Beate & Matthias beim Vélothon in Berlin

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Flughafen Tempelhof Berlin. Irgendwas zwischen Kilometer 90-100. Am Hinterrad einen sehr hartnäckigen Herrn. Aber es hat super viel Spaß gemacht, wie man sieht.

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Am vergangenen Wochenende zog es 2 Pauli´s (Matthias & Beate) nach Berlin, um die 120 Km-Runde beim Vélothon  zu fahren. Trotz einiger Leistungsunterschiede bestreiten wir die Radrennen am liebsten gemeinsam und zusammen. Samstagmittag ging es dann los Richtung Berlin. Auch die vielen Baustellen konnten uns nicht aufhalten. So hatten wir einige Stunden später unsere Startunterlagen in der Hand und konnten mit den Vorbereitungen für den nächsten Morgen beginnen (Startnummer & Transponder anbringen, Getränke vorbereiten, nochmal Reifen aufpumpen etc.). Sonntag 7.00 war die Nacht vorbei, an besonders viel Schlaf war wegen der steigenden Aufregung und der Wärme im Zimmer eh nicht zu denken. Schnell zum Frühstück, bloß nichts Falsches essen, danach rein in die Radklamotten und ab zum Start. Die Stimmung dort war gut, einige Fahrer sahen beängstigend schnell aus, die ersten Gruppen waren bereits gestartet und die Spannung wuchs immer mehr. Gedanken wie, „bloß nicht stürzen!!!“, „hoffentlich keinen Platten“,  „wäre die 60 Km-Runde nicht ausreichend gewesen?“ gingen durch unsere Köpfe. Dann um 9.50, bei ca. 25 Grad fiel der Startschuss. Endlich! Es ging los! Die ersten Rennkilometer zogen sich allerdings wie Kaugummi. Der erste Anstieg war doch steiler und länger als gedacht und hat mich einiges an Luft gekostet und den Puls auf mind. 190 hochgetrieben (da ich ohne Herzfrequenzmesser trainiere, kann ich nur schätzen). Matthias hatte da deutlich weniger Probleme und seinem besorgten Blick zu urteilen glaubte er wohl, dass ich gleich vom Rad falle. Aber nichts da! So ein Anstieg kann  mir gar nix! Und die kommenden auch nicht! Also heiter weiter. Als ich dann das erste Mal auf den Tacho sah, zeigte dieser gerade einmal 7 Km an. Später, beim zweiten Hinsehen, standen knapp 20 Km auf dem Tacho. Das konnte nicht sein! Gefühlt sind wir doch mind. schon 40 Kilometer oder sogar mehr gefahren. Die Batterie vom Tacho war bestimmt am schwächeln oder er war schlicht und ergreifend kaputt. Genau,  so musste es sein. Aber leider nein, der Tacho war völlig in Ordnung. Bei Kilometer 50 hatten wir beinah die Hälfte des Rennens geschafft und es lief auch immer besser. Wir überholten einige Fahrer, kämpften uns an die vor uns fahrende Gruppe heran, suchten den Windschatten, zogen vorbei, wenn uns das Tempo zu langsam erschien. Wir wurden leider auch von  Fahrer aus der nach uns gestarteten Gruppe, sowie der eigenen Startergruppe überholt. Das konnten wir nicht auf uns sitzen lassen. Also, ab und hinterher. Einige haben wir auf den nächsten Kilometern auch wiedergesehen, andere leider nie wieder. Trotzdem kurbelten wir die Kilometer einfach nur so weg, je länger wir fuhren. Die Stimmung auf den Dörfern, durch die uns die Strecke führte, war großartig. Die Menschen dort, besonders die Kinder feuerten uns begeistert und jubelnd an. Leider haben wir auf der 2 Hälfte der Strecke mehrere Stürze und scheinbar auch kollabierte und krampfgeplagte Fahrer gesehen, was immer wieder ein erschreckender Anblick ist und man hofft, dass es einen selber nicht erwischt. Bei ca. Kilometer 80 kam die Verpflegungsstelle und für uns stellte sich die Frage: „Anhalten und Getränke auffüllen, vor allem weil es so warm war oder weiterfahren und keine Minute verlieren?“. Wir haben uns für letzteres entschieden. So kam es, dass meine 3 Flaschen Wasser bei Kilometer 100 leer waren und wir uns die 3. und letzte Flasche Wasser von Matthias ziemlich schwesterlich zu meinen Gunsten geteilt haben. Danke!!! Als wir das Schild „15 Km bis zum Ziel“ sahen, schalteten wir den Turbo ein, im Schlepptau seit Km 70 einen Herrn, der sich wirklich hartnäckig an meinem Hinterrad gehalten hat und den wir erst kurz vorm Ziel verloren haben.  Bis zum Ziel überholten wir noch etliche Fahrer. Das und das nahende Ziel ließ uns gefühlt immer schneller werden. Als ich die Siegessäule sah lief es mir eiskalt den Rücken hinunter und ich wusste, es ist gleich geschafft, der letzte Kilometer. Wir gaben noch einmal alles und ließen alle andere Fahrer stehen. Da kam keiner mehr an uns heran, an überholen gar nicht zu denken. Von Emotionen völlig überwältigt überquerten wir die Ziellinie in 3:31:11. Besser als ich erwartet habe. Anschließend rollten wir zu den Versorgungsstellen im Zielbereich und füllten besonders unsere Wasserspeicher auf. Und wir waren sehr durstig! Es war ein tolles Rennen! Nur an der Zuschauerzahl im Zieleinlauf muss noch gearbeitet werden. Nichts desto trotz: Wir sind auf jeden Fall nächstes Jahr wieder dabei! Für dieses Jahr freuen wir uns jetzt schon auf die Cyclassics!

2 Gedanken zu „Beate & Matthias beim Vélothon in Berlin

  1. „… heiter weiter“ so soll es sein! Prima Bericht, macht Lust auf Mittun. Vielleicht sehen wir uns bei den Cyclassics auf der Strecke.

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