St. Pauli im Land der tausend Hügel

Seit einigen Jahren steht die Challenge Kraichgau ganz oben auf meiner Triathlon to-do bzw. to-race Liste. Immer wieder hört man andere Triathleten von dieser Halbdistanz schwärmen. Die Radstrecke sei genial, die Orga perfekt, die Stimmung super usw. Leider passte Kraichgau in den letzten Jahren nicht wirklich in meine Saisonplanung. Damit das dieses Jahr nicht wieder so wird, wurde Kraichgau direkt als erster Wettkampf angemeldet. Also keine Ausreden mehr und ab ins Ländle.

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Bad Bodenteich ist braun-weiss und die Rakete am Start

 

Am Sonntag bin ich zum insgesamt 6. Mal in Bad Bodenteich am Start gewesen. Im Vorfeld stellte ich fest, dass dies meine zehnte MD werden würde und freute mich auf dieses kleine Jubiläum… Bad Bodenteich mit der absolut professionellen Orga von Sportlern für Sportler ist in jedem Jahr ein echtes Highlight für mich und auch in diesem Jahr sollte es eins werden! Ich war bereits am Samstag abend vor Ort, um meine Startunterlagen zu holen und das 16 Grad warme Wasser mit den Füßen zu fühlen, dabei dachte ich noch – Der Veranstalter hat sich bestimmt vertan und das ist viel wärmer – Als ich dann am Sonntag früh allerdings wieder dort war und in meinem neuen Neo die Wasserpremiere feierte stellte ich schnell fest, dass er doch recht hatte und war froh, dass ich erst 5 Min. vorm Start ins Wasser gehüpft war. Bei der Wettkampfbesprechung entdeckte ich eine Triathletin des HSV, die ich natürlich gleich ansprechen musste, seit wann der HSV denn Triathlon betreibt. Im Gespräch offenbarte Sie mir dann hinter vorgehaltener Hand, dass Sie eigentlich St.Pauli-Fan ist und nur, weil Sie beim HSV in der Leichtathletiksparte viele Leute kennt dort startet… Das machte Sie mir doch gleich sympathischer J

Um 9.10 Uhr gings dann los und ich konnte die Muskeln mit Bewegung wärmen… Vom neuen Neo war ich vollauf begeistert, da ich bis dato immer etwas Beklemmung in meinem alten Teil fühlte, im Neuen konnte ich dagegen so richtig frei durchatmen!! Dementsprechend lief das Schwimmen trotz des kalten Wassers ziemlich gut und ich kam nach knapp 33 min, zwar nicht schneller als in den Vorjahren, aber mit wesentlich besserem Gefühl aus dem Wasser. Auf dem Weg in die Wechselzone stellte ich fest, dass es ganz gut war, dass der Weg so weit war, da ich den neuen Klettverschluss mit den Eisklumpen, die mal meine Hände waren, kaum aufbekam… Erst ein paar Meter vor meinem Bike klappte es und ich konnte mich „auspellen“.

Auf dem Rad fröstelte es mir dann aber schnell nicht mehr. Obwohl noch ein paar Tropfen vom Himmel fielen und die Strasse auf den ersten 30 Km auch noch relativ feucht war, war die Außentemperatur schon recht angenehm und auch der Wind stand günstig für eine gute Zeit. Das Wetter besserte sich von Runde zu Runde und die Sonne kam schnell heraus, was den Spaß an der Fahrt doch extrem vergrößerte. Ich verlor zwar ein paar Plätze auf der Strasse, war mit meiner Fahrt in knapp über 2:30 h für 90 Km aber zufrieden und wechselte ziemlich glatt in die Laufschuhe.

Nun lagen wieder die laaaangen 8 Runden à 2,6 km vor mir, auf denen es in jeder Runde einen bösen Anstieg zur Bodenteicher Seeparkklinik hochging, hinter dem zum Glück jeweils der Verpflegungspunkt lag. Die ersten Km fühlten sich noch etwas schwer für mich an und ich wurde auch von ein paar Läufern überholt, doch auf der zweiten Hälfte kam meine Luft zurück und ich konnte richtig Kette geben und den Halbmarathon  in 1:35:35 durchlaufen, womit ich schneller war als in Vierlanden über „nur“ 20 Km. So eine Leichtigkeit auf der Laufstrecke hatte ich noch nie gefühlt, meine Zielzeit von 04:44:04 und Gesamtplatz 21 von ca. 200 Startern gab dann das I- Tüpfelchen, auf den Wettkampf, den ich mir schon vor der Saison als Höhepunkt ausgesucht hatte. Im Ziel traf ich noch auf die Vereinskameraden Johanna und Heino, mit denen ich lange über die kommenden Wettkämpfe redete und viel Spaß hatte. Mit etwas Glück kann ich dadurch in diesem Jahr doch zum Ostseeman und in einer Staffel den Rad-Part übernehmen J.

