitet.

Kay kannte den Waseberg und die Hügel der Lüneburger Heide, aber das hatte wohl wenig mit der bevorstehenden Strecke zu tun.

In den Kasseler Bergen wollte Kay das Gefühl für die Bergsteigungen in Prozent bekommen…und bei jeder kleinen Abfahrt mit einem 7 oder 8 Prozent Schild kam dann die Frage:

Ist das so, wenn man nach Hausen hochfährt?

Grosses Fragezeichen in meinem Kopf und auch die fehlende Erinnerung…wie war das denn noch? Waren das 6, 7 oder doch 8 %?

Es half alles nichts…um uns beiden ein Gefühl für diesen Anstieg zu geben, mussten wir vor dem Wettkampf da noch mal hin.

Also sind wir vorm Einchecken ins Hotel erstmal nach Ankunft in Wiesbaden nach Hausen gefahren.

Von Schierstein (Wechselzone 1 und Schwimmbereich) ging es gemächlich voran, dann zeichneten sich die ersten Hügel ab.

Kay war verdächtig leise. Beruhigte sich immer selber damit, dass es ja noch ginge…oder: hier könne man sich doch etwas ausruhen und ein Gel  einnehmen…

Beim Anstieg nach Hausen kam dann phasenweise gar nichts mehr…

Ich wusste an dieser Stelle, dass Kay ein „Bergbock!“ ist und es mit Bravour schaffen würde…

Er war nicht ganz so überzeugt!

Anschliessend holten wir unsere Startunterlagen und checkten im Hotel ein.

Abends Pastaessen im Messebereich.

Wettkampf-Luft machte sich breit…die Nervosität stieg.

Ständig bekam ich „das Glas ist doch halb voll“ zu hören.

Nächster Tag ausführliche Wettkampfbesprechung. Wie war das mit den Beuteln?

Drei Stück? Verschiedenen Farben? Wohin soll welcher Beutel mit welcher Klamotte?.

Verwirrung oder doch nur die Nervosität?

Man musste nicht nur einen Tag vorher das Rad einchecken, sondern auch noch die Logistik seiner Klamotten gut durch denken. Den blauen Beutel in die erste Wechselzone, den roten in die zweite und dann noch einen weissen für nach dem Wettkampf. Ach so! Na dann ist ja alles klar.

Kurze Ausfahrt bei strahlendem Sonnenschein mit Kay.

Warum reden eigentlich alle vom Regen am Wettkampftag??

Und dann waren da noch diese Rückenschmerzen!

Abwarten, trotzdem starten und notfalls Abbruch!

Kurze Nacht vor Sonntag und um 5:30 Uhr klingelte der Wecker.

Und ohne die Augen aufzumachen hörte ich ihn schon….den REGEN!

Kay und ich fuhren los und das Regenradar zeigte viele dunkle Wolken an.

Unvorstellbar nach dem vorherigen Tag.

In der Wechselzone herrschte Chaos.

Platzregen, alles nass!

Trotz der musikalischen Beschallung und morgendlichem Entertainment durch die Veranstalter war das Grollen des Gewitters nicht zu überhören.

Die Müllbeutel, die als Garagen für die Rädern dienten, ersetzen bei den meisten den Ganz-Körper-Regenanzug.

Schnell verstand ich warum alle schon den Neoprenanzug anhatten.

Ich hatte mich selten so schlecht in der Wechselzone auf einen Wettkampf vorbereitet.

Und so richtig die grosse Lust kam auch nicht auf. Die Nervosität der Tage vorher war erstmal verflogen und ich sehnte mich nach einem warmen Bett.

An diesem Punkt stellt ich mir wirklich die Frage: Was mache ich hier eigentlich???

Bevor ich dann endgültig einfror, rückte der Schwimmstartschuss zum Glück näher und ich begab mich ohne Einlaufen oder Aufwärmen klitschenass in den Startbereich.

Startschuss: 8:10.

Das Schwimmen lief ok…ich merkte meinen Rücken, versuchte es zu ignorieren.

Nach 35 min hatte ich den ersten Teil geschafft.

Was dann folgte war mit Sicherheit der schwierigste Teil:

Im strömenden Regen auf dem Rad 90 km den Taunus bezwingen.

Los gings…bloss nicht zu schnell angehen. Die Berge kommen ja noch…

Nach kurzer Zeit bemerkte ich ein Geräusch

Oh nein! Da war es wieder, das andere Problem:

Schleifen meines Hinterrades an dem Rahmen.

Ich hatte noch versucht mit meinem Radhändler Lösungen zu finden, wir probierten verschiedene Mäntel aus und angeblich sollte das alles so gut gehen.

Doch keiner konnte diese Wassermassen ahnen.

Der Dreck sammelte sich immer mehr zwischen Rahmen und Hinterrad und das Schleifen wurde lauter.

Bei dem Anstieg nach Hausen wurde ich von zwei Mitstreitern angesprochen ob ich nicht mal absteigen will.

Was für eine Frage: Nein. Ein Steinbock steigt nicht ab! Ausserdem wusste ich, das ich eh nichts machen kann.

Also Augen zu und durch…..

Hab dann zur Freude meiner Mitfahrer extra jede Pfütze mitgenommen. So wurde das Schleifen zeitweise weniger.

Dann lief es alles ziemlich gut….man gewöhnt sich auch an Regen.

Trotz dieser Wetterlage waren in den Dörfern überall Leute, die einen anfeuerten. Irgendwann bemerkte ich gar nicht mehr, dass es regnete.

Selbst der befürchtete 10%-„The Hammer“-Anstieg bei km 70 konnte ich mit Hilfe der lauten Schreie der Zuschauer bezwingen.

Nach 3 Std. 09 min kam ich heil in Wiesbaden in der zweiten Wechselzone an.

Wie wird das Laufen nach so einer Radstrecke unter diesen Bedingungen?

Heute ein paar Wochen danach erinnere ich mich kaum an Probleme, aber leicht fiel es mir nicht. Seitenstiche blieben zwar aus, aber die Beine waren schwer, sehr schwer.

Die Zuschauer brüllten was das Zeug hielt und alle Läufer wurden angefeuert.

Ich wusste, die 4 Runden im Kurpark werde ich schaffen.

Ich muss zugeben, die Cola und etlichen Gels haben es sicherlich rausgerissen……

Nach 5 Std. 36 kam ich jubelnd ins Ziel. Schon erschöpft, aber mit so viel Endorphinen vollgepumpt stand ich fast den Tränen nahe im Ziel.

Wow!!!!! Ich hatte es geschafft!

Das Glas war voll…und nicht durch den vielen Regen!

Kurze Zeit später habe ich erfahren, dass ich den 6.Platz in meiner AK erreicht hatte.

Zwar hatte ich mich ein paar Tage vorher über die WM in Florida unterhalten, aber wenn ich ehrlich bin, nicht ernsthaft daran geglaubt.

Und jetzt lag dieser Slot doch so nahe. Die ersten 4 Plätze hatten einen Startplatz in Clearwater/Florida fest.

Hilfe…

Erstmal bejubelte ich Kay, der auch glücklich ins Ziel kam.

Wie in einem Film sind wir dann zur Startplatzverlosung und Siegerehrung ins Kurhaus gegangen!

Und dann war es soweit: ich bekam den SLOT!

Ich fliege im November zur WM nach Clearwater/Florida.

Wenn ich ehrlich bin, hab ich es bis heute kaum realisiert.

Mein Glas bleibt jetzt erstmal ziemlich voll…auch zum ständigen Anstossen;-))))

Danke Kay, ohne dich wäre dieses Wochenende nicht nur halb so schön gewesen!!!!!!!!

Hier nun der Bericht über meinen persönlichen Saisonhöhepunkt, dem Ironman 70.3 in Wiesbaden.

Der “Ironman 70.3“ entspricht der Mitteldistanz und somit der Hälfte des “Ironman“, wie er zum Beispiel auf Hawaii ausgetragen wird.

Das besondere an dem Wettkampf in Wiesbaden ist die Herausforderung, die sich durch die Radstrecke stellt.

Am Freitag früh bin ich mit meiner Sportsfreundin Julia Richtung Taunus aufgebrochen.

Der Vorfreude entsprechend, haben wir uns gegenseitig gefühlte 1000 Mal gefragt, ob wir nicht etwas vergessen haben.

Die Vorfreude war groß.

Wir sind zügig vorangekommen und die Unterkunft war schnell gefunden.