 

Manno war das HOT!!!

So einen heißen Wettkampf habe ich noch nie erlebt, Glückwunsch an alle Finisher, die Ihren inneren Schweinehund geschlagen haben und zum Teil über sich selbst hinausgewachsen sind!!

Für mich war es ein ziemlich perfektes Wochenende, anfangs zwar mit leichten Stauproblemen auf der Anreise, aber das Hotel hat uns sogleich dafür belohnt! Ich habe mit meinen Eltern im Hotel „Vierlandentor“ kurz hinter Bergedorf geschlafen und wir waren echt begeistert von der Umgebung! Obwohl wir gerade mal 90 Km entfernt wohnen habe ich das schöne Vierlanden vorher noch nie gesehen und sofort ins Herz geschlossen. Das Hotel war total familiär und weil insgesamt 2  Triathleten dort schliefen wurde für uns extra das Frühstück auf 6.00 Uhr vorverlegt, was nun wirklich nicht selbstverständlich ist. Also gab es pünktlich meinen obligatorischen  „braun-weißen Treibstoff“ (2 weiße Brötchen mit Nutella und 2 Becher Kaffee). Um 6.50 Uhr waren wir an der Wechselzone und ich traf auf den Kampfrichter Larsen und meine Mitstarter auf der MD für die ich, da ich Erster beim Einchecken war, einen Platz in der Wechselzone für den St. Pauli-Block belegte… Nach ein paar Fachsimpeleien verabschiedete ich mich in Richtung Schwimmstart um meinen Neo ohne Eile anzuziehen und Ihn ordentlich einzuschwimmen, damit mir wegen eines schlecht sitzenden Anzugs nicht wieder die Luft wegbleibt. Dann gings los und ich sprintete mit meiner schwarzen St.Pauli-Kappe (Ich war glaub´ich der Einzige damit ?!?) ins Wasser und gab Gas. Trotz einiger Probleme beim Schwimmtraining der letzten Wochen kam ich super in meinen Rhythmus und der Neo saß perfekt. Beste Vorraussetzungen für einen guten Wettkampf – so kams dann auch. Nach ca. 32 min war das Schwimmen für mich beendet, damit war ich als 11. aus dem Wasser und wechselte ohne Hektik und vor Allem ohne eine „Wechselschlampe“ zu sein (sonst geht bei mir immer irgendwas schief in der Wechsellogistik, obwohl ich Logistik studiert habe…) auf mein Rad.

Vor 3 Wochen habe ich mir noch ein großes Kettenblatt vorn gegönnt und hatte nun 53 statt 51 Zähne um richtig Druck zu machen. Die Radstrecke fand ich zwar etwas eintönig, aber das Drumherum mit dem Überholen der anderen Distanzen und den unzähligen Treffen mit unseren anderen Startern ließen die KM echt verfliegen. Ich kam gut zu recht und mit einem, für meine Verhältnisse, fantastischen Schnitt von 36 Km/H zurück in die Wechselzone. Als ich vom Rad stieg gabs einen kleinen Schreck, weil meine Beine unnormal stark schmerzten, im linken Oberschenkel glaubte ich kurz das Horn des Triabolos stecken zu haben, der mich auf der Radstrecke verblasen hatte J. Ich dachte nur Sch… Du kommst bestimmt nicht durch, wenn das so weiter geht, doch zum Glück lief ich den Schmerz nach 3 bis 4 Km aus den Beinen und -Siehe da- Ich entdeckte den Triabolo wieder und holte auf! Als ich Ihn überholte fühlte ich auch kaum noch Schmerz, also ob ich Ihm sein Horn wiedergegeben hatte J Die Hitze war echt mörderisch und der Schattenmangel machte mir zu schaffen, sodass ich mich von meinem ursprünglichen Ziel 4:30h verabschiedete. Ich nahm alles an Wasser was nur ging und goß es mir mit Genuss über den Schädel und in den Hals. Dadurch konnte ich mein Tempo einigermaßen halten und kam nach etwas über 4:30 als 16. Ins Ziel, wo ich mir sogleich 3 Erdinger genehmigte und auf Harm und Oliver wartete. Ungefähr eine Stunde und nach einem entspannenden Bad im Hohedeicher See saß ich dann auch schon wieder im Auto, auf dem Weg nach Haus, da mein Großvater noch Geburtstag hatte. Dort angekommen gabs erstmal Sahnetorte und kurze Zeit später floss das erste kühle Pils in meine Kehle, von denen ich mir noch ein paar Belohnungsfläschchen gönnte! Alles in Allem kann ich die harsche Kritik vieler Starter im Gästebuch des Vierlanden-Triathlons nicht teilen und bin nächstes Jahr gern wieder dabei!