Am Freitag sind wir noch die Unterlagen abholen und haben auf dem Zieleinlaufgelände schon mal etwas Wettkampfatmosphäre geschnuppert.

Am Samstag haben wir nach der Wettkampfbesprechung noch eine kurze knackige Radeinheit abgelegt um die Räder anschließend “einzuchecken“.

Julia und Kay an Rhein statt Elbe

Nach einer gründlichen Inspektion, des Wettkampfareals saßen wir bei einem kleinem Imbiss in der Sonne, wir konnten und wollten  nicht glauben, dass es schlechtes Wetter geben sollte.

Nach einer für mich unruhigen Nacht, sind wir früh Aufgestanden um letzte Vorbereitungen zu treffen und uns auf den Weg zu machen.

Es regnete, als wir im Startbereich angekommen sind.

Die gesamte Wettkampfsaison über hatte ich das Glück bei schönem bis relativ gutem Wetter zu starten.

Der heutige Tag sollte jedoch etwas anders werden.

Vor meinem Start reduzierte sich der Regen etwas, genau wie Begeisterung für die bevorstehende, bergige Radstrecke.

Ich hatte es einen Tag vor der Abfahrt geschafft, bei einer kurzen Radausfahrt mit meiner Bergziege, einem Rennrad, das Schaltauge zu zerlegen.

Die Bergzeige hat eine für hügelige Landschaft vorteilhafte Ausstattung was, Kettenblatt und Ritzelkassette angeht,

Auch mit der sehr kurzfristigen Unterstützung von Gunther haben wir festgestellt dass, ohne neues Schaltauge nichts geht.

Nun musste ich mit dem neuen Renner an den Start, der eher für das Zeitfahren ausgelegt ist.

Nun zum Wettkampf.

Das Schwimmen gestaltete sich auf Grund des geräumigen Wettkampfareals als recht angenehm.

Der Wechsel verlief, wie soll ich sagen, suboptimal.

Die von mir vorher angepeilten Sichtmarken wurden nun von den anwesenden Zuschauern verdeckt.

Die Reihen mit den Rädern waren eng gestellt, die Schilder teilweise vom Wind verweht worden.

Der Endspurt im Wasser, der Sprint in die Wechselzone hat den Puls in die Höhe getrieben und die Aufmerksamkeit herabgesetzt.

Das werde ich wohl noch mal Üben müssen.

In der Wechselzone habe ich mir Zeit gelassen den Puls wieder etwas herunter zu fahren, bloß nichts vergessen.

Auf der Radstrecke bin erst einmal in ein Energieloch gefallen.

Nehme an, die dass vorherige Nährstoffversorgung nicht ausreichend war.

Am Anfang der von vielen als anspruchsvoll eingestufte Radstrecke hatte ich nur Pudding in den Beinen.

Na prima, dachte ich mir, habe erst einmal einiges von diesem klebrigen Zuckerzeugs einverleibt.

Es begann stärker zu regnen, der Regen nahm langsam aber stetig zu.

Die ersten kleinen Anstiege waren noch kein Problem, dann begann der “Unbezwingbare“ genannte Teil, der auf wenigen Kilometern auf 500 Höhenmeter, bergauf führte.

Bei meiner Übersetzung half da bald nur noch der Wiegeschritt, um weiter zu kommen.

Mir viel der gute Rat von Julia ein, sich die Kräfte gut einzuteilen, am Anfang nicht gleich alles zu geben.

Also ging es mit manchmal 10 KM/h hinauf.

Ich muss dazu sagen, dass die einzige “Höhe“, die ich je gefahren bin im letzten Jahr die Köhlbrandbrücke bei der Cyclassics gewesen ist, und das mit der Bergziege.

Oben am Berg angekommen viel mir der Brocken von den Schultern, den meine Bedenken dort abgelegt hatten.

Wenn ich das schaffe, dann geht auch noch mehr.

Alle Befürchtungen waren erst einmal verflogen.

Es ging bergab in rasanter Schussfahrt in den nächsten Ort.

Da es regnete, beschloss ich erst einmal das Bremsverhalten zu testen.

OK, vorausschauend Fahren, anders geht es nicht.

Leider kannte ich die Strecke nicht, wusste nicht wo entlang der Weg hinter dem nächsten Haus führte, nach links, rechts, bergan, oder doch nicht?

Wurde mit der Zeit immer sicherer.

Hatte mir das Höhenprofil der Strecke vorher in Plastikfolie eingepackt mitgeführt, was mir sehr half, die Verpflegung und die Kräfte einzuteilen.

Lang gezogene Anstiege wurden von rasanten Abfahrten abgelöst.

Auf einem Teilstück habe ich in mittlerweile strömenden Regen, meine neue persönliche Höchstgeschwindigkeit von 82,81 KM/h erreicht.

Ich muss von allen guten Geistern verlassen gewesen sein.

Bitte nicht nachmachen.

Unterwegs auf einer Hochebene, wurde es dann recht kalt, der Regen ergoss sich unaufhörlich auf uns nieder, das Wasser lief in den Schuhen schon über, fragte ich mich, was ich hier eigentlich mache und wieso ich nicht im Neoprenanzug losgefahren bin.

Auf der nächsten Abfahrt winkte ich mir den vorbeifahren die Wettkampfrichterin heran und scherzte, dass ich auf dem Anmeldeformular ein Häkchen bei dem Feld “Sonnenschein“ gesetzt hätte.

Der Motorradfahrer hat sich kaputt gelacht.

Die Wettkampfrichterin scherzte zurück, dass es dann etwas extra gekostet hätte.

Aha, so ist es wohl bei der Firma “Ironman“

Da viel mir ein, dass ich beim Segeln ähnlichen unangenehmen Situationen ausgesetzt war und erinnerte, dass diese auch wieder vergehen würden.

Weiß nun, wofür diese Armlinge gut sind, die man ans Trikot knüpfen kann.

Damit man sich nicht den A…..rm anfriert.

Es ging weiter durch Berg und Tal, die bei schönem Wetter sicher wunderschön sind.

Am Streckenabschnitt der “Der Hammer“ genannt wird, traf ich auf eine Szenerie, wie sie sonst bei der Tourde France zu sehen sind.

Begeisterte Zuschauer, die die TeilnehmerInnen den circa einen Kilometer mit 10 % Steigung hinauf gejubelt haben.

Unglaublich, aber wahr, die Bergkuppe war in Sicht, sollte ich wirklich oben angekommen sein, oder folgt noch ein mieser Anstieg?

Hatte es tatsächlich geschafft, hatte die Zweite größere Herausforderung der Radstrecke hinter mir gelassen.

Atemlos musste ich feststellen, dass wieder eine leichter, lang gezogener Anstieg folgte.

Rief einem Zuschauer zu, das ich nun langsam genug von den Bergen hätte.

Er beruhigte mich damit, das es nun bald nur noch bergab ging.

Es ging hinab und immer schneller wurde der letzte Streckenabschnitt zurück nach Wiesbaden.

Da die Straßen abgesperrt waren konnte ich nochmals richtig Geschwindigkeit aufnehmen.

Nur nicht die Füße stillhalten, da sonst die Beine schwer werden, wollte doch im wiesbadener Kurpark noch Joggen gehen.

Trotz nicht enden wollendem Regen wurden die Dreikämpfer von vielen Zuschauern begeistert begrüßt.

Am Ende einer abenteuerlichen Radausfahrt, bat ich im Gedränge des Umkleidezelt:

“Lassen Sie mich Arzt, ich bin durch!“

Überlegte kurz, ob ich die nassen Socken anbehalten soll oder nicht.

Egal, frische Socken würden eh bald wieder nass sein.

Ließ die Laufstrecke erst einmal langsam angehen, kam aber bald in meinen Laufrhythmus.

Habe mich einem Läufer angeschlossen, der ungefähr meine Geschwindigkeit hatte.

Wir habe uns gegenseitig überholt, worauf ich Ihm fragte, ob wir nicht einen “belgischen Kreisel“ laufen wollen.

Laufen ist nicht meine Lieblingsdisziplin und die 1900 Höhenmeter der Radstrecke machten sich immer mehr bemerkbar.

Nach ungefähr 10 Kilometern wurde es langsam richtig anstrengend.

Ich entdeckte einen St.Paulianer der mich an der Laufstrecke,der mich besonders anfeuerte.