Geli, Udo und Dirk beim Kraichgau-Triathlon: Wenn die Glocken am Hardtsee erklingen …

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Dann heißt das 1,9 km mit 0 Hm Schwimmen, 90km mit um die 1000 Hm Radfahren und 21 km mit ca. 108 Hm laufen. Glücklicherweise stand ich bei meiner Mitteldistanzpremiere nicht alleine im Kraichgau am Start, sondern mit Dirk und Udo aus Lippe, die auch im Trainingslager am schönen Gardasee dabei waren.
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Udo sollte/wollte am Nachmittag noch die Olympische Distanz auf sich nehmen und konnte letztendlich trotz einstündiger Zermürbungsattacken des Veranstalters wegen „Gewitter im Verzug“  um 15.05 Uhr doch noch in 30 Minuten die 1,5 km im Hardtsee hinter sich bringen, bevor es auf die exklusive (Schindelberg und Eichelberg durften auch hier nicht fehlen) 40 km  Radstrecke ging. Nach 1 Stunde 28 Minuten wurde das Rad schon wieder verlassen und die Laufschuhe geschnürt. In selbigen dann trotz großer Hitze und trotz/wegen der Anfeuerung bereits geduschter Vereinskollegen nach insgesamt 2 Stunden 59 Minuten das Ziel erreicht.

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Dirk, der mich während der gesamten Vorbereitung mit super Tipps versorgt hat (VIELEN DANK auch hier nochmal), war trotz noch nicht ganz auskuriertem Radunfall auch auf der Mitteldistanz unterwegs und hat mir freundlicherweise 30 Minuten Vorsprung am Start gegeben.
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Udo, Geli und Dirk

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Start für mich war um 9.15 Uhr. Nach Frühstück um 7 Uhr,  mit einmaliger Bedienung, einer nur etwas zu späten Brötchenlieferung und den neusten Informationen aus Lokalpolitik und Sport ging es dann gut gelaunt ab in Richtung Hardtsee. Udo hat freundlicherweise den Chauffeur gegeben, meine Eltern , die den neuen Anzug im Gepäck hatten auch noch abgefangen. Schnell die Wurstpelle  aus, der neue passte, kurzes Foto mit allen beteiligten, Startbeutel aus dem Auto, dabei noch Norbert Stadler bei den Vorbereitungen entdeckt und ab mit Dirk in die Wechselzone, um den Rädern den letzten Schliff zu verpassen. Udo machte sich währenddessen auf den Rückweg zum Ziel , um dort das Auto abzustellen und noch eine kleine Genießertour mit dem Rad durchs Kraichgau zum Hardtsee zu machen.
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In der Wechselzone dann Johanna samt betreuendem Ehemann getroffen und ab ging es Richtung Start. Inzwischen zu dritt machten wir uns viertel vor 9 in braun-weiß auf in Richtung Startbereich. Kurz vor 9 ertönte dann zum ersten mal an diesem Tag  Hells Bells und ein nicht zu überhörender Startschuß schickte die erste Startgruppe auf die 1,9km Schwimmstrecke.
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Letzter Tipp von Dirk für diesen Tag „genieße es“ und ab ging es zum Warmschwimmen. 9.15 Uhr war dann Schluss mit lustig. Zum ersten mal in einem Wettkampf vorne eingereiht, die übliche Rangelei ließ so etwas auf sich warten, was sehr angenehm war. Raus aus dem Wasser waren die ersten Höhenmeter des Tages zur Wechselzone zu überwinden. 9.50Uhr ging es dann positiv überrascht wegen der frühen Stunde mit breitem Grinsen auf die Radstrecke, während Dirk noch im kühlen Nass war und Antriebsschwierigkeiten aufgrund der schmerzhaften linken Schulter ausgleichen musste.
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Die Radstrecke startete mit 10 flachen Kilometern in denen ausreichend Zeit war das erste Gel des Tages zu eröffnen und mit feinstem Wasser herunterzuspülen bevor die ersten Hügel anstanden. Nach rasanter Abfahrt vom Schindelberg dann auch die erste freundliche Überholung des Tages. „Moin“ schalte es von links, ein Triabolo tauchte im Blickwinkel auf. Moin zurück und gute Fahrt. Viertel Stunde später kam der nächste mit einem freundlichen „Servus“. Auch die haben also ein internationales Starterfeld.  so lange kein Mädel vorbeirauscht ist alles okay. Zwei der Triabolösen (hoffe das ist politisch korrekt) gingen mir laut Ergebnisliste wohl doch mit ordentlichem Vorsprung durch die Lappen. Außer viel Essen und Trinken, Bergauf – und Bergabfahrten ereignete sich nicht viel auf der Radstrecke. Dirk konnte nicht gesichtet werden – nur Norman Stadler, der nach Defekt deprimiert im Kreisverkehr saß. Hätte er mal seinen Cayenne genommen.
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Also ab in die Wechselzone, wo wieder freundliche Helfer bereitstanden, das Rad verstauten, beim be- und entladen des Beutels halfen….deswegen wohl dieses Allinclusive-Armbändchen bei Ausgabe der Startunterlagen….für Campingfreunde wie mich etwas gewöhnungsbedürftig , aber durchaus annehmbar.
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Also ab auf die Laufstrecke, das muss nämlich auch bei einer Challenge Veranstaltung noch selber gemacht werden. Das Kilometer 1 Schild wurde übersehen und somit bei Kilometer freudig überrascht. Insgesamt ein sehr hügeliger Kurs, und in der ersten Runde auch noch recht warm. Die Beine waren in einem erstaunlich guten Zustand und die ersten Gewitter zogen in der Ferne auf, was sich nicht unbedingt negativ auf das Tempo auswirkte. Zu Beginn von Runde zwei tauchte dann Johanna vor mir auf, die neuen Trikots sind also eindeutig schneller als die letztjährigen.
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Ab Kilometer 12 wurden dann die Beine doch schwerer, und es war Zeit für die erste Cola des Tages, nach der auch Dirk wieder adäquat auf der Wendepunktstrecke gegrüßt werden konnte. Die restlichen 9 km waren dank der super Stimmung an der Strecke auch noch zu schaffen. Weil wie immer ohne Uhr unterwegs wurde der erst beste im Ziel nach der aktuellen Stunde gefragt. Als die Antwort 14.43 Uhr war kamen doch Zweifel auf, ob alle drei Runden gelaufen wurden.
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Wenn alles gut geht habe ich mit einer Zeit von 6 Stunden gerechnet nun waren es 5 Stunden 28 Minuten. Klasse die neuen Anzüge. Im Ziel kam dann doch noch etwas Abkühlung von oben, die Gewitter zogen aber vorbei. Nach 25 Minuten des Wartens kam dann auch Dirk ins Ziel, der seine Belastungswoche mit einer Zeit von 5 Stunden 23 Minuten abschloss.