Kay im Ziel mit Christian aus der Radsportabteilung vom FC

Fühlte mich nicht mehr allein und wusste ich würde es schaffen.

Im Ziel angekommen begrüßte mich Julia.

Jubel, ich war angekommen und wieder ein Stück gewachsen.

Da ich am Ende der letzten Saison, meiner ersten Triathlonsaison, dafür ausgelacht wurde, dass ich mich für diesen Wettkampf angemeldet hatte, war der Zieleinlauf ein doppelter Sieg.

Zum einen gegen die Arroganz, zum anderen gegen die eigenen Bedenken.

Stelle fest, dass viele meiner Mitmenschen es sich nicht vorstellen können stundenlang in einem Wettkampf.

Lange Distanzen sind, wie alles im Leben, relativ.

Wer gern trainiert, sich begeistern kann, kann alles schaffen was er sich vornimmt.

Im Wettkampf ist mehr möglich,.als man sich selbst zutraut.

Ich bin an diesem Wettkampf ein wenig gewachsen und freue mich schon auf die nächste Saison.

Zu guter Letzt, die Julia hat es geschafft sich durch Ihre Leistung und etwas Glück einen Startplatz für den Ironman 70.3 in Florida im November zu qualifizieren.

(Anmerkung der Red.: In Clearwater/Florida finden die 70.3 Weltmeisterschaften statt – go Julia!)

Hurra!

Allerherzlichsten Glückwunsch!

(Anmerkung der Red.: aus unserer Abteilung  war auch noch Frank-Michael Gricksch zum zweiten mal in Wiesbaden am Start, wir gratulieren!)

Vierlanden and beyond

… darunter erfahrene Hasen wie Christoph oder Teddy, aber auch Neueinsteiger wie Nicole Klingl oder Markus Frink, die beide ihren ersten Triathlon mit Bravour und viel Spaß beendeten. Auf der kurzen olympischen Distanz stürmte Eric mit 2:25 h als erster St.Paulianer ins Ziel (Gesamt: 41. von 184; Altersklasse: 9.), gefolgt von Christoph mit 2:45 (Gesamt: 199.; Altersklasse: 1.),und kurz dahinter in Sekundenabständen Peter, Frank-Michael und unserem Super-Oldie Sammy mit 2:48:59 (Gesamt: 127.; Altersklasse: 1.). Olaf dagegen hatte den obligatorischen Platten und musste mal wieder absteigen. Neues Rad kaufen, oder mal eine Pumpe bei Wettkämpfen mitnehmen? Bei den Sprintern (Volkstriathlon) sicherte sich Stephan Fasshauer mit 1:08:49 den inoffiziellen Vereinstagessieg, der ihn immerhin 11. im Gesamtklassements werden ließ. Bei den Frauen gewann Nicole in 1:29 h unsere virtuelle Vereinsmeisterschaft. Auf der Kurzdistanz bei den Frauen zeigte Sammys Tracy ebenfalls eine tolle Performance und kam in genau 3 h ins Ziel. Allen Starterinnen und Startern Glückwunsch für diese kolossale Leistung! Die WM kann kommen! Larsens Vater konnte inzwischen als Staffelstarter und Schwimmer verhaftet werden.

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Hier fuhr vor einer Sekunde noch Sammy lang …

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Schon um 10 Uhr sprangen gestern die tapferen Mitteldistanzler in den See. Unter ihnen war nach diversen Abmeldungen infolge von Ausfallerscheinungen leider nur ein St. Paulianer zu finden: Von insgesamt 81 gewerteten Startern konnte sich Harm mit einer Zeit von 4:48 und als 29. im oberen Drittel platzieren. Nach 2 km Schwimmen, 80 km Deichfahren lief er den Halbmarathon in beeindruckenden 1:41 h. Er liegt damit voll auf Kurs für seinen Hauptwettkampf am 1.8. in Regensburg – klasse Leistung! Außer den Jede(r)frauen und -männern waren auch die Landsliga- und Regionalligateams auf der Strecke. „Besondere Erwähnung verdient auf jeden Fall Gunther. Er hat die Konkurrenz in Grund und Boden geschwommen (Anm.: 1,5 km in 12 Min. ist Mark-Spitz-rekordverdächtig) und hat seine Führung im Ziel mit knapp 5 Minuten Vorsprung verteidigt. Gesamtsieger der Landesliga hatten wir bisher noch nicht!“, freute sich Ligawart Walter, der selbst den Tag im Klappstuhl an der Strecke verbrachte, da er am Tag zuvor in Ferropolis schon viel Sport betrieben und zusammen mit Mättz die braunweißen Farben würdig vertreten hatte. Die Farbgebung der neuen St.Pauli-Trikots sorgte allseits für viel Gesprächsstoff und Heiterkeit. Von „Toll, mal was Anderes“, über „Erinnert mich irgendwie an die 1960er-Jahre-Mode“ bis hin zu „Nein danke, ich möchte keinen Senf mehr“ war alles dabei. Während die Landesligaherren dank der erwähnten herausragenden Einzelleistung 5. des Ligaspieltags wurden, waren auch die Frauen gut unterwegs und sicherten sich diesmal den 3. (und damit leider letzten) Platz. Die Konkurrenz war aber auch verdammt stark. Um so mehr: eine mehr als brave Leistung von Christine, Anja, Kathrin und Julia!

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Um allen anderslautenden Gerüchten entgegenzutreten, demonstrierten wir während des Rennens auf dem Hauptdeich und verteidigten lautstark unsere Vereinsfarben: „Triathlon ist Braunweiß!“

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Auch der Schöngeist unserer Abteilung hatte sich auf den Weg in die Vierlanden gemacht. Hier der Rennbericht von  Ottoerich, Altonas schnellstem Antiquar, der dennoch die schlimmsten 5 km seines bisherigen Sportlerlebens lief:

Gestern bei sengender Sonne in 1:25 h den Sprint bei Vierlandentriathlon erledigt. Wie fast immer kamen mir während des Wettkamps Zweifel, was tust du hier eigentlich, wie fast immer war nach dem Wettkampf die Erleichterung groß, schön, dass es vorbei ist und die Gewissheit, nächstes Mal gerne wieder.

Diesmal lief ich ins Wasser ohne schützenden Neopren. Premiere. Das Testschwimmen vorm Vortag machte mir klar, irgendwie behindert das Teil mehr, als dass es unterstützt: 90% Brustschwimmen, was soll der Ballast?! Also, kurz vor’m Start etwas abgekühlt und dann mit der Meute hinein in die Waschmaschine: Die ersten 50 Meter (gefühlt 500) Kraul schwimmend mitgehalten. Tritte links, Tritte rechts, ließen mich ruhigeres Fahrwasser suchen. Hinter mir erschollen Hilferufe, klang sehr Besorgnis erregend. Im ersten Augenblick wollte ich anhalten, um nach dem rechten zu sehen, dann fiel mir glücklicherweise ein: Rettungsschwimmen kannst du auch nicht. Also weiter! (Nachher erfuhr ich, dass die DLRG ausrücken musste und zwei Süßwassermatrosen aus Seenot befreite).
Meine Brille beschlug im Nu, ich konnte nur der Masse folgen. Irgendwann erspähte ich dann doch die erste Boje, rechts rum und weiter im grimmigen Lauf. Neue Kraulansätze wurden durch Atemnot sofort unterbrochen, unversucht wollte ich aber nichts lassen. Nun hatte ich so etwas wie Schwimmschatten gefunden. Zwar erschien mir der Vorschwimmer etwas langsam, ich blieb dennoch dicht hinter ihm. Letztlich verschenkst du hier keine Körner, die dir nachher fehlen, lautete mein Mantra. Zweite Boje gemeistert, nun den Strand irgendwo da vorne geahnt – drauf zu halten. Jetzt konnte ich doch noch etwas beschleunigen und meinerseits nach vorne gehen. Nach 12 Minuten raus aus dem Wasser, der Blick zurück zeigte mir nicht als Letzter und ab Richtung Wechselgarten.
Mein untauglicher Versuch, den direkten Weg zu meinem Rad zu nehmen, wurde von einem Kampfrichter unterbunden: Nee, nee, so nicht! Da hinten lang!, herrschte er mich an. Die Streckenführung war nicht ganz klar. Sparte ich diesmal Minuten, in dem ich mich nicht mehr aus der Gummihaut pellen musste, verschenkte ich diese durch chaotischen Wechsel. Während ich zur Radstrecke hinauf schob, verhedderte sich mein Startnummernband in den Vorderadspeichen. Miste, ‚raus klamüsiren, umgurten und weiter.
Bis zur ersten Wendemarke lief es sahnemäßig. Leichter Rückenwind, singende Pneus und blauer Himmel brachten mir einen 35er Schnitt. Mehr, als ich zu hoffen wagte. Nach der Wende ging’s nicht mehr ganz so flott weiter, im ganzen zeigte mein Tacho 37 Minuten für die gemessenen 19,7 km an. Ich war’s zufrieden. Einige aus meiner Startgruppe konnte ich überholen, mit 2 Konkurrenten lieferte ich mir auf der Wegstrecke stete Duelle, so richtig absetzen konnte sich keiner. Lustig war’s, als einer der beiden nach dem Überholvorgang mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht einen Gang höher schaltete, dann aber dermaßen einbrach, dass ich ihm ein Liedchen pfeifend meinerseits das Heckrad zeigte.
Dann folgten die 5 km auf der Piste. Es waren die schlimmsten 5 km, die ich je gelaufen bin. Endlos zog sich die Strecke hin, kein Schattentrost nirgends, dafür beißende Grilldünste der Wochenendurlauber gepaart mit aufgewirbeltem Staub der Strecke. Grausam. 5 km. Die brauche ich sonst zum warm werden, gestern lief ich heiß. Lauffreund Air Eule aus Startgruppe 2 schloss noch zu mir auf, und ich wagte den gemeinsamen Laufschritt, allerdings nicht auf lange. Puste weg, alle alle.
Im Ziel dann alles vergessen, Wasser & Erdinger (oder war es Franziskaner) satt: Welt, du hast mich wieder. Nach kleiner Regenerationsphase noch zu den FCSP-Groupies gestoßen, und die Mannschaft angefeuert. Am Wegesrand stehen ist irgendwie auch toll.