Düsseldorf ist braun-weiss in Oceanside/California

Tobias beim Ironman 70.3


2 Tage vor Abflug: Das neu gekaufte Backup Fahrrad aus dem Lieferkarton genommen und auf Vollständigkeit geprüft. Dem aktuellen Fahrrad versucht die Pedale ab zuschrauben, gegoogelt in welche Richtung das richtig geht; Schraubenschlüssel abgebrochen.

1 Tag vor Abflug: In der Mittagspause neuen Schraubenschlüssel gekauft. Von 20 bis 22 Uhr versucht die Pedale zu lösen. Erfolglos. Um 22 Uhr Backup Fahrrad mit Trinkhalter und Tacho ausgestattet und zurück in den Karton! Um 4 Uhr ging es dann nach ca. 3 Std. Schlaf zum Flughafen. Fahrrad als Sondergepäck aufgegeben und es konnte losgehen. Vom Flugzeug aus beobachtet, wie das Sondergepäck verladen wurde (Notiz an mich: Fahrradkoffer kaufen!!!)

Ankunft LA – Fahrradkarton ganz! Den Fahrradkarton auf dem Koffer balancierend dann zum Rent a car shuttle. Mit PKW gestaltete sich das ganze jetzt schon wesentlich einfacher!

Sonntag nach Ankunft: Jetzt find mal in LA (Autostadt!!) einen Fahrradladen, der sonntags geöffnet hat! Gefunden in San Fernando Valley www.bikewarrior.com. Ein gebürtiger Kölner konnte mich mit Schlauch, CO2-Patronen und Ventiladapter ausstatten. Also abends nach Malibu um schön beim Sonnenuntergang am Pacific Coast Highway das Fahrrad einzufahren. Schönen Dank an den Fahrradworkshop, es passte alles! Bis auf den Verkehr, es ist auch an einer Küstenstraße nicht schön, wenn links die Autos mit 100km/h vorbei rasen und rechts die Autos parken!

Tags drauf: Abschluss-Lauftraining auf dem Ocean Front Walk von Santa Monica nach Venice Beach und zurück.

Tags drauf: Abschluss-Schwimmtraining im (renovierten & beheizten) Olympischen Schwimmbecken von 1974!

Wettkampftag: 3 Uhr, der Wecker klingelt; 3:15 Uhr Kontrollanruf aus Deutschland; 3:30 Uhr ins gepackte Auto und 90 Meilen gen Süden; 3:40 Uhr Stau auf einer vierspurigen Autobahn!!! Hinter Downtown hatte sich der Stau aber auch schon wieder aufgelöst. Um 5 Uhr dann in Oceanside angekommen. Auf dem Parkplatz beim Nachbarn noch die Luftpumpe ausgeliehen und das Rad auf vernünftigen Druck gebracht. Vorbereitungen abgeschlossen. Ab in die Wechselzone. Helme und Material wurden hier nicht kontrolliert, nur die Zugangsberechtigung! 80 % der Leute hier machten den Eindruck diese Sportart erfunden zu haben, bei denen jenseits der 50 bin ich mir nicht sicher, ob die vor 30 Jahren nicht auch schon dabei waren. Fahrrad neben der Palme und der Parkuhr abgestellt. Finde ich wieder! Es dämmert. 6:20 Uhr Rennfertig, also mit Anzug, Badekappe, Brille und Chip ging es dann noch mal zum Dixi. Ich habe noch kein anderes Volk gesehen, das so diszipliniert in einer Schlange stehen kann! 6:40 Uhr, die Profis starten, richtig, ohne mich, die brauchen ja auch einen Vorsprung! 7:00 AM 58° Außentemperatur, es ging ins Wasser, kalt, kalt, kalt und salzig. Kaum an der Startlinie angekommen ging es auch schon los. Ohne Kacheln ist es schwer die Spur zu halten, ich schaute immer wieder nach vorne und versuchte wieder nach links zu kommen. Die Strecke macht zudem einen Linksknick und an der Spitzkehre nehmen die Wellen zu. Nach gefühlten 50 Min. kommt der Ausstieg. Unzählige Helfer halfen mir aus dem Wasser und öffneten den Neo! „Keep Going“ leicht gesagt, wenn man bis zu den Oberschenkeln im Wasser steht. Ab auf´s Rad, bei 68° und bedecktem Himmel stand mir eine angenehme Radtour bevor. Auf dem alten Pacific Highway Richtung Norden. Die Betonplatten-Bauweise erinnerte mich an die ersten Besuche in der DDR nach dem Mauerfall. Vorbei an „Dolly Partons Brüsten“, einem Atomkraftwerk betrieben von den Edison Kraftwerken mit einer Sonne im Logo! Die Bauweise des Kraftwerks ergibt sich ja aus dem Spitznamen! Rein ins Landesinnere ins Camp Pendelton. Militärisches Sperrgebiet. Was da an Getier rumläuft, kann es gut mit den Terrarien in Hagenbeck aufnehmen. Ab km 60 kam neues Gefilde auf mich zu. Die Straße lief leicht abschüssig auf ein Hindernis zu. Aber was war es, so etwas hatte ich bei meinem Radtraining in Hamburg und Umgebung noch nie gesehen. Der liebe Gott hatte hier einen Deich von mir bisher ungeahnten Ausmaßen gebaut. Laut Internet heißt so was Berg. Die Geschwindigkeit sinkt rapide auf einstellige Werte. Eine handvoll Leute waren gezwungen abzusteigen, ich aber tat alles um mit dem einbeinigen Mitstreiter mit zu halten. Nach 100 Höhenmetern war der steilste Anstieg der Strecke geschafft! Zurück noch vorbei am Flughafen der Navy – macht Sinn wenn man länger drüber nachdenkt. Transition Area, die Sonne kam raus, der Badeort zeigte sich von seiner besten Seite. Am Strand entlang geht es in die erste Runde, nichts kann mehr schief laufen. Denkste! Nachdem mir das Schoko-Gel in der Wechselzone schon nicht geschmeckt hatte, wurde mir jetzt roter Energie Drink angeboten. Rot vertrage ich nicht, also nur noch Wasser und Banane. Der zweite Teil der Strecke führt parallel zum Strand entlang. Jede Abzweigung zum Meer schickte eine frische Brise vorbei, die ein wenig Abkühlung schafft. Nach zwei Runden und insgesamt 5:59:03 ist es geschafft! Zur Belohnung gibt es eine Mütze, Obst, Wasser, Cola und Pizza!

Sunset and Clearwater – Julia in Florida

Saison-Hightlight: Ironman 70.3 in Florida/Clearwater


Ich befinde mich jetzt in der wohlverdienten Pause und schwelge in Erinnerungen.

Ich kann es kaum glauben, dass ich vor kurzem noch bei 26 Grad in einem kurzen Anzug einen Wettkampf bestritten habe.

Der typisch braungebrannte Rand der Radhose am Oberschenkel erinnert mich jeden Morgen daran.

Aber jetzt mal von vorne.

Nach meiner Qualifikation in Wiesenbaden (siehe Bericht im September)

stand fest: Ich will dahin! Nur wie?

Nach ein paar Telefonaten mit Hannes Tours war klar, dass ich doch lieber mit dem Schweizer Pondon reisen möchte.

Eitziger Team war mir von Anfang an sehr sympatisch und so war schnell die Reise gebucht.

Und mit im Gepäck: Anja aus Wiesbaden!

Nach ein paar Trainings- Motivationsproblemen im Oktober (naja, nicht sehr leicht, wenn alle Pause machen und man sich selber davon überzeugen muss, wie toll es doch ist, im ströhmenden Regen im Dunkeln laufen zu gehen) ging es dann am 06.11. los.

Start in Frankfurt.

Abflug nach Chicago und anschliessend nach Tampa in Florida.

Nach einer unfreiwilligen Übernachtung in Chicago durch den verpassten Anschlussflug erreichten wir ziemlich übermüdet Clearwater Beach.

Die Müdigkeit war schnell verflogen.

Der tolle Empfang des Eitzinger Teams und vorallendingen: Palmen, Meer, weisser Strand und Sonne.

Meine Augen waren von der Helligkeit und den ersten Eindrücken schier überfordert.

Anja und ich beschlossen eine erste Laufeinheit am Strand zu machen.

Was für ein Start in eine unvergessliche Woche. Ich glaube, so einen Sonnenuntergang habe ich noch nie erlebt.

Die darauf folgenden Tage waren eine Mischung aus Urlaub, leichtes Training, Ausruhen und Geniessen. Jeder Tag kam mir wie 48 Stunden vor.

Morgendliches Training im Meer lies meine Angst vor dem Schwimmstart im Wettkampf verfliegen.

Also besser konnte es nicht kommen.

Die gesamte Stimmung im Schweizer Team war toll, naja, bei dem Himmel fällt das nicht besonders schwer.

Von gemeinsamen Schwimmtraining, Lauftraining, bis hin zur Besichtigung der Lauf und Radstrecke war alles gut durchorganisiert.

Zwei Tage vor dem Wettkampf wurde die Expo eröffnet.

Der Ort wurde nach und nach durch Triathleten eingenommen und Wettkampfluft machte sich breit.

Auf zur Akkreditierung.

Am Abend gab es das obligatorische Pastaessen.

Der Shuttleservice brachte uns zum Ort des Geschehens. Nein, nicht in eine olle Messehalle o.ä….ich traute meinen Augen kaum.

Das Athleten-Dinner fand direkt im Sonnengang am Strand statt.

Was für eine Atmosphäre….!!!

Am Tag vor dem Wettkampf ging es zum Einchecken des Equipments in die Wechselzone. Wie auch schon in Wiesbaden, gab es wieder das Beutelsystem. Blauer Beutel für Radsachen und roter Beutel für die Laufsachen.

Bloss nichts vergessen. Allerdings war bei dem Klima klamottentechnisch an gar nicht so viel zu denken.

Genug Gels und Riegel schmückten mein Rad.

In der Wechselzone angekommen sah ich den amtierenden Weltmeister der sich freudestrahlend für ein kurzes Foto bereit erklärte.

Michael Raelert wirkte sehr entspannt und wir plauderten sogar ein bisschen über die schöne Stadt HamburgJ.

Der Wettkampftag

WECKER-Klingeln um 5:15 Uhr.

Überall auf den Strassen waren schon Athleten mit Neos in Badelatschen unterwegs.
Schnell angezogen, ohne Nutella-Brot geht gar nichts!

Ich merkte daran, dass ich nichts mehr wieder fand, dass ich wohl doch sehr nervös war. WO WAR DENN BLOSS MEINE UHR?
Erstmal rasch zum Ort des Geschehens! Notfalls muss ich mein Fahrradtacho mit auf die Laufstrecke nehmen….

Anja peste wieder ins Hotelzimmer, während ich versuchte mein Rad durch zu checken.
Der rettende Ruf: Ich habe SIE! Gut…dann konnte doch nichts mehr schief gehen.

Kaum vorstellbar, dass es bald den ersten Wettkampf-Profi-Startschuss geben sollte. Es war noch ziemlich dunkel, aber eine tolle Wettkampfkulisse….dann ging die Sonne auf!

Ab zum Strand..und rein in den NEO!

30 Sekunden vor meinem Startschuss….! Der erfolgte um PUNKT 7:20Uhr….

Die 1,9 km Schwimmstrecke war durch grosse Bojen gut gekennzeichnet. Trotzdem war es sehr anstrengend, seinen Weg zu finden. Nicht nur die vielen Füsse, die ich im Gesicht hatte, sondern auch
der ordentliche Wellengang machte es mir schwer, einen Rhythmus zu finden. Ich habe irgendwann aufgehört, die Salzwasser-Schlucke zu zählen.
Nach 37min war es geschafft.
Raus über den Strand ging es durch eine grosse Duschwand. Kurz danach brüllte mich eine kleine Helferin an: SIT DOWN!!!
Meinen Blick hätte ich gerne gesehen, aber der Befehlston war so eindeutig dass ich gefühlte 1,5 Sek. später unten am Boden sass.
Einer hielt mich fest, zwei andere Helfer zogen mir in Windeseile den Neoprenanzug von den Füssen. Ich konnte gar nicht so schnell gucken und meine Sorge dass meine Leihgabe
kaputt gehen könnte, fand in dieser Schnelle keinen Platz.
Los ging es zu meinem Radbeutel…Nummer 798 war schnell gefunden! Auch dort wieder unzählige Helfer!
Schnell umgezogen, Rad gesucht und gefunden ging es auf die Radstrecke….

Die 90 km Radstrecke war nach Wiesbaden und dem Taunus nicht durch das Streckenprofil anspruchsvoll. Eher durch das Windschatten-Pulkfahren, was ja eigentlich verboten ist.
Schnell rasten grosse Gruppen an mir vorbei. 40 km/h auf meinem Tacho war da keine Seltenheit.
Die Wettkampfrichter hatten viel zu tun, aber man kann ja nicht gleich 30 Leute ermahnen oder disqualifizieren.
Einmal habe ich auch versucht, an einer Gruppe dran zu bleiben. Aber die Gefahr in einen Unfall verwickelt zu werden, war mir zu gross und so fand ich meinen eigenen Platz. Mit gesunden Abstand zu anderen Fahrern.
Nach 30km fühlte ich mich wohl…und merkte den Unterschied, neue Laufräder zu fahren.

Nach 2:30 Std kam ich heil und glücklich in die Wechselzone! Was für eine Radstrecke…..in dieser Atmosphäre!

Der Wechsel zum Laufen ging ziemlich gut…allerdings kam dann der kleine Einbruch. Obwohl ich mich nach dem Rad noch so gut gefühlt habe, kam ich schlecht ins Laufen rein.
Nach relativ kurzer Zeit hatte ich Seitenstiche, die ich durchs Atmen schlecht in den Griff bekam.
Beim ersten Überqueren der Brücke sah ich Anja und die Eitzinger Gruppe…
Alle schrien mir zu.
Ich versuchte mich zu motivieren, aber wenn ich ehrlich bin, fiel mir das sehr schwer. Als mich dann so viele Frauen meiner AK überholten, sank mein Kampfgeist…..was war denn da los???

Ich guckte auf meine Uhr und sah, dass ich mit einem guten Lauf die 5 Stunden Marke knacken konnte. Psychologisch war das nicht ganz so gut, weil ich einfach nicht schneller konnte und ich mich selber unter Druck setzte.
Nach 5 km und unzähligen Wasserbechern über Kopf und Körper wurde es nach und nach etwas besser.

Das zweite Mal überquerte ich die Brücke und wieder sah ich meine Gruppe. Sie gaben alles.
Es wurde abgeklatscht..und Anja rief mir motivierende Worte zu!

Erstmal ging es jetzt zurück zur Wechselzone. Und dann in Runde zwei. An der Wechselzone befand sich auch der Zieleinlauf und in dieser Stimmung bekam ich das erste Mal Gänsehaut.
Aber erstmal zurück wieder über die Brücke.
Ich beschloss zwei Gels zu nehmen. Ich spekulierte auf einen Zuckerschock:-)
Und wirklich: es wurde immer besser und leichtfüssiger!

Ein Blinzeln auf die Uhr sagte mir dass die 5 Stunden Marke unrealistisch wurde und so nahm ich das Tempo etwas raus und fing an die letzten 5 km zu geniessen.

Das Ziel rückte immer näher…..und beim Einlaufen hatte ich feuchte Augen!
Nach 5 Stunden und 4 MInuten hatte ich es geschafft!!!

GEFINISHED…lag ich glücklich in Anjas Armen! W O W!!!

Abends ging es dann zum DINNER…..! Wieder in dieser Kulisse!

Und einem neuen(alten) Weltmeister: Michael Raelert.
EINE UNVERGESSLICHE WOCHE…MIT EINEM TOLLEN SCHWEIZER EITZINGER-TEAM!

UND DANKE AN DIE TOLLE UNTERSTÜTZUNG VON ANJA…….M-Dot!

113 km durch Kölle – mit Malte & Ulf

Malte feierte schon wieder eine sportliche Premiere am Kölner Dom.

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Köln – schon wieder Köln. 11 Monate nach meiner Marathon-Premiere in der Rheinmetropole war es diesmal meine erste Mitteldistanz, die mich in den Westen trieb. Begleitet von meinen Eltern (der Startplatz beim Cologne226half war ein Weihnachtsgeschenk) ging es bereits Freitag nach Aachen. Samstag war dann der administrative Teil zu bewältigen (Startunterlagen abholen, 3 verschiedene Wechselbeutel packen und Rad einchecken).Wie gut, dass am Samstag bereits der Sprinttriathlon am Fühlinger See ausgetragen wurde. So konnte man schon ein bisschen Atmosphäre schnuppern und ganz nebenbei auch unseren Startern Nicole, Tracy und Sammy zujubeln.

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Sonntagmorgen fand ich mich dann schon früh mit meinen Eltern und Uli (meiner Freundin, die in der Nacht zuvor extra noch angereist war) am Wettkampfort ein. Bei der Vorbereitung auf den langen Tag konnten wir ein paar Quadrathleten beobachten, die ihre Weltmeisterschaft in der Langdistanz ebenfalls dort austrugen. Für diesen Sport braucht man wirklich ein großes Auto…..! Nachdem auch noch mein bester Freund und meine beiden Premieren-Kollegen Tobias und Ulf eingetroffen waren, verging die Zeit bis zum Einschwimmen recht schnell. Begleitet von einem Feuerwerk am Ufer ertönte pünktlich um 12:30Uhr der Startschuss und das übliche Gedränge ging los. Durch die breite Schwimmstrecke verteilte sich das Feld aber recht schnell und nach kurzer Zeit fand ich mit den Befestigungsseilen der Bojen (Fühlinger See ist eigentlich eine Regatta-Strecke) eine tolle Orientierungshilfe.

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So kam ich für meine Verhältnisse gut aus dem Wasser (42:13min) und freute mich schon aufs Radfahren. Die Strecke war als „flach, aber windanfällig“ ausgeschrieben. Flach stimmte, der Wind war an dem Tag zum Glück woanders – oder man hat als Hamburger einfach eine andere Definition von Wind?!?! Mit lockerem, rundem Tritt spulte ich die 90km runter – zwischendurch immer wieder angefeuert von meiner treuen Fangemeinde und einigen Streckenposten (Bsp. „Achtung, hier scharf rechts!“ nach unfallfreier Fahrt durch die Kurve: „Und ins Ziel kommen, St.Pauli!“). Beim 2. Wechsel durfte man sich dann wie ein ganz großer Athlet fühlen: Gleich nach dem Absteigen kam ein Helfer, nahm mein Rad und 10m weiter stand ein anderer Volunteer, der mir meinen Beutel mit den Laufsachen reichte. Beim Anziehen der Laufschuhe saß mir Ulf direkt gegenüber, der kurz vor mir auch auf die Laufstrecke ging.

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2 Runden schön am Rhein entlang und bei der Hälfte konnte man am Heumarkt schonmal einen Blick zum Zielbereich riskieren. Nach 5:31 Stunden war es für mich dann auch endlich soweit – getragen von viel Applaus am Rand finishte ich meine erste Mitteldistanz. Es war bestimmt nicht meine letzte – und es gibt ja auch noch längere Distanzen…

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Dirk Hasenclever von der Triathlonabteilung der Fortuna Düsseldorf von 1895 (auf Kölner Boden!) und Ulf beim Endspurt – da wächst was heran…

„Sport verbindet“ – Beim Triathlon in Köln, dem Cologne226 am 5.9.2010, bewältigten Dirk Hasenclever (li.) von Fortuna Düsseldorf Triathlon und Ulf Jensen (re.) vom FC St. Pauli Triathlon die letzten 10 km Laufen der Triathlon-Halbdistanz (1,9 km Schwimmen/90 km Radfahren/21,1 km Laufen) gemeinsam. Beide kamen nach 6:11 Stunden ins Ziel. Für Dirk Hasenclever bedeutete das auch neue Bestzeit über diese Distanz. Das freundschaftliche Verhältnis soll nun im nächsten Jahr intensiviert werden, wenn die Fortunen beim Triathlon in Hamburg im Juli 2011 an den Start gehen. Foto: Dagmar Wienke