„Der Doppelte Olli“  – Oliver Bley und Oliver Schwarzwald.Olli (v.l.) im neuen Dress – und der schon wieder aufgemunterte Ottoerich (rechts) im old style – die Kopfbedeckung wäre die perfekte Ergänzung zu unserer TK-Badekappe.

That’s the way we like it – während die anderen noch laufen, sind wir schon bzw. noch am feiern. Christine und Trinkwart Jürgen vor der Wechselzone am See.

Kraichgau Triathlon enthält mehr St.Pauli als man denkt

drei-musketiereChallenge Kraichgau – St. Pauli-Trias im wilden Süden

Für meinen ersten Start im Trikot vom FC St. Pauli wählte ich die Challenge in Kraichgau aus. Nicht nur, weil es inzwischen der geilste Triathlon im Südwesten ist, sondern auch weil ich dort meine zweite Mitteldistanz finishen wollte.

Das Fahrrad wurde am Samstag bereits eingecheckt. Das Wetter war der Hammer und zu dem Zeitpunkt war auch Chris McCormack noch gut gelaunt.

Als ich voller Stolz mit meinem St. Pauli-Dress am Sonntag Morgen durch die Wechselzone marschierte war die Verwunderung groß als ich noch zwei andere im braunen Trikot erblickte: Da hat’s ja noch mehr von uns!!! Und schon hatte ich zwei meiner Vereinskollegen kennengelernt. Dirk und Udo waren nämlich auch am Start. Ein Fotograf für das obligatorische Gruppenfoto war auch schnell gefunden und so verabschiedeten wir uns dann nach einem “viel Glück” Richtung Startzone.

Das Schwimmen war nass, die Radstrecke mit ein paar “Garagenauffahrten” niedrigster Kategorie bestückt und die Laufstrecke mit wenig Schatten versehen.

Mit einer Endzeit von 5:19 Std. konnte ich für einen ansehnlichen Einstand sorgen, auch wenn der Halbmarathon nicht so rund lief. Dirk finishte nach 5:48 und Udo nach 6:32.

Als nächstes kommen ein paar Kurz-Distanzen auf mich zu, unter anderem Ende Juli der City-Man in Hamburg. Dann kann ich auch einmal den Rest der Truppe kennenlernen!!!

Viele Grüße aus dem wilden Süden,

Michl

Half Challenge Barcelona – Andres und Henning am Start!

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Und er stand uns verdammt gut – dieser topmodische Einteiler- der von uns ( Henning und mir ) wohl erstmalig auf den Rad und Laufstrecken dieser Welt getragen werden durfte. Dies empfanden wir als Ehre und Verantwortung zugleich . Für eine solche Weltpremiere gab es keinen besseren Ort als die Half Challenge Barcelona. Denn auch diese Veranstaltung fand erstmalig statt.

Austragungsstätte war Callela ein Ort ca. 50 km nördlich von Barcelona. Einer jener mediterranen Zielorte gepflegter deutscher Bustouristik, der sich jetzt aber sicher zu einem Mekka des europäischen Triathlonsportes entwickeln wird. Dies zum einen wegen der hervorragenden Infrastruktur zum Laufen ,Schwimmen und Radfahren. So gibt es die CMR Sportstätten mit beheiztem 50 Meter Bad, aber auch das offene Meer zum Kampf mit Wellen und Strömung. Ein weiter Pluspunkt ist die perfekt organisierte Half – Challenge im Mai und die sicher ebenso laufende Langdistanz im kommenden Oktober.

Das zwei Tage vor dem Wettkampf stattfindende Einschwimmen versprach eigentlich nichts Gutes. Gegen eine Strömung ankämpfend und nur unwesentliche Meter vorankommend, brach ich das Schwimmen wegen aufkommender Übelkeit ab. Gott sei Dank war am Wettkampftag dann die See ruhiger und die Strömung nur leicht zu nennen. Gestartet wurde in 4 Gruppen ab 7.30 mit ca. 500 Teilnehmern im 5 Minuten Abstand. Henning und ich hielten uns diskret im Hintergrund der ca 2000 wartenden Triathleten .

Da ich seit Februar , meiner letzten Halbdistanz, nur drei mal eher widerwillig in der Schwimmhalle war, wollte ich das Schwimmen eher etwas defensiv angehen. Nach 37.46 min ging es dann in die Wechselzone . Was ich dort in den folgenden 5 min gemacht habe , ist mir immer noch schleierhaft. Obwohl ich mir schnell vorkam sind die meisten Triathletos dort doch nach 2 min durch. Hier besteht eine Zeitreserve, die genutzt werden kann.

Die Radstrecke war flach und auf komplett gesperrter Strasse sehr angenehm zu fahren. Leider war es nicht immer möglich sich regelkonform zu verhalten , da viele Engpässe zur Bildung klassischer Peletons führten. In diesen Radkonvoluten dominierten die französischen Sportkollegen, die sich vermutlich auf der Tour de France wähnten und in alter Radsportmanier das Rennen gestalteten. Insgesamt wurden ca 200 Teilnehmer wegen Drafting disqualifiziert. Nach 2h 34 min ging es dann auf die Laufstrecke. Vorher noch gemütliche 5 min in T2. Eine meiner nächsten Trainingseinheiten wird den Schwerpunt Wechsel beinhalten.Das Laufen war dann charakterisiert durch das mediterran- feuchte Klima, bei schönsten Sonnenschein in der Mittagshitze entlang eines schönen Sandstrandes , der an diesem Sonntag natürlich mit lauter Badegästen bevölkert war. Das Laufen schien mir sehr hart, vielleicht wegen der Hitze , vielleicht steckte mir aber auch der Hamburg Marathon noch in den Beinen. Zweimal wollte ich am liebsten gehen, aber mit dem St Pauli Trikot geht das natürlich nicht, so dass diese Impulse rasch unterdrückt wurden. Motivierend war auch der freundliche Ruf eines spanischen St Pauli Fan´s : „Vamos St.Pauli“, nachdem er die Insignien auf meinen Trikot erkannt hatte.

Zurück in der Stadt , angetrieben von einem fantastischen Publikum und unter lauter „Venga, Venga“ -Rufen der Zuschauer, eine letzte Anhöhe erklimmend ,ging es dann in das Stadium , um nach schließlich 5h 19 min zu finishen. Wenn ich ehrlich bin, dann hatte ich auf dem Rad noch von unter 5 Stunden geträumt. Aber sei es drum. Es war ein schöner Tag und so gut ausgesehen wie in diesem „stylishen“ Trikot habe ich lange schon nicht mehr